21.05.2022

Hütehunde

was die geborenen Schäfer aus macht

Hütehund – so sind sie

Der Hirten- oder Hütehund gehört zu den ältesten anerkannten Hunderassen. Bereits seit hunderten von Jahren kommen sie als fleißige und zuverlässige Arbeitstiere zum Einsatz. Die zugehörigen Arten zeichnen sich durch selbstständiges Arbeiten, ihre Ausdauer und ihre Klugheit aus. Damit lässt sich auch gleich eine der am häufigsten gestellten Fragen zu Hütehunden beantworten: Sind Hütehunde als Familienhunde geeignet? Hütehunde sind bedingt als Familienhunde geeignet, wenn ihr die Voraussetzungen erfüllen könnt.

Befinden sich kleinere Kinder oder andere Haustiere in eurem Haushalt, so ist von einem Hütehund abzuraten. Zu bedenken ist ebenfalls, dass diese Hunde für die harte Arbeit unter erschwerten Bedingungen gezüchtet wurden. Das bedeutet, dass sich diese Hunde schnell unterfordert fühlen und sich relativ einfach langweilen können. Wer einem Hütehund nicht den passenden aktiven Lebensstil, die Unterhaltung und die Freiräume bieten kann, sollte von einer Anschaffung absehen.

Was sind Hütehunde?

Bevor tiefer in die Besonderheiten der Hütehunde eingestiegen wird, gilt es zuerst die entsprechenden Rassen und ihre Herkunft zu definieren. Die meisten Hunde, die den Hütehunden zugerechnet werden, gehören zur FCI-Gruppe 1, die Hütehunde und Treibhunde umfasst. Innerhalb dieser Gruppe gehören sie zur Sektion 1 der Schäferhunde.

Der deutliche Unterschied zu den Hunden der Sektion 2 ist die Arbeitsweise. Der Hütehund arbeitet lautlos und nutzt seine Autorität zum Verrichten seiner Aufgaben, während der Treibhund, der eher in der Jagd eingesetzt wird, sein lautes Bellen nutzt, um Wild vor sich herzutreiben.

Wie bereits erwähnt, wurden die Hütehunde schon früh für einen bestimmten Zweck gezüchtet. Sie halten die Herde zusammen und sind in einem Notfall auch dazu bereit, diese gegen Feinde zu verteidigen. Auch, wenn es heute Hundearten innerhalb der Hütehunde gibt, die weniger den Drang zum Arbeiten verspüren, sind diese Hunde doch eher etwas für den sportlichen Liebhaber, der sich vor täglicher Bewegung mit dem Tier nicht scheut.

Hütehunde – was macht sie aus?

Wollt ihr verstehen, was Hütehunde ausmacht, so muss eine weitere Unterscheidung vorgenommen werden. Da im Laufe der Zeit die Hütehunde speziell für bestimmte Aufgaben, Bedrohungslagen und das Terrain gezüchtet wurden, gibt es Unterschiede, anhand derer sich die einzelnen Arten deutlich voneinander unterscheiden lassen.

Der Hirtenhund oder Schäferhund

Der Hirtenhund, der früher hauptsächlich als Schäferhund bekannt war, gilt als der Alleskönner der Hütehunde. Er stellt eine Mischung aus dem reinen Hütehund und dem Herdenschutzhund dar. In der Geschichte der Züchtung von Hütehunden zählt der Hirtenhund zu den jüngeren Erscheinungen.

Der reine Hütehund

Der typische Hütehund ist agil und gehorcht dem Schäfer aufs Wort. Er führt Befehle sofort aus und garantiert für den Schutz der Herde, indem er diese zusammenhält. Geht ein Schaf verloren, so ist das in der Regel seinen Fressfeinden ausgeliefert. Der reine Hütehund verhindert das, indem er mit großer Wachsamkeit darauf achtet, dass jedes Tier bei der Herde bleibt. Das Tier arbeitet selbstständig, benötigt aber hin und wieder die genauen Anweisungen des Schäfers.

Der Herdenschutzhund

Die Herdenschutzhunde sind die älteste und markanteste Art des Hütehundes. Sie fallen durch ihre Größe, ihre Stärke und ihre Selbstständigkeit auf. Zumeist arbeiten sie ohne die Befehle des Hundeführers und treten als aktive Beschützer auf. Nähert sich der Herde ein Fressfeind, so schreckt der Herdenschutzhund nicht davor zurück, den Kampf aufzunehmen. Einst mussten diese Hunde etwas Wölfe von der Herde fernhalten. Kann man Herdenschutzhunde erziehen? Ja, möglich ist es, doch es weitaus schwieriger als bei anderen Hunden. Es braucht einen erfahrenen, aktiven und dominant auftretenden Hundehalter, der in der Lage ist, die Führung zu übernehmen. Langweilt sich der Herdenschutzhund während der Erziehung, so scheut er sich nicht davor, seinen Unmut zu zeigen.

Wer sich nun die Frage stellt, welche Herdenschutzhunde gibt es, der wird erstaunt sein über die Vielfalt. Diese ist darin begründet, dass diese Hundeart bereits seit Jahrhunderten in vielen Ländern unabhängig voneinander gezüchtet wird. Zu beachten ist außerdem, dass bestimmte Rassen, die historisch zum Schutz von großen Herden eingesetzt wurden, nicht zu den Hütehunden zählen und von daher einer getrennten genaueren Betrachtung bedürfen.

Hütehund – Geschichte und Herkunft der FCI Gruppe

Die Klassifizierung der Hütehunde reicht bereits bis ins 16. Jahrhundert zurück. Schnell bildeten Schäfer und Hundefreunde dort den Club für britische Hütehunde, der bis heute existiert und dem etwa der beliebter Border Collie zu verdanken ist.
Spricht man heute mit Experten für Hütehunde, so unterteilen sie die Art in vier Unterarten ein: Schäferhunde, Koppelgebrauchshunde (wie der soeben genannten Border Collie), Treibhunde und Herdenschutzhunde.
Die Fédération Cynologique Internationale oder kurz FCI nimmt die Unterteilung weniger genau vor und unterscheidet erst in einem späteren Schritt aufgrund der Arbeitsweise der einzelnen Arten. Wie weiter oben bereits erwähnt wurde, wird in der FCI Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde nur zwischen Schäferhunden und Treibhunden unterschieden.

Hütehunde Rassen – wer alles dazu gehört

Die Liste an Hütehunden ist lang, da die Tradition der Zucht weit zurückreicht.

Welche Hütehunde gibt es?

Unter den einzelnen Varianten gibt es auch einige Besonderheiten zu finden, wie die altdeutschen Hütehunde, die leider bereits seit vielen Jahren vom Aussterben bedroht sind. Da Hütehunde schon immer aufgrund eines besonderen Anforderungsprofils gezüchtet werden, sprechen viele bei den altdeutschen Hütehunden überhaupt nicht von einer eigenen Rasse, da die charakteristischen Merkmale von Schlag zu Schlag verschieden sind. Erst seit wenigen Jahren gibt es Bemühungen, die altdeutschen Hütehunde zu kategorisieren, um diese erhalten zu können.

Begebt ihr euch auf die Suche nach einer bestimmten Hütehundrasse, so tut ihr euch einen Gefallen, wenn ihr von Land zu Land oder von Region zu Region vorgeht, da es vielerorts beeindruckend schöne und traditionelle Rassen gibt. Um nur einige zu nennen, werden hier der Deutscher Schäferhund, Australian Cattle Dog, der Malinois, der Collie und Australian Shepherd aufgezählt.

Welche Hütehunde bieten sich für Halter an?

Was sind die besten Hütehunde? Diese Frage kann nicht generell beantwortet werden, da bereits die Geschichte der Züchtung zeigt, dass die einzelnen Rassen speziell für einen bestimmten Zweck gezüchtet wurden. Ein Hütehund passt besser zu einem Halter oder zu einer Familie, wenn diese den Raum und die Anforderungen bieten, die der Hund seinem Charakter nach benötigt. Hütehunde sind generell sehr zeitintensiv und sie benötigen viel Platz. Gute Züchter geben die Hunde nur in die Hände erfahrener Halter, die zudem über viel Land, einen Hof oder einen großen eingezäunten Garten verfügen.

Der beste Hütehund für einen Halter ist also der, mit dem sich aufgrund der Gegebenheiten die beste Bindung eingehen lässt. Um die Eingewöhnung des neuen Hundes so gut wie möglich zu gestalten, sollten die Voraussetzungen bereits vor der Neunanschaffung gegeben sein, außerdem muss immer damit gerechnet werden, dass der Hütehund charakterlich stark ist und nicht immer das macht, was der Halter von ihm verlangt. Seid ihr euch noch nicht sicher, welche Art von Hütehund, die beste für euch ist, so sucht den Kontakt mit erfahrenen Haltern und macht euch selbst ein Bild vom Aufwand und dem Alltag mit einem solchen Hund.

Habt ihr bereits einen Hütehund in der Familie oder wollt euch demnächst einen anschaffen? Erzählt uns mehr in den Kommentaren.

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