11.10.2022

Der Hund frisst Kot!

Ursachen und Hilfen bei der Problemlösung

Viele Hundebesitzer sind angewidert und entsetzt, wenn der Vierbeiner bei der täglichen Gassirunde genüsslich schmatzend vor einem Kothaufen steht und es klar ist der Hund frisst Kot! Doch warum fressen manche Hunde Fäkalien, während andere daran nur schnuppern oder desinteressiert vorbeilaufen? Und wie schädlich ist dieses Verhalten für die Gesundheit des Tieres?

Der Hund frisst Kot: Warum?

Wohl jeder Hundebesitzer wird sich angewidert fragen: Warum frisst mein Hund Hundekot? Das für Menschen ekelhaft wirkende Verhalten kann gleich mehrere Ursachen haben. Um die richtige zu finden und abstellen zu können, sollte sich der Hundehalter also über folgende Dinge den Kopf zerbrechen:

Revierverhalten

Hunde, die eher dominant sind und ihr Territorium stark für sich beanspruchen, erkennt man häufig daran, dass Hundebegegnungen im näheren Umkreis des Hauses oder auf oft besuchten Wegen viel schlechter verlaufen als in fremder Umgebung. Sie fressen in einigen Fällen den Kot ihrer Artgenossen, um so zu vermeiden, dass sich fremde Duftspuren und somit Markierungen in ihrem Revier befinden.

Hunger

Vierbeiner, die auf Diät gesetzt wurden oder aus (falscher und gefährlicher) Sparsamkeit des Halters zu wenig Futter bekommen, suchen sich ihr Essen häufig draußen. Finden sie beim Spaziergang nichts besseres, fressen sie eben auch Kot, um den Hunger zu stillen.

Mangelernährung

Bei der Fütterung minderwertigen Futters kommt es ebenfalls häufig zu Mangelerscheinungen, da der Hund seinen täglichen Bedarf an Vitaminen, Nährstoffen und Mineralien nicht oder nur teilweise decken kann. Dies versucht er durch das Aufnehmen von Kot, auch Koprophagie genannt, auszugleichen.

Stress

Frisst der Hund auffällig häufig Kot, obwohl er weiß, dass er dafür Ärger vom Besitzer bekommt, kann das ein Hilfeschrei sein: Er fühlt sich gestresst oder zu wenig beachtet. Denn auch negative Aufmerksamkeit ist besser als gar keine.

Lockstoffe im Futter

In vielen, vor allem in minderwertigen Hundefuttern werden starke Lockstoffe eingesetzt, um die Tiere zum Fressen zu animieren. Sie übertünchen den unangenehmen Geruch, der durch die Verwendung minderwertiger Inhaltsstoffe entstehen kann. Oft sind diese Duftstoffe so stark, dass sie selbst nach dem Durchwandern des Verdauungstraktes noch zu riechen sind. Das bringt die Vierbeiner dazu, ihren eigenen Kot oder den fremder Hunde zu fressen.

Sauberkeit

So absurd es klingen mag. Einige Hunde fressen tatsächlich Kot, weil sie sehr reinlich sind! Das trifft natürlich auf Hundemütter zu, die den Kot ihrer Welpen fressen, um die „Kinderstube“ sauber zu halten. Leider fällt dieses Verhalten jedoch häufig auch bei Zwingerhunden auf, deren Unterkunft nicht regelmäßig gereinigt wird.

Übermäßige Belastung

Hunde, welche ständig sehr viel bewegt werden, wie im Hundesport oder bei extrem langen Wanderungen, Joggingrunden o. Ä., nehmen oft hin und wieder Kot zu sich. Sie versuchen damit, ihren Energiebedarf zu decken, wenn nach der körperlichen Anstrengung nichts anderes vom Halter zur Verfügung gestellt wird.

Gestörte Darmflora

Ist die Darmflora des Hundes gestört, funktioniert die Verdauung schlechter. Viele Vierbeiner versuchen dann, durch das Fressen von Kot die dringend benötigten Darmbakterien von außen zuzuführen – ganz instinktiv.

