13.03.2019

Zecken entfernen beim Hund

Tipps für eine vollständige Entfernung

Besonders in der warmen Jahreszeit sind Zecken beim Hund eine echte Plage. Wenn ihr eine Zecke im Fell eures Lieblings entdeckt, gilt es schnell zu handeln. Aber wie entfernt ihr eine Zecke korrekt?

Wie finde ich Zecken im Fell?

Gerade bei dichtem Fell ist es nicht leicht eine am Hund festgesaugte Zecke zu entdecken. Besonders kleine Zeckenlarven oder -nymphen sind mit bloßen Auge kaum zu sehen. Da Zecken sich bestimmte Körperteile bevorzugt zum Stechen aussuchen, könnt ihr eure Suche einschränken. Spärlich behaarte Stellen mit dünner Haut, wie an den Achseln und Innenschenkeln oder am Kopf, sind häufig befallen. Es ist empfehlenswert diese Körperteile in der Zeckensaison täglich abzusuchen. Streicht mit der flachen Hand über das Fell und tastet nach Unebenheiten auf der Haut. Vollgesaugte adulte Zecken können bis zu 3 cm groß werden und fallen damit schnell auf. Wo eine ausgewachsene Zecke ist, befinden sich häufig kleinere Larven oder Nymphen. Es ist daher ratsam den Hund anschließend mit einem Mittel zu behandeln, das diese abtötet.

Wie entferne ich eine Zecke?

Wenn ihr eine Zecke bei eurem Hund entdeckt, gilt es sie schnellstmöglich zu entfernen. Am besten entfernt ihr sie bevor es zu einem Zeckenbiss kommt. Doch auch, wenn die Zecke sich festgesaugt hat, ist es noch nicht zu spät. Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die euch das Herausziehen erleichtern. Wenn es schnell gehen soll, könnt ihr sie von Hand oder mit einer einfachen Pinzette entfernen. Besser eignen sich jedoch spezielle Geräte wie die Zeckenzange, die Zeckenschlinge oder die Zeckenkarte.

Zunächst solltet ihr die Haare zur Seite streifen und die Zecke hautnah packen. Auf keinen Fall dürft ihr dabei den Zeckenkörper quetschen! Dadurch könnte sich die Zecke übergeben und weitere Krankheitserreger in den Hund gelangen. Wichtig ist, dass euer Hund während der Prozedur ruhig hält, damit ihr ihn nicht verletzt. Wenn ihr wisst, dass euer Hund nervös wird, übt vorher mit ihm oder lasst euch beim Entfernen von einer weiteren vertrauten Person helfen. Die meisten Hunde genießen die zusätzliche Aufmerksamkeit und die Streicheleinheiten.

Zeckenzange

Das klassische Werkzeug für die Entfernung für Zecken ist die Zeckenzange. Ihr habt die Wahl zwischen einer aus Kunststoff oder Metall. Die Zange ist speziell geformt, um euch das Ergreifen des Parasiten zu erleichtern.

Zeckenkarte

Als praktische Alternative für unterwegs gibt es die komfortable Zeckenkarte. Das Hilfsmittel im Scheckkartenformat erleichtert euch die Entfernung mithilfe einer schlitzartigen Einkerbung. Die Zecke lässt sich damit spielend leicht, ohne die Gefahr des Zerquetschens, entfernen.

Weitere Hilfsmittel zum Entfernen einer Zecke

Wer sich mit den beiden Methoden nicht anfreunden kann, hat noch einige andere Möglichkeiten. So gibt es beispielsweise den Zeckenhaken, mit dem ihr die Zecke direkt am Kopf packen und „herausdrehen“ könnt. Dazu schiebt ihr die Zecke in den dazu vorgesehenen Spalt und dreht das Werkzeug. Als weitere Alternative möchten wir euch noch die Zeckenschlinge vorstellen. Das Werkzeug im praktischen Kugelschreiber-Format hat an der Spitze eine Kunststoff-Schlinge zum Entfernen des Schädlings. Über einen Druckknopf könnt ihr die Schlinge auf- und zuziehen und die Zecke somit fachgerecht entfernen.

Diese „Tricks“ besser meiden

Auch wenn ihr von besonderen Tricks zur Zeckenentfernung gehört habt, solltet ihr die herkömmlichen Methoden anwenden. Die Zecke mit Benzin, Nagellackentferner oder Alkohol zu überschütten, ist keine gute Idee. Die Mittel versetzen das Spinnentier in einen Todeskampf. Es stirbt zwar, entleert jedoch vorher seinen „Mageninhalt“ in den Hund. So gelangen eventuelle Erreger schnell und in hoher Zahl in den Blutkreislauf des Hundes. Ihr erhöht mit diesen Methoden also das Risiko einer Übertragung. Genauso verhält es sich, wenn ihr die Zecke abbrennt. Auch Lösungmittel, Fett oder Öl bewirken nicht, dass sich die Zecke von selbst löst.

Übrigens: Diese zehn Mythen über Zecken sind weit verbreitet. Testet jetzt euer Wissen!

Was tun, wenn der „Kopf “ stecken bleibt?

Wenn nach der Entfernung der Zecke einzelne Teile des Stechapparats in der Haut stecken bleiben, ist der Schreck groß. Allerdings ist das meist nicht weiter schlimm. Die Haut des Hundes stößt die verbliebenen Reste schnell ab. Sobald die Zecke nicht mehr mit ihrem Stechwerkzeug verbunden ist, gelangen keine Krankheitserreger mehr in den Hund. Es können allerdings Entzündungen entstehen wenn ihr die Zecke falsch oder nur teilweise entfernt. Auch wenn Schmutz in die Wunde gelangt oder ihr das Tier mit dem Werkzeug zusätzlich verletzt, kann sich die Stelle entzünden. Wenn die Wunde nach einigen Tage nicht verheilt, solltet ihr einen Tierarzt aufsuchen.

Wie geht es nach der Entfernung weiter?

Nachdem ihr die Zecke entfernt habt, solltet ihr sie fachgerecht entsorgen. Ihr solltet sie keinesfalls mit bloßen Händen zerquetschen, da ihr mit Krankheitserregern in Kontakt treten könntet. Borreliose oder FSME sind nämlich auch für Menschen gefährlich. Am Besten zerdrückt ihr das Spinnentier im Freien mit einem Stein oder tretet darauf. Auch kochendes Wasser oder ein Bad in hochprozentigem Alkohol töten die Zecke ab. Die Überreste des Tieres könnt ihr in der Toilette oder im Hausmüll entsorgen. Ebenso wichtig wie das Entsorgen der Zecke ist es, die Stichstelle beim Hund zu desinfizieren. Dazu eignen sich Alkohol oder eine jodhaltige Salbe. Über die nächsten Tage gilt es, den Hund genau zu beobachten und mögliche Verhaltensänderungen festzustellen. Bei Fieber oder Lahmheit solltet ihr unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen.

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