20.03.2022

Hüftdysplasie Hund

Was tun bei Hüftproblemen?

Hüftdysplasie beim Hund ist eine genetische Erkrankung, die alle Hunderasse treffen kann. Bei dieser Hüftkrankheit kommt es zu Verformungen am Hüftgelenk. Die Folge davon ist unter anderem, dass der Hund nur noch unter Schmerzen gehen kann.

Hüftdysplasie Hund – was ist das?

Nach allem, was die Mediziner bis heute wissen, ist die Hüftdysplasie beim Hund eine Erbkrankheit. Allerdings können weitere Faktoren (Beispiel: Fehlbelastungen) den Krankheitsverlauf beschleunigen.

Während Gelenkpfanne und Gelenkkopf bei gesunden Hunden passgenaue Gegenstücke sind, sind die Gelenke bei der Hüftdysplasie eures Hundes verformt. Der Hund kann sich in der Folge nicht richtig bewegen, da es im Laufe der Zeit zu schmerzhaftem Abrieb an Knochen und Knorpel (sogenannte Arthrose) oder zu Knochenwucherungen kommt.

Die Krankheitsstadien der Hüftdysplasie beim Hund werden in mehrere Schweregrade (von HD-A/keine Hüftdysplasie bis HD-E/hochgradige Hüftdysplasie) eingeteilt. Obgleich die Hüftdysplasie eine Krankheit ist, unter der vor allem große Rassen leiden, gibt es aufgrund von Haltungsfehlern auch kleine Individuen, die das Krankheitsbild betrifft.

HD Hund – die Symptome

Diese Symptome lassen vermuten, dass euer Hund eine erblich bedingte Erkrankung der Hüftgelenke hat:

  • Er setzt sich häufig hin. Einige Hunde haben beim Hinsetzen starke Schmerzen und lassen sich deshalb fallen oder sacken einfach zusammen.
  • Der Hund spielt weniger, möchte nicht spazieren und meidet bestimmte Bewegungen.
  • Aufgrund der Fehlbelastung leidet er unter Verspannungen.
  • Die Leistungsfähigkeit nimmt ab.
  • Die verminderte Bewegung führt zu einem Abbau der Muskulatur.
  • Dieses trägt wiederum dazu bei, dass sich der Hund nur noch eingeschränkt bewegen kann. Das kann so weit führen, dass der Hund versteift und lahmt.
  • Wenn ihr die Hüfte zwischen euren Händen bewegt, könnt ihr ein Knirschen oder Knacken hören.
  • Der Hund signalisiert, dass er Schmerzen hat, indem er an der Hüfte leckt oder knabbert, jault, winselt, hechelt, zittert, gähnt oder schmatzt.
  • Die Hüftgelenke sind auffallend warm.
  • Euer Hund weicht Berührungen an den Hinterbeinen aus.

Die Ausprägung dieser Veränderungen fallen in Abhängigkeit zum Ausmaß der Erkrankung und zum Alter des Hundes sehr unterschiedlich aus. Nach dem Aufstehen sind die Symptome in der Regel aber besonders stark.

HD Hund Gangbild – so erkennt ihr eine Hüftdysplasie

Eines der Merkmale für die Hüftdysplasie beim Hund ist der merklich veränderte Gang:

  • Das Becken schwingt seitlich hin und her (im Fachjargon: LSÜ-Twist/lumbosakraler Übergangstwist)
  • Der Hund drückt sich mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig ab, wodurch ein hoppelndes Gangmuster entsteht
  • Der Hund nimmt eine instabil wirkende Schonhaltung ein:
    • breitbeinige Beinstellung
    • er dreht die Fersen nach innen ein (X-Beine)

Lebenserwartung Hund mit HD

Die Prognose eines unter Hüftdysplasie leidenden Hundes ist ziemlich schlecht, da man diese Ekrankung trotz fortschrittlicher Medizin nicht heilen kann. Ziel ist es, die Symptome so weit zu drosseln, dass der Hund möglichst lange schmerzfrei lebt. Mit voranschreitender Krankheit nehmen die Schmerzen zu, sodass er sich irgendwann nicht mehr richtig bewegen kann. Der Fokus der Behandlungsmöglichkeiten liegt deshalb auf der Schmerztherapie.

Der Erfolg hängt vor allem vom Diagnosezeitpunkt und dem körperlichen Zustand ab. Während einige Hunde eines natürlichen Todes sterben, muss man andere von ihrem Schmerz befreien. Die endgültige Entscheidung ist aber einzelfallabhängig und wird in Absprache mit dem Veterinär gefällt. Ob und wann dieser Fall eintritt, ist nicht allgemein vorherbestimmt.

Wie viel Bewegung beim HD Hund?