Was sind die Ursachen des Kotfressens bei Hunden?

Was fehlt einem Hund wenn er Kot frisst? Wie oben bereits erwähnt, ist die Bandbreite an möglichen Gründen groß: Von zu wenigem und/oder minderwertigen Futter über psychische Ursachen wie Langeweile, dem Kampf um Aufmerksamkeit oder Reinlichkeit bis hin zu Lockstoffen, welche selbst den Kotgeruch überlagern, sind viele Ursachen möglich.

Hier ist der Halter gefragt: Neigt der Vierbeiner öfter zu diesem Verhalten, ist es wichtig, den Grund dafür herauszufinden. Ein kritischer Blick auf die Zutatenliste des Futters sowie die Fütterungsempfehlungen helfen ebenso wie selbstkritisches Hinterfragen. Bekommt der Hund ausreichend Beschäftigung? Achtet der Halter beim Gassigehen auf den Hund und animiert ihn zum Spielen oder trottet er nur gelangweilt hinterher, eventuell mit Blick aufs Smartphone oder Handy am Ohr?

Um einen Nährstoffmangel auszuschließen, kann auch der Tierarzt konsultiert werden; dieser kann die Werte anhand eines Blutbildes bestimmen und im Zweifelsfall ein besser geeignetes Futter empfehlen.

Ist es gefährlich, wenn der Hund Kot frisst?

Hat der Hund einen fremden Haufen aufgenommen, fragen sich Herrchen oder Frauchen meist:
Ist Kot fressen für Hunde gefährlich? Prinzipiell ist es zwar recht abscheulich anzusehen, aber nicht gefährlich, wenn ein Hund Kot frisst. Immerhin sind die treuen Begleiter des Menschen ursprünglich Aasfresser, welche auch mit Nahrung klarkommen, die wir als nicht geeignet betrachten. Kommt das allerdings zu häufig vor, kann eine Mangelernährung dahinter stecken, welche längerfristig starke negative Auswirkungen auf die Unversehrtheit des Vierbeiners haben kann.

Gefährlich wird das Kotfressen erst dann, wenn der Hund Fäkalien eines vergifteten oder kranken Tieres aufnimmt. Durch die im Kot enthaltenen Bakterien besteht höchste Ansteckungsgefahr! Und: Am Aussehen des Kotes erkennt man fast nie, ob er von einem kranken oder gesunden Tier (oder Menschen) stammt. Daher ist jeder gefressene Kothaufen einer zuviel! Auch die Ansteckung mit Würmern ist gerade im Sommer riesig.

Außerdem können im Kot Rückstände von Medikamenten enthalten sein. Handelt es sich um artfremden Kot, kann es sich dabei um Substanzen handeln, welche für Hunde giftig sind. Im schlimmsten Fall drohen Vergiftungen, die bis zum Tod führen können.

Auch für die Halterfamilie ist das Kotfressen des Hundes nicht ganz ungefährlich: Häufig lecken Hunde Hände oder sogar Gesicht ab. Dann gelangen Bakterien, Parasiten und Co. aus dem Maul des Hundes an die menschliche Haut, es drohen Krankheiten, Wurmbefall und andere Unannehmlichkeiten. Gerade kleinere Kinder sind oft besonders gefährdet, da sie öfter als Erwachsene die Finger in den Mund stecken.

Zudem: Frisst der Hund unkontrolliert die Hinterlassenschaften anderer Tiere oder Menschen, wird er sich auch ansonsten nicht davon abhalten lassen, draußen gefundenes zu fressen. Da heutzutage immer häufiger von Giftködern, Rasierklingen, die in Hackfleisch, Brötchen oder anderem Essen versteckt werden, berichtet wird, stellt das Kotfressen also auch ein allgemeines Erziehungsproblem dar.

Kotfressen beim Hund verhindern

Eine schwierige Frage, die sich betroffenen Hundebesitzern stellt: Was kann man tun, wenn der Hund Kot frisst? Erzieherische Maßnahmen wie „Nein“, „Pfui“ oder „Aus“ zu konditionieren, ist wichtig. Dies hilft aber vor allem auf lange Sicht. Frisst der Hund öfters Ausscheidungen, müssen Sofortmaßnahmen ergriffen werden: Neben der oben erläuterten Ursachenforschung sollte der Vierbeiner an der (langen) Leine gelassen werden, bis ein Abbruchkommando erarbeitet wurde und sehr sicher sitzt.

Das Kotfressen muss für den Hund als unangenehme Erfahrung in Erinnerung bleiben: Wird er auf frischer Tat ertappt, kann der Halter ihn ein wenig unsanft vom Haufen beseitigen. Frisst der Vierbeiner in einiger Entfernung, kann ein Schlüsselbund oder eine Wurfkette geworfen werden. Bitte immer neben den Hund zielen, er soll auf keinen Fall getroffen werden!

An übersichtlichen Stellen kann der Hundehalter selbst nach den Hinterlassenschaften suchen, um das geliebte Haustier vorsichtig davon wegzulotsen. Zudem ist es empfehlenswert, den Hund nicht mit ganz leerem Magen zum Spaziergang mitzunehmen, um ein exzessives Suchen nach Essbarem zu vermeiden.

Ansonsten hilft es, den Vierbeiner stets im Blick zu haben und sich ausgiebig mit ihm zu beschäftigen: Das lenkt nicht nur von den umherliegenden Kothäufen ab, sondern stärkt die Bindung zwischen Hund und Besitzer und sorgt so für ein harmonischeres Miteinander.

Hausmittel gegen das Kot Fressen

Auch das Füttern von (für uns Menschen) übelriechenden Leckereien soll helfen: So können Pansen, aber auch Harzer Käse den Appetit auf eigenen oder fremden Kot stillen. Warum hilft Harzer Käse gegen Kotfressen? Wissenschaftlich ist die Wirkung bisher nicht bewiesen, aber die enthaltenen Milchsäurebakterien bauen die Darmflora auf – ein unausgeglichenes Verhältnis der Bakterien im Darm ist einer der Gründe, aus dem einige Hunde Kot fressen.

Wie viel Harzer Käse für einen Hund? Der berühmt-berüchtigte „Stinkekäse“ enthält fast keine Laktose und ist daher optimal geeignet für Hunde. Zu viel davon sollten sie dennoch nicht fressen: Ab und zu ein kleines Stück als Leckerli ist jedoch völlig in Ordnung. Bei der Dosierung sollte sich der Halter vor allem an Größe und Gewicht des Vierbeiners orientieren.

Was ihr tun solltet, wenn euer Hund Kot gefressen hat

Wichtig ist es, eventuelle Kotreste von den Zähnen des Hundes zu entfernen. Sonst verteilen sie sich beim Putzen im Fell und können so durch Streicheln und andere Berührungen zum Menschen gelangen.

Am besten funktioniert das mit Snacks zum Kauen. Knochen und Rinderhaut sind gut geeignet, ebenso andere getrocknete Fleischsnacks. Aber auch ein Apfel oder eine Karotte können wahre Wunder bewirken.

Zudem sollte der Hund nun viel trinken. Ein paar Tropfen Milch im Wasser regen den Vierbeiner an, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen, und neutralisieren unangenehme Gerüche. Bei Tieren mit empfindlichen Magen sollte jedoch darauf verzichtet werden.

Im Zweifelsfall können die Zähne mit einer weichen Zahnbürste sanft gereinigt werden, um zu vermeiden, dass Kotreste an oder zwischen ihnen haften bleiben.

In den nächsten Stunden sollte der Halter den Hund zudem aufmerksam im Auge behalten. Zeigt er Vergiftungserscheinungen, ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen. In solchen Fällen kann jede Minute lebensrettend sein! Auch auf Durchfälle, Erbrechen und andere Symptome muss in den folgenden Tagen vermehrt geachtet werden, schließlich könnte sich der Hund mit einer Krankheit infiziert haben. Ebenso ist empfehlenswert, nach dem Fressen von Kot eine Wurmkur durchzuführen, um den Befall mit Parasiten zu vermeiden.

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