27.08.2021

Hundesitter oder Hundepension

Was tun wenn der Hund nicht mit in den Urlaub kann?

Viele Hundehalter können ihren Hund nicht permanent betreuen und weichen deshalb auf Hundepensionen oder Hundesitter aus. Doch worin unterscheiden sich die Betreuungsformen überhaupt und welche davon passt am besten zu euch und eurem Hund?

Hundepension oder Hundesitting – was sind die Unterschiede?

Der Urlaub steht vor der Tür und ihr fragt euch nun, wo ihr den Hund während eurer Abwesenheit unterbringen könnt? Neben individuellen Präferenzen (auch des Hundes), entscheiden Faktoren, wie die Lage, die fachlichen Kenntnisse des Personals und das Budget. Hauptsächlich werden die Möglichkeiten der Urlaubsbetreuung in zwei große Gruppen unterteilt: das Hundesitting und die -pension.

Hundepension

Diese Attribute treffen auf Hundepensionen zu:

  • Hundepensionen bieten die Unterbringung einzelner oder mehrerer Hunde an.
  • Die Hunde werden in Zimmern, Zwingern oder Kombi-Einrichtungen untergebracht.
  • Je nach Art der Pension unterscheidet sich auch das Personal in Menge und fachlicher Qualität.
  • Die Hundepensionen bieten unterschiedliche Leistungen, wie Bewegungs- oder Trainingsangebote, an.
  • Seriöse Anbieter verlangen einen gültigen Impfnachweis. Außerdem dürfen die Hunde in den allermeisten Fällen weder bissig, verhaltensauffällig noch behindert sein.

Hundesitting

Die Merkmale zeichnen einen Hundesitter aus:

  • Hundesitter sind häufig Hundeerfahren.
  • Sie nehmen einen oder mehrere Hunde in ihre eigene Wohnung auf und beziehen sie in ihren Alltag und in das Familienleben ein.
  • Andere Hundesitter kommen zu euch nach Hause und bieten einen Stundenservice an. Für blinde, alte, kranke und verunsicherte Hunde kann das eine große Erleichterung sein.
  • Einige Hundesitter halten selbst einen Hund und bieten ihre Dienstleistung kostenlos an. Die kostenlose Unterbringung basiert auf einem Tauschgeschäft, bei dem sie ihren eigenen Hund im Bedarfsfall bei ihrem Kunden unterbringen.
  • Eine weitere Form des Hundesittings ist die Unterbringung im Freundes- und Bekanntenkreis. Allerdings haben nicht alle dieser Personen das geforderte Know-how.

Hundesitter Urlaubsbetreuung – was solltet ihr beachten?

Das Tiersitting ist ein ungeschützter Beruf, den jede beliebige Person ergreifen kann. Einer Ausbildung bedarf es nicht. Selbst Jugendliche bieten ihre Dienste zur Aufbesserung des eigenen Taschengeldes an. Grundsätzlich kann das Tiersitting auch mit ungeschulten Tierbetreuern funktionieren, allerdings solltet ihr bei der Wahl des richtigen Hundesitters zum Wohle des Hundes sehr aufmerksam und kritisch sein.

Diese Kriterien sollte ein guter Hundesitter erfüllen:

  • Hundeerfahrung wäre ideal. Diese kann sich aus der eigenen Hundehaltung ergeben oder durch eine Berufsausbildung, zum Beispiel zum Tierarzthelfer, erworben worden sein.
  • Um einen persönlichen Eindruck zu gewinnen, trefft ihr den Hundesitter am besten zu einem Kennenlerngespräch. Vereinbart einen Treffpunkt, an dem der Hund dabei sein kann. Falls der Hundesitter selbst einen Hund besitzt, sollte dieser ebenfalls zugegen sein. Schließlich ist es wichtig, dass die Chemie zwischen allen beteiligten Vier- und Zweibeinern stimmt.
  • Ihr solltet das Treffen dazu nutzen, eure Erwartungen abzugleichen und die genauen Vertragsleistungen zu diskutieren. Der Hund sollte während eurer Abwesenheit die Behandlung bekommen, die er kennt und die er braucht (Beispiel: Beschäftigungs- und Futterroutine).
  • Selbst wenn ihr einen zuverlässigen Hundesitter gefunden habt, kann es zu unerwarteten Zwischenfällen kommen. Notiert deshalb einen Notfallplan (Telefonnummern, Notfallunterkunft, Vollmacht für tierärztliche Behandlungen) und sprecht über die Summe, die die alternative Unterbringung/die veterinärmedizinische Behandlung etc. kosten darf.
  • Falls du deinen Hund bei Freunden unentgeltlich unterbringst, müssen diese nicht besonders versichert sein. Wenn du jedoch eine dritte Person gegen einen festen Stunden-/Tagessatz für ihre Betreuungstätigkeit bezahlst, ist ein entsprechender Versicherungsschutz (Hundehalterhaftpflichtversicherung/Betriebshaftpflichtversicherung) sehr zu empfehlen.

Tierpensionen: Wie erkennt ihr eine gute Hundepension?

Hundepensionen gibt es wie Sand am Meer. Doch nicht alle diese Unterkünfte können die Mindestanforderungen des Halters und die Ansprüche seines Hundes erfüllen.

Eine gute Hundepension zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass

  • die Zimmer hell, geräumig und sauber sind
  • das Personal freundlich, in ausreichender Menge vorhanden und erfahren ist
  • es Beschäftigungsangebote für die Hunde gibt
  • auf individuelle Wünsche, zum Beispiel Futterpräferenzen, eingegangen wird
  • eine Vorabbesichtigung möglich ist
  • ein umfangreiches Beratungsgespräch zustande kommt
  • der Hund mit positiven Körpersignalen auf die neue Umgebung und die Mitarbeiter reagiert

Hundepensionen und Hundetagesstätten – gibt es Unterschiede?

Hundetagesstätten unterscheiden sich von Pensionen, weil sie eine dauerhafte Unterbringung anvisieren. Die Beherbergung erfolgt nicht rund um die Uhr, sondern in den Hauptberufszeiten am Tag. Das Angebot richtet sich also nicht an Personen, die in den Urlaub fahren, sondern an solche, die tagsüber beschäftigt sind.

Die Betreuung kann, in Abhängigkeit zur Tagesstätte, sehr umfassend und lehrreich sein. Einige Hutas stellen sogar Hundetrainer an. Dabei wird die Gesamtaufmerksamkeit meistens auf eine große Gruppe an Hunden verteilt. Deshalb ist es auch wichtig, dass der Hund gesund und sauber ist und sich sozial verhalten kann.

Die Monatspreise fangen bei 200 bis 300 Euro an, können aber in Abhängigkeit zur Rasse, der Anzahl der beherbergten Hunde und dem Leistungsstandard variieren.

Hundebetreuung in der Nähe finden

Am besten befragt ihr das Internet, wenn ihr nach einer Hundebetreuung in der Nähe sucht. Dort erhaltet ihr eine lokale Vergleichsmöglichkeit und erfahrt wesentliche Informationen wie das Leistungsspektrum und den Preis.

Neben den Suchmaschinen könnt ihr aber auch selbst eine Anzeige inserieren, in Foren nach Empfehlungen fragen oder euch über die sozialen Medien (Beispiel: Facebookgruppen) informieren. Vielleicht haben eure Bekannten, euer Tierarzt oder der Hundetrainer ja auch einen guten Tipp für euch.

Wichtig ist nur, dass ihr euch rechtzeitig um eine Übersicht aller infrage kommenden Unterbringungen bemüht, damit ihr im Bedarfsfall bereits eine Anlaufstelle habt. Es bietet sich auch an, ein Ranking aus Alternativen zu erstellen, damit ihr bei Vollbesetzung auf ein Sekundärunternehmen (euer persönlicher Plan-B) ausweichen könnt.

Hundepension Kosten – was erwartet euch?

Die Kosten für eine Hundepension können sehr unterschiedlich sein:

Günstige Anbieter arbeiten für einen Grundpreis von 10 bis 20 Euro am Tag. Allerdings kommt oft ein Aufpreis für jegliche Extras, wie Spaziergänge oder alternative Beschäftigungsangebote hinzu.

Top-Unterkünfte berechnen für durchschnittliche Leistungen rund 80 Euro pro Tag. Falls der Hund unverträglich ist, rund um die Uhr betreut werden soll, Grooming-Angebote oder den Fahrservice nutzt, kann aber ein Höchstbetrag von knapp 200 Euro entstehen.

Hundesitter – mit welchen Kosten müsst ihr rechnen?

Die Kosten für einen Hobby-Hundesitter (beispielsweise als Schüler- und Studentenjob), fangen bei 9,60 Euro an. Das ist der derzeit geltende Mindestlohn. Dieser wird aber nur auf volljährige Dienstleister angewandt. Minderjährigen Schülern steht der Anspruch auf den Mindestlohn rein rechtlich also zwar nicht zu, trotzdem ist die Versorgung des Vierbeiners diesen Betrag in jedem Falle wert.

Je mehr Ansprüche ihr an die fachlichen Qualifikationen des Hundesitters stellt, desto höher ist der Stundenpreis. Professionelle Betreuer werden bis zu 25 Euro pro angefangene Stunde verlangen. Falls eine Vermittlungsagentur dahinter steht, bekommt diese einen Teil der berechneten Kosten ab.

Sofern der Hundesitter besondere Aufgaben erfüllen soll oder der Hund vorübergehend bei ihm wohnt, gibt es statt der Stundenpauschale meistens einen Tagessatz.

 

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