Hunde mit Hüftdysplasie müssen sich bewegen, um ihre Muskulatur aufzubauen. Es ist aber wichtig, dass die Beschäftigungsform dem Gesamtzustand entspricht:

Dos:

  1. Ihr solltet täglich mit eurem Hund spazieren gehen. Am schonendsten für die Gelenke ist ein weicher Untergrund (Beispiel: Wiese statt Asphalt).
  2. Falls der Hund im Alltag steile Hindernisse erklimmen muss (Beispiel: Treppen, Kofferraum), solltet ihr ihn mit einem Tragegeschirr unterstützen oder feste bzw. mobile Rampen verbauen.
  3. Beim Schwimmen fühlt sich der Hund schwerelos. Im Wasser kann er sich unbeschwert bewegen und die Gelenke tun dabei nicht/weniger weh. Schwimmen ist für Hunde mit Hüftdysplasie deshalb die ideale Bewegungsform. Außerdem stärken die kreisförmigen Bewegungen die Gesamtmuskulatur. Für Hunde, die sich nicht gerne im Wasser aufhalten, gibt es kreisende Trockenübungen. Lasst euch von einem Experten erklären, wie das “Trockenschwimmen” richtig geht.
  4. Physiotherapeuten für Hunde kennen sich mit den körperlichen Zusammenhängen aus. Sie können individuelle Übungspläne für euren Hund erstellen, die sowohl eine Schmerzlinderung erzielen können, als auch auf den Muskelaufbau ausgerichtet sind.
  5. Haltet regelmäßige Ruhepausen ein.

Don’ts:

  1. Vermeidet Sprünge, Treppen, Drehungen, sowie Start-, Stopp- und ähnliche Stoßbewegungen. Diese wirken sich nachteilig auf die Gelenke aus.
  2. Der Hund sollte sich zwar täglich bewegen, die Aktivitäten sollten aber schonend sein. Hundesport, ausgedehnte Spaziergänge und Sprints sind deshalb ebenfalls tabu.

Hüftdysplasie Hund OP-Kosten – das kommt auf euch zu

Wenn die Krankheit so weit vorangeschritten ist, dass Hilfstechniken wie die Physiotherapie keinen Erfolg mehr haben können, gibt es immer noch die Möglichkeit einer Operation. Die Kosten dafür liegen im Tausenderbereich (1.200 bis 4.600 Euro sind pro Seite anzunehmen). Die Größe des Hundes, das Krankheitsstadium und die Operationsmethode sind ein Teil der Preisgrundlage, nach der die Klinik ihre Kostenrechnungen erstellt.

Damit ist der chirurgische Eingriff an der Hüfte eine der teuersten Operationen, die am Hundekörper vorgenommen werden kann. In diesem speziellen Fall ist der Abschluss einer OP-Versicherung also durchaus zu empfehlen. Viele Versicherungsanbieter zahlen aber nur, wenn die Hüftdysplasie beim Hund  nicht angeboren ist. Falls ihr über einen Versicherungsabschluss nachdenkt, solltet ihr euch zunächst also gründlich über das Kleingedruckte informieren.

Zur Korrektur einer Hüftdysplasie beim Hund  gibt es nicht “die eine” Operation. Stattdessen kommen verschiedene Möglichkeiten in verschiedenen Preisklassen in Betracht:

DBO: Die DBO (Dreifache Beckenosteotomie) wird bei jungen Hunden angewandt. Bei diesem Eingriff durchtrennt der Tierarzt den Hüftknochen und schraubt ihn anschließend so zusammen, dass er im richtigen Winkel weiterwächst. Die DBO ist also eine Art der Prävention.

Künstliches Hüftgelenk: Ausgewachsene Hunde mit schwerer Hüftdysplasie bekommen ein neues Hüftgelenk. Das künstliche Gelenk (Gelenkpfanne und Gelenkkopf) ist eine Verbindung aus Plastik und Metall, die das betroffene Gelenk ersetzt, nachdem es dem Hund zuvor operativ entnommen worden ist.

Nervenresektion: Die Nervenresektion ist ein Eingriff, der die Hüftdysplasie beim Hund  nicht heilen, wohl aber die Schmerzen nehmen kann. Die entsprechenden Nerven werden dazu entfernt. Der Nachteil bei dieser Herangehensweise ist der, dass die Krankheit ungehindert voranschreiten kann.

Minimalinvasive OPs: Daneben gibt es auch noch minimalinvasive Behandlungsstrategien (Laser-HD-OP und PRP-Behandlung), die das Gelenk von innen heraus stärken sollen.

Habt ihr auch einen Hund, der unter einer Hüftdysplasie leidet? Berichtet uns über eure Erfahrungen in den Kommentaren!

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