21.12.2022

Kastration bei Katzen

alles über Vorteile, Ablauf und Kosten

Habt ihr ein Katzenbaby bei euch aufgenommen, das bald geschlechtsreif wird? Oder lebt ihr mit einer ausgewachsenen Samtpfote zusammen, die nicht kastriert ist? Dann informiert euch über die Kastration der Katze. Dieser operative Eingriff verhindert bei Freigängern, dass sich unerwünscht Nachwuchs ankündigt. Doch auch bei Stubentigern hat eine Kastration gewisse Vorteile. Welche das sind, wie eine Kastration bei der Katze abläuft und welche Kosten auf euch zukommen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was ist eine Kastration der Katze?

Unter der Kastration einer Katze bzw. eines Katers versteht man das Entfernen der Keimdrüsen, die Geschlechtshormone produzieren. Bei der Katze sind das die Eierstöcke, beim Kater die Hoden. Ziel des operativen Routineeingriffs ist, dass eure Katze keinen Nachwuchs bekommen bzw. zeugen kann.

Wie läuft sie ab?

Zunächst einmal stellt ihr eure Katze bei einem Tierarzt vor. Dieser untersucht das Tier auf seine Narkosefähigkeit vereinbart mit euch einen Termin zur Kastration der Katze. In einem Gespräch erfahrt ihr, welche Dinge es zu beachten gibt. Dazu gehört unter anderem, dass euer felliges Familienmitglied nüchtern zur Kastration erscheint. Das bedeutet, dass ihr eurer Katze 8 bis zwölf Stunden vor dem Eingriff nichts mehr zu fressen gebt. Das ist wichtig, damit es bei dem Eingriff nicht zu Komplikationen kommt. Denn wenn sich Futter im Magen befindet, kann es während der Narkose zum ungewollten Erbrechen kommen. Im schlimmsten Fall kann die Katze bei der Kastration an ihrem Erbrochenen ersticken. Daher haltet euch unbedingt an den Futterentzug, auch wenn es schwerfällt. Achtet bei Freigängern darauf, dass sie auch draußen nichts aufnehmen. Am besten gelingt das, wenn ihr eure Katze am Abend vor der Kastration im Haus lasst.

Kastration beim Kater

Wird ein Kater kastriert, handelt es sich nur um einen kleinen Eingriff. Der Tierarzt verschafft sich einen Zugang zu den Hoden und den Samenleitern mit zwei kleinen Schnitten. Dann bindet er die Samenleiter und die dazugehörigen Blutgefäße ab. Im Anschluss entnimmt er die Hoden. Die entstandene Öffnung ist so klein, dass zum Verschließen meist ein Sprühverband genügt.

Eine Katze kastrieren

Eine Katze zu kastrieren, ist etwas aufwendiger. Denn um die Keimdrüsen, die die Geschlechtshormone bilden, zu entfernen, muss der Tierarzt die Bauchdecke mit einem Skalpell öffnen. Durch einen Schnitt am Unterbauch entnimmt der Tierarzt die Eierstöcke sowie die Gebärmutter. Im Anschluss näht er die Öffnung schichtweise zu. Dabei wählt er selbst auflösende Fäden für die Nähte im Körperinneren. Die letzte Naht am Unterbauch näht er mit Fäden zu, die er nach rund 10 Tagen zieht. Damit die Operationsnaht nicht aufreißt, kommt ein Pflaster zum Einsatz.

Nach der Operation

Ist der Eingriff abgeschlossen, kommt euer Kater oder eure Katze in den Aufwachraum der Praxis. Während der Aufwachphase beobachtet das Praxisteam euer Haustier. Ist eure Samtpfote erwacht, dürft ihr sie nach Hause holen. Was tun, damit Katze nicht an Wunde leckt? Damit weder Katze noch Kater die Wunde belecken, gibt der Veterinär eine Halskrause mit. Alternativ könnt ihr auch ein Body verwenden, der die Operationswunde abdeckt.

