28.06.2022

Camping mit Hund

Tipps für einen tollen Campingurlaub mit dem Vierbeiner

Camping mit Hund ist ein aufstrebender Trend, da viele Campingplätze ihre Angebote mittlerweile auch an vierbeinige Kunden adressieren. Im Hinblick auf die Planung kann aber zunächst ein kleiner Mehraufwand entstehen.

Camping mit Hund: Was ist zu beachten?

Camping ist eigentlich eine simple Urlaubsform. Wenn Hunde dabei sind, ist eine sorgfältige Planung jedoch unbedingt erforderlich. Welche Regeln gelten auf dem Campingplatz und sind Hunde dort erlaubt? Während einige Campingplätze auf ihrer Website mit ihrer Hundefreundlichkeit werben, sagen andere Campingplatzbetreiber nichts dazu. Fragt in einem solchen am besten telefonisch nach. Außerdem können die Regeln bezüglich der Unterbringung des Hundes sehr verschieden ein. So gibt es beispielsweise Campingplätze, die keine Hunde in Zelten tolerieren.

Stellt euch darauf ein, dass dieser Verhaltenskodex gilt:

  • Es herrscht Leinenpflicht.
  • Der Hund muss immer unter Aufsicht sein. Am besten bindet ihr euren Hund am Wohnwagen/Auto oder an einer Bodenverankerung für Hunde an.
  • Der Hund sollte wenig bis gar nicht bellen. Richtet ihm einen Ruheort und im Bedarfsfall auch einen Sichtschutz ein. Kauartikel sind ein weiteres Hilfsmittel, um stressbedingtes Bellen zu reduzieren.
  • Die Hinterlassenschaften des Tieres werden sogleich entfernt. Achtung: An manchen Orten müsst ihr den Geruch anschließend neutralisieren.

Wie viel kostet Camping mit Hund?

Neben den veterinärmedizinischen Kosten im Vorfeld (Impfschutz, Chip, Gesundheitszeugnis), werden am Zielort auch laufende Kosten für Futter und ein Hundetarif am Campingplatz entstehen. Wie führt ihr den Hund ans Autofahren/ans Wohnmobil heran? Während einige Hunde gerne Autofahren, bekommen andere einen flauen Magen oder haben Angst. Führt euren Hund kleinschrittig an das Reisegefährt heran.

So baut ihr eine positive Verknüpfung auf:

  1. Schickt den Hund auf Erkundungstour. Er darf das Auto beschnuppern und genau unter die Lupe nehmen.
  2. Füttert die Mahlzeiten im Inneren des Wohnmobils/im Kofferraum.
  3. Fahrt zunächst eine kurze und später eine längere Distanz.
  4. Schließt die Trainingseinheiten mit einem positiven Erlebnis, wie einem gemeinsamen Spaziergang ab.

Wie sieht die richtige Planung aus?

Bei einer Autofahrt mit Hund sollte die Route nicht primär schnell, sondern möglichst stressfrei sein. Achtet bei der Reiseplanung auf regelmäßige Pausen, geeignete Rasthöfe (mit Grünstreifen etc.) und umfahrt die Stellen, an denen es sich häufig staut. Mit der Satellitenansicht von Google Maps erkennt ihr die örtlichen Bedingungen.

Planungspunkte zum Campingplatz:

  • Gibt es spezielle Bereiche zum Gassigehen?
  • Gibt es einen Bereich, an dem der Hund frei laufen kann?
  • Werden in der Nähe spezielle Hundeangebote angeboten? (Hundewiese, Hundeschule und Co.)?
  • Ist die Bodenbeschaffenheit für Hundepfoten angenehm?
  • Gibt es auf dem Campingplatz eine Hundeecke oder zelten Gäste mit und ohne Hund zusammen?
  • Muss der Hund einen Maulkorb tragen?
  • Welche Hunderassen sind am Urlaubsort erlaubt?

Wie sieht der ideale Stellplatz aus?

Aufgrund der vielen Eindrücke ist der Stresspegel für den Hund beim Campen allgemein sehr hoch. Der Zelt- oder Stellplatz sollte deshalb nach Möglichkeit in ruhigen Randgebieten sein. Falls der Hund aufgrund der Geräuschkulisse (Musik, Gewitter, Stimmengewirr) unruhig wird, sollte er sich ins Auto oder Wohnmobil zurückziehen können.

