29.03.2021

Borreliose beim Hund

Alles über die Symptome, Verlauf und Schutz

Die bakterielle Infektionskrankheit Borreliose wird durch Zecken übertragen und ist weltweit verbreitet. Für Hunde ist sie besonders gefährlich und ein umfassender Schutz ist wichtig. Wir klären euch über Symptome auf und geben Tipps, was ihr gegen Borreliose beim Hund tun könnt.

Was ist Borreliose beim Hund?

Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die Bakterien des Stammes Borrelia auslösen. Sie kann einen besonders ernsten Verlauf nehmen und Organe oder das Nervensystem schädigen. Als Überträger fungiert der Gemeine Holzbock – eine in Mitteleuropa weit verbreitete Zeckenart. Die Krankheit ist nicht nur für Hunde, sondern auch Pferde, Menschen und Wildtiere ansteckend. Im deutschsprachigen Raum ist die Borreliose flächendeckend verbreitet. Allerdings ist die Anzahl der infizierten Zecken in manchen Regionen höher als in anderen.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Borreliose?

Euer Hund kann sich besonders in der warmen Jahresezeit mit Borreliose infizieren. Dazu muss ihn eine übertragende Zecke stechen. Nicht jede Zecke ist automatisch mit Borrelien infiziert. Die Zecke erhält den Erreger beispielsweise von Mäusen oder Rehen und trägt ihn in ihrem Darm. Sobald der Parasit beginnt Blut beim Hund zu saugen, wandern die Bakterien in die Speicheldrüse und somit in das neue Wirtstier. Da dieser Vorgang 16 bis 24 Stunden dauert, habt ihr jedoch meist genug Zeit, die Zecke rechtzeitig zu entfernen. Ihr könnt das Übertragungsrisiko senken, indem ihr die Zecke sofort entfernt.

Übrigens: Tipps zum korrekten Entfernen einer Zecke bekommt ihr in unserem Magazin.

Die Borreliose ist nicht von einem Tier auf das andere übertragbar. Auch Menschen können sich nicht bei einem infizierten Hund anstecken. Ihr müsst jedoch immer mit einer Übertragung durch Zecken rechnen. Auf dem Hund herumlaufende Zecken können beispielsweise abfallen und euch stechen.

Wie macht sich Borreliose beim Hund bemerkbar?

Kommt es zu einer Infektion mit Borrelien, breiten sich die Erreger vom Einstich allmählich in der Haut aus. An der Einstichstelle kommt es nur selten zu einer Hautrötung, welche jedoch bei dichtem Hundefell zudem nicht sichtbar ist. Ob sich euer Hund infiziert hat, ist daher nur schwer zu erkennen. Es handelt sich um einen schleichenden Prozess, bei dem zunächst keinerlei äußerliche Symptome auftreten. Die meisten Hunde zeigen erst nach mindestens acht Wochen erste Symptome. Tierhalter bringen die Krankheitsanzeichen daher häufig nicht mit dem Zeckenstich in Verbindung.

Bricht die Krankheit aus, kommt es zu Entzündungen im gesamten Körper. Zu den ersten Symptomen zählen Fieber oder geschwollene Lymphknoten. Einige Tiere bekommen eine infektionsbedingte Arthritis in den Gelenken, welche zu Lahmheit und Humpeln führt. Als Spätfolge kann zudem eine schmerhafte Nierenentzündung auftreten.

Symptome im Überblick

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • geschwollene Gelenke
  • Lahmheit
  • Geschwollene Lymphgefäße/Lymphknoten
  • Nierenentzündung als Spätfolge

Es ist oftmals nicht leicht zu unterscheiden, ob die Krankheitssymptome von einer Borreliose-Erkrankung oder einer anderen Krankheit herrühren. Beispielsweise Arthrose oder Rheuma können ähnliche Symptome auslösen. In vielen Fällen verläuft die Borreliose beim Hund jedoch gänzlich ohne erkennbare Symptome.

Wie gefährlich ist Borreliose für den Hund?

Die Gefahr einer Borreliose-Erkrankung ist nicht zu unterschätzen. Dennoch entwickeln nur etwa 5 – 10% aller Hunde, die von einer infizierten Zecke gebissen wurden, tatsächlich Symptome. Bei Hunden mit gutem Immunsystem kann der Organismus sich oftmals effektiv gegen die Infektion wehren.

Es besteht jedoch die Gefahr, dass einige Borrelien von der Einstichstelle in andere Teile des Körpers wandern und zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert werden. Dies passiert häufig, wenn der Hund beispielsweise starkem Stress oder anderen Krankheiten ausgesetzt ist. So passiert es, dass Hunde auch noch Monate nach einem Zeckenbiss an Borreliose erkranken. Im schlimmsten Fall wird eine durch Borrelien ausgelöste Gelenksentzündung chronisch. Außerdem kann eine durch Borrelien verursachte Nierenetzündung sehr hartnäckig sein und führt nicht selten zu irreparablen Schäden.

Wie wird Borreliose behandelt?

Mit verschiedenen Labortests kann der Tierarzt eine Borreliose Infektion nachweisen. Hat sich euer Hund nachgewiesen mit Borreliose infinziert, hilft eine Antibiotika-Therapie. Tierärzte behandeln infizierte Hunde über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen. Der Schlüssel zum Erfolg der Behandlung ist ein frühes Erkennen der Krankheit. Die Prognose für die Heilung ist je besser, desto früher ihr mit der Medikation beginnt. Es ist besonders wichtig, dass Tierhalter anschließend ohne Unterbrechung durchziehen. Im Gewebe eingekapselte Bakterien sind nämlich schwer zu erreichen. Da einige Tiere unter starken Schmerzen leiden, bekommen sie zudem Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente.

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Der beste Schutz gegen eine Borreliose ist den Hund vor Zecken zu schützen. Selbst wenn euer Hund die Krankheit erfolgreich überstanden hat, besteht weiterhin ein Infektionsrisiko. Denn immun kann der Hund gegen Borreliose nicht werden. Zum Schutz vor Zecken solltet ihr euren Vierbeiner besonders im Sommer mit Mitteln, die Zecken und andere Parasiten fernhalten, behandeln. Zecken werden ab einer Temperatur von 7°C aktiv. So ist euer Hund auch in milden Wintern nicht geschützt. Zudem ist es sinnvoll, den Hund nach jedem Spaziergang abzusuchen. Wenn ihr eine festgesaugte Zecke findet, solltet ihr sie umgehend vorsichtig entfernen.

Zusätzlich gibt es eine Impfung gegen Borreliose, welche das Risiko einer Erkrankung signifikant senkt. Besonders empfehlenswert ist die Impfung übrigens für Jagd – oder Reitbegleithunde, die viel im hohen Gras oder Wald unterwegs sind. Da die Impfung keinen vollständigen Schutz bietet, ist ein zusätzliches umfassender Schutz vor Zecken unerlässlich. Dies schützt euren Liebling nicht nur vor Borreliose, sondern auch vor anderen Zecken-übertragenen Krankheiten.

Um eine schlimme Erkrankung zu vermeiden, solltet ihr immer gut auf euren Vierbeiner achten. Reagiert unverzüglich, sobald ihr eine Krankheit vermutet und lasst den Hund untersuchen. Je früher ihr die Borreliose entdeckt, desto größer sind die Chancen auf Heilung.

Wie schützt ihr euren Hund vor Borreliose? Habt ihr schon Erfahrungen mit der Infektionskrankheit gemacht? Berichtet uns in den Kommentaren! 

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