Der Unterschied zwischen Sterilisation und Kastration von Katzen

Eine Katze wird sterilisiert, ein Kater kastriert. Diese Annahme hält sich hartnäckig. Obwohl sie so nicht ganz stimmt. Beide Geschlechter können sowohl kastriert als auch sterilisiert werden. Beide Eingriffe sind dafür da, dass die Katze keinen Nachwuchs zeugen kann. Bei der Sterilisation schneidet der Tierarzt die Eileiter bei der Katze und die Samenleiter beim Kater durch bzw. verödet diese. Hoden oder Gebärmutter werden nicht entfernt. Somit wird die Hormonproduktion aufrechterhalten. Das bedeutet, dass Katzen weiterhin rollig werden, sich aber nicht mehr fortpflanzen können.

Tierärzte sprechen sich für das Kastrieren aus

Ihr fragt euch nun: Was ist besser, Katze sterilisieren oder kastrieren? Da bei einer Sterilisation unerwünschte oder für das Tier belastende Verhaltensweisen, wie Rolligkeit oder aggressives Revierverhalten bleibt, raten die meisten Tierärzte zu einer Kastration bei Katze und Kater.

Wann ihr die Katze kastrieren solltet

Katzenbesitzer fragen sich: In welchem Alter sollte man Katzen kastrieren? In der Regel lassen Katzenbesitzer ihre Freigängerkatzen vor Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren. Sie sind dann zwischen vier und sechs Monate alt. Bei Stubentigern kann die Kastration zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Jedoch müssen Katzenbesitzer dann damit rechnen, dass der Kater beginnt, die Wohnung mit seinem Duft zu markieren. Dieser riecht sehr streng und unangenehm. Wohnungskatzen, die rollig sind, versuchen durch lautes Schreien, Duft- und Kratzmarkierungen einen Kater anzulocken. Das kann sehr nervenaufreibend sein und so manchen Katzenliebhaber um seinen Schlaf bringen. Kann man eine Katze zu spät kastrieren? Eine Kastration ist bei vorliegender Narkosefähigkeit in jedem Alter möglich. Aufgrund der genannten Nachteile bei unkastrierten Tieren raten Experten zu einer möglichst frühen Kastration.

Vorteile einer Kastration bei Katzen

Gleich mehrere Vorteile sprechen für eine Kastration bei Katzen:

  • Tierschutz: Eure Katze bekommt keinen Nachwuchs, der eventuell im Tierheim landet. Auch wenn Katzenbabys süß sind, gibt es nicht immer genügend verantwortungsbewusste Abnehmer. Nicht umsonst sind die Tierheime überfüllt mit Katzen.
  • Psyche: Für eine Katze, die keinen Kater in der Nähe hat, bedeutet jede Rolligkeit großer Stress. Dieser wird durch eine Kastration eliminiert. Kater, die kastriert sind, zeigen weniger Aggressionen. Außerdem streunen sie nicht umher, um eine deckungsbereite Katze zu finden.
  • Gesundheit: Das Infektionsrisiko für Katzenkrankheiten wie FeLV (Leukose) und FIV (sogenanntes „Katzen Aids“) ist niedriger. Zudem wird das Risiko für hormonell bedingte Erkrankungen wie Prostataerkrankungen oder Gesäugetumore minimiert.
  • Zusammenleben: Das geruchsintensive Markieren findet mit der Kastration ein Ende. Zudem gelten kastrierte Katzen als zutraulicher und zeigen seltener aggressives Verhalten.

Nachteile und Nebenwirkungen der Kastration

Bekanntlich hat jede Medaille immer zwei Seiten. Neben den vielen Vorteilen einer Kastration gibt es auch gewisse Nachteile. Zu diesen gehören:

  • Umstellung des Stoffwechsels: Kastrierte Tiere haben genauso viel Appetit wie unkastrierte Katzen. Jedoch verbrauchen Sie weniger Kalorien. Passen Katzenbesitzer die Futterrationen nicht an, kann es zu Übergewicht bei kastrierten Katzen kommen.
  • Operationsrisiken: Wie bei jeder Operation ist auch eine Kastration mit gewissen Risiken verbunden. Dazu gehören Kreislaufprobleme und Blutungen. Daher untersucht der Tierarzt die Katze vor der Kastration gründlich. Da nur narkosefähige Tiere kastriert werden, ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen sehr gering.