Das solltet ihr einpacken beim Camping mit Hund

Camping mit Hund erfordert eine gute Planung und eine große Menge Zubehör:

Schlafplatz: Der Schlafplatz kann beispielsweise eine Kombination aus Kuscheldecke und Isomatte sein. Spezielle Hundeschlafsäcke eignen sich aber ebenfalls dafür. Falls ihr mit einem Wohnmobil reist, kann die Schlafstätte des Hundes etwas komfortabler sein. Je nach Platz bieten sich Hundebetten, Hundesofas oder Transportkisten mit ausgepolstertem Innenleben an.
Wichtig ist, dass die Materialien vor Kälte schützen und waschbar sind. Im Sommer können ergänzend dazu auch Kühlunterlagen zum Einsatz kommen.

Reiseapotheke: Erste-Hilfe-Sets für Hunde sind so zusammengestellt, dass der Hundehalter gut für Standardverletzungen gewappnet ist. Wichtig: Die einzelnen Inhaltsbestandteile sollten noch nicht abgelaufen sein. Ein Handbuch, das die Handlungsschritte in einer Notfallsituation grafisch darstellt, ist ein wichtiges Helferlein.

Die folgenden Artikel sollten in der Reiseapotheke enthalten sein:

  • Aktivkohle/Medikamente gegen Durchfall, Erbrechen und Reiseübelkeit
  • Augenreiniger/Augencreme
  • Beruhigungsmedikamente
  • Creme zur Juckreizlinderung
  • Desinfektionsmittel
  • Flohschutzmittel
  • Schmerzmittel
  • Verbandsmaterial
  • Wurmkur
  • Zeckenzange/Zeckenschutz

Reiseunterlagen: Die Einreisebestimmungen können zwischen den Ländern variieren. Während einige Staaten eine aktuelle Tollwutimpfung verlangen, fordern andere ein Gesundheitszeugnis und womöglich sogar das Einhalten einer Quarantäne ein. Grundsätzlich gilt: Der Hund sollte einen implantieren Mikrochip haben und mit einem EU-Heimtierausweis ausgestattet sein.

Tipp: Überprüft den Auslandsschutz, falls ihr Versicherungen für eure Hunde abgeschlossen habt.

Nahrungsmittel: Um Stress und Verdauungsbeschwerden zu vermeiden, sollte der Hund während des Urlaubs sein gewohntes Futter bekommen.

So sieht die ideale Futtercheckliste samt der benötigten Utensilien aus:

Reinigungsmaterial: Hundestrände sind toll. Allerdings schleppen die geliebten Vierbeiner eine ganze Menge Sand mit in die Wohnbereiche ein. Deshalb sollten Handkehrer und Wischtücher in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Schlechtwetter-Zubehör: Wenn es regnet, entwickeln Hunde einen strengen Eigengeruch. Außerdem versuchen sie sich durch kräftiges Schütteln von der Feuchtigkeit in ihrem Fell zu befreien. Was in den eigenen vier Wänden schon unangenehm ist, kann in einem gemieteten Wohnmobil zu Diskussionen bei der Fahrzeugübergabe führen. Viele Hundehalter setzen deshalb gerne Regendecken ein. Handtücher sollten ebenfalls vorhanden sein.

Fellpflege: Der Fellwechsel des Hundes legt während des Urlaubs natürlich keine Pause ein. Die Fellpflege wird am Urlaubsort also in den üblichen Zeitabständen und mit den gewohnten Hilfsmitteln (Bürste, Schermaschine) fortgeführt.

Wasser: Auf den Straßen kann es schon mal holprig sein. Deshalb gibt es praktische Näpfe mit Überschwapp-Funktion. Falls ihr den Napf bei Ausflügen nicht mitnehmen wollt, könnt ihr in eine Hundeflasche investieren. Bei dieser ist der Napf bereits in die Flasche integriert. Stellt zudem sicher, dass ihr eine kleine Wasserreserve in eurem Auto oder Wohnmobil unterbringt.

Das Zelt: Das Zelt sollte sich an der Aufenthaltsdauer, der Menge an Gepäck, der Personenzahl so wie der Größe des Hundes orientieren. Zwei-Personen-Zelte sind für größere Hunde zu klein, weshalb Familienzelte zu empfehlen sind. Wichtig ist auch, dass das Zelt sicher zu verschließen ist, damit sich der Hund nicht unbemerkt befreien kann.

Diese Dinge können ebenfalls sehr nützlich sein:

  • Maulkorb
  • Leine, Halsband und/oder Brustgeschirr
  • Adressanhänger
  • Spielsachen und alternatives Beschäftigungsmaterial
  • Kotbeutel

Campingplatz mit Hundestrand: Das sind die besten Orte zum Campen mit Hund

Zweibeiner denken bei ihrer Campingplanung häufig an einen Strandurlaub. Glücklicherweise lassen sich die Interessen vieler Hunde hervorragend damit kombinieren.

Die nachfolgenden Campingplätze haben nicht nur einen guten Ruf, sondern auch einen tollen Hundestrand:

  1. Der Lanterna in Istrien in Kroatien: Hier gibt es einen Spielplatz für Hunde, einen Strand, einen Hundefrisör und ein kleines Zoogeschäft.
  2. Čikat auf Lošinj und Slatina auf Cres: Beide Campingplatzbetreiber haben sich für ein rundum hundefreundliches Urlaubserlebnis zusammengetan. Das Konzept richtet sich explizit an Hundehalter, weshalb bei dem umfassenden Angebot (Hundetrainer, Trainingsparcours, Strand, Hundedusche, Hundebetten, Freilaufbereich) keine Wünsche mehr offen sind.
  3. Campingplatz Harlesiel in Deutschland: Strand und Campingplatz sind in Bereiche für Camper ohne und solche mit Hunden unterteilt. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Beteiligten mit ihrem Aufenthalt zufrieden sind. Angrenzend an den Stellplatz gibt es darüber hinaus Hundewanderwege und ein weitläufiges Naturschutzareal. Übrigens: Kotbeutelchen müsst ihr nicht extra mitbringen, denn die bekommen Hundehalter am Anmeldeschalter umsonst.

Weitere schöne Orte für das Camping mit Hund

Sofern der Campingplatz in die Natur eingebettet ist, kommen die Hunde auf ihre Kosten – auch ohne Strand.

Diese Campingplätze gelten als hundefreundlich und sind aufgrund ihrer natürlichen Lage weiterzuempfehlen:

  1. Österreich, Grubhof: Panoramablick, Wanderwege, wilde Wasser, Berglandschaft
  2. Dänemark, CamperParken: kleine Campinganlage, mit direktem Zugang zum Wald und einem kleinen Fluss
  3. Schweiz, Camping Tresiana: naturnah, umgeben von Flüssen, Wiesen und Wäldern mit zahlreichen Möglichkeiten zur gemeinsamen Outdoorbeschäftigung
  4. Belgien, Camping du Moulin: Outdooraktivitäten, Flüsse, Schluchten, Täler, weite Wälder mit Wasserfall
  5. Deutschland, Wohnmobilhafen am Rande des Kurparks: ruhige Lage, angrenzender Nationalpark mit Fluss

Wohnmobil mit Hund: Das müsst ihr wissen

Die Reise mit einem Wohnmobil wirft eine ganze Reihe Fragen auf:

Welches ist das beste Sicherungssystem?

Hunde werden gesetzlich als Ladung betrachtet und müssen deshalb vorschriftsmäßig gesichert sein. Sicherungsmethoden, wie die Unterbringung im Kofferraum oder Gurte, werden vom ADAC nicht empfohlen, da sie Spiel haben und somit nicht vor Verrutschen sicher sind.

Demgegenüber erfüllen befestigte Transportboxen alle Sicherheitskriterien. Alternativ dazu bieten einige Dienstleister maßgeschneiderte Sicherheitselemente (wie passgenaue Hundegitter) an.

Den Hund im Wohnmobil lassen – ist das ok?

Für die Antwort dieser Frage kommt es entscheidend auf die Temperaturen an. Autos und Wohnmobile können im Sommer eine unterschätzte Hitzefalle ein. Ob es im Wohnmobil zu heiß wird, könnt ihr ganz einfach mit einem Selbsttest ausprobieren. Generell gilt: Schaltet bei Bedarf die Klimaanlage ein und sucht schattige Stellplätze aus. Da die Klimaanlage die Augen, Atemwege sowie die Nackenmuskulatur belasten kann, sollte der Ruheplatz des Hundes zumindest nicht in unmittelbarer Nähre zum Gebläse stehen.

Hinweis: Kurzköpfige Hunde (wie Möpse) und Hunderassen, mit dickem Fell (wie Huskys), haben mit der sommerlichen Hitze eher ein Problem.

Wart ihr schon mal mit eurem Hund beim Campen? Wir freuen uns, eure Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren zu lesen!

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