04.08.2021

Grannen beim Hund

Eine unterschätzte Gefahr in den Sommermonaten

Gassigehen in der freien Natur macht besonders im Sommer Spaß. Die Gefahr durch Zecken ist bekannt und eure Fellnase wird geschützt. Aber was ist mit Verletzungen durch Grannen beim Hund? Nachfolgend erfahrt ihr alles Wichtige rund um die Grannen. Welche Gefahr von ihnen ausgeht und wie ihr euren Hund schützen könnt. Mit diesem Wissen steht eurem Sommerspaziergang mit Hund nichts mehr im Wege.

Was sind Grannen?

Grannen sind Bestandteile von einigen Getreidesorten. Beispielsweise findet ihr sie beim Roggen und bei der Gerste. Der Weizen kommt ohne Grannen aus. Die Aufgabe der Grannen ist es, die Samenkörner zu umschließen. Mit ihrer rauen Oberfläche und den kleinen Widerhaken schützen sie das Samenkorn. Streifen Tiere durch die Kornfelder bleiben sie durch die Widerhaken am Fell hängen. Sind die Kornfelder reif für die Ernte werden diese spitz zulaufenden Grannen auch durch den Wind weitergetragen. Die Grannen sorgen für die Verbreitung von bestimmten Getreidesorten und einigen Grasarten in der näheren Umgebung. Im Spätfrühling und im Sommer findet ihr sie auf Feldern, Wiesen und Feldrainen.

Warum sind Grannen bei Hunden gefährlich?

Grannen haben Widerhaken. Durch diese Tatsache kann euer Hund durch Schütteln die Granne nicht loswerden. Die Position der Widerhaken begünstigt die Fortbewegung in Richtung Haut. Mit jeder Bewegung eures Hundes verschwindet dieser Pflanzenteil weiter im Fell. Völlig unsichtbar für euren schnellen prüfenden Blick. Dasselbe passiert im Bereich der Pfoten. Mit jedem Schritt rutscht die Granne zwischen die Zehen oder die Ballen und verletzt die dünne Haut. Die Haut stoppt die Fortbewegung der Granne nicht. Eine eingewachsene Granne beim Hund ist schmerzhaft für den Vierbeiner. Außerdem wird die Weiterbewegung durch die Widerhaken nicht gestoppt. Das Resultat ist ein dringender Besuch beim Tierarzt. Eine Operation ist nicht zu vermeiden. Sinnvoll ist ein Tierarztbesuch beim geringsten Verdacht.

Was sind Schliafhansl?

Ein Schliafhansl ist nichts anderes als eine Granne. Diese Bezeichnung findet ihr vor allem im Dialekt des südlicheren Bereichs von Deutschland. In Österreich ist dieser Name für Grannen der Mäusegerste ebenfalls ein Begriff. Die Mäusegerste gehört zur Gattung der Gerste und erreicht eine Höhe von 20 bis 30 cm. Diese Gerstenart ist kein Nutzgetreide. Sie wächst wild an Rändern von Feldwegen und auf Wiesen und Feldern. Die Blütezeit fällt in die Monate Mai bis Oktober. Euer Hund kann sich diese Grannen mit Widerhaken beim Durchstreifen der Wiesen „einfangen“. Sobald diese „wilde Gerste“ reif ist fallen die Schliafhansl zu Boden. Dort sind sie dann eine Gefahr für die Nase und die Pfoten eures Hundes.

Die Symptome einer Schliafhansl Verletzung

Ein Schliafhansl verursacht dieselben Verletzungen wie „normale“ Grannen beim Hund. Dabei ist die Größe des Getreides völlig unerheblich. Das Risiko sind die Widerhaken. Treten folgende Symptome bei eurem Hund auf, solltet ihr „hellhörig“ werden und die nächsten Schritte einleiten.

  • Humpeln oder Laufen auf „drei Beinen“
  • Intensives Abschlecken der Pfoten, teilweise mit Zuhilfenahme der kurzen Vorderzähne
  • Häufiges Husten und/oder Niesen
  • Nasenausfluss (teilweise eitrig)
  • Vermehrtes Kopfschütteln und eine Schiefhaltung des Kopfes
  • Ohrinnenbereich wird mit den Pfoten „bearbeitet“
  • Augen sind rot, tränen und/oder werden zugekniffen
  • Gerötete und geschwollene Bereiche am oder im Ohr

Mäusegerste beim Hund entdeckt – das könnt ihr tun

Die Mäusegerste beim Hund lauert überall in der freien Natur. Ihr solltet mit „offenen Augen“ eure Ausflugsrunden wählen. Wenn möglich, macht einen Bogen um diese kleinen Übeltäter.

Granne in der Hundepfote – erste Hilfe

Deutliche Hinweise für eine Granne in der Hundepfote ist das Lahmen. Dann solltet ihr auf keinen Fall warten, bis ihr zu Hause seid. Überprüft noch während des Gassigehens die Pfoten. Begutachtet ohne Hektik die Ballen, die Zwischenräume der Zehen und die Schwimmhäute. Gerade bei den Pfoten kann sich die Granne schnell und tief „eingraben“. Bei größeren Hunden solltet ihr sofort tätig werden und den Fremdkörper entfernen. Natürlich ebenfalls bei kleineren Hunden. Kleine Exemplare könnt ihr leicht tragen und es tritt keine Verschlimmerung durch selbständiges Laufen ein. Große und schwere Hunde müssen nach Hause laufen. Sinnvoll bei längeren Spaziergängen ist ein kleines Notfallset mit Pinzette, Desinfektionsmittel und Verbandsmaterial.

Wie ihr eine Granne aus der Hundenase entfernt

Die Nase eures Hundes ist ein empfindliches Organ. Meistens verhaken sich die Grannen schnell im Fleisch, da dort wenig Fell vorhanden ist. Euer Vertrauensverhältnis muss groß sein, damit euer Vierbeiner problemlos den Schnauzenbereich von euch behandeln lässt. Wichtig ist, die Granne beim Hund aus der Nase zu entfernen, ist nur sinnvoll, wenn die ganze Granne sichtbar ist. Ansonsten solltet ihr auf jeden Fall zum Tierarzt gehen.

Granne im Ohr beim Hund – das könnt ihr tun

Bei einer Granne im Ohr Hund müsst ihr zwei Dinge beachten. Ist der Fremdkörper außerhalb oder innerhalb
des Gehörgangs?

Befindet sich die Granne noch im äußeren Bereich des Ohres könnt ihr sie problemlos entfernen. Ihr zupft sie mit dem Finger oder mit einer Pinzette heraus. Dabei ist es egal, ob es sich um Schlapp- oder Stehohren handelt. Je nach Behaarung