Das müsst ihr vor und nach der Kastration beachten

Genau wie bei Menschen gilt bei Katzen: nüchtern zur Operation erscheinen. Die Katze darf 8 bis zwölf Stunden vor dem Eingriff nichts fressen. Wie lange darf eine Katze vor der Kastration nichts trinken? Auch die Flüssigkeitszufuhr sollte vor einem operativen Eingriff reduziert werden. Bitte achtet darauf, dass eure Katze zwei Stunden vor der Kastration nichts mehr trinkt.

Nach der Kastration ist eure Fellnase wahrscheinlich sehr müde und kann etwas wackelig auf den Beinen sein. Achtet darauf, dass es an dem Tag ruhig und stressfrei bei euch zu Hause ist. Zudem zeigen weibliche Katzen nach dem Kastrieren weniger Bewegungsfreude. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass eure Samtpfote nicht nach draußen geht. Des Weiteren sollte sie so wenig wie möglich springen oder Treppen laufen. Beides kann dafür sorgen, dass sich die Wundheilung verzögert. Wie lange darf eine Katze nach der Kastration nicht springen? Das ist von Katze zu Katze unterschiedlich, jedoch gelten acht Tage nach der Operation als grober Richtwert. Nähere Auskünfte gibt euch der Tierarzt bei dem Nachsorgetermin. Wann darf Katze nach Kastration wieder Treppen laufen? Eine frisch operierte Katze sollte bis die Wundnaht vollständig verheilt ist, keine Treppen steigen.

Verändertes Verhalten nach einer Kastration

Eine Kastration kann Wesensveränderungen mit sich bringen. Wie verändert sich das Verhalten einer Katze nach der Kastration? In der Regel werden Katzen ruhiger, zutraulicher und zeigen seltener aggressives Verhalten. Habt ihr einen sehr aufgeweckten Stubentiger zu Hause und fragt euch: Wie lange dauert es, bis Katze nach Kastration ruhiger wird? Das ist unterschiedlich. Bis sich der Hormonhaushalt reguliert hat, kann es einige Tage bis zu einigen Wochen dauern.

Das perfekte Krankenlager nach der Katzenkastration

Damit sich euer felliges Familienmitglied rasch von der Operation erholt, brauch es eure Unterstützung. Richtet der Katze ein ebenerdiges Krankenlager ein. Es sollte kuschelig warm sein und sich in einer ruhigen Ecke befinden. Vermeidet in den ersten Tagen nach dem Eingriff laute Musik, viel Trubel im Haus oder andere Ereignisse, die die frisch operierte Katze stören könnten. Im besten Fall nehmt ihr euch ein paar Tage Urlaub und leistet eurer Katze ein wenig Gesellschaft. Wie lange dauert es, bis Katze nach Kastration fit ist? Die meisten Katzen sind nach acht bis zehn Tagen nach der Kastration wieder fit. Katzen brauchen etwas länger, um sich zu erholen als Kater. Ob und wann eure Katze wieder spielen, toben und nach draußen darf, kann euch euer Tierarzt sagen.

Diese Kosten kommen auf euch zu

Die Kosten einer Kastration werden von den Tierbesitzern getragen. Doch: Was kostet eine Kastration bei Katzen? Die Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Der Preis für eine Kastration liegt circa zwischen 150,- und 550,- Euro. Neben den eigentlichen Operationskosten sind in dieser Summe Verbandsmaterial, Narkosemittel, Nachuntersuchungen, Medikamente und Halskrause/Body inkludiert.

Eine Kastration lohnt sich

Viele Katzenhalter entscheiden sich für eine Kastration. Das aus gutem Grund, denn die Vorteile überwiegen. Zudem sind die Risiken bei dem Routineeingriff sehr gering. Halter und Katze profitieren von den positiven Folgen der Kastration. Außerdem tragen besonders Besitzer von Freigängern dazu bei, dass weniger unvermittelbare Kitten im Tierheim landen. Zudem wird auch die Verbreitung von Katzenkrankheiten minimiert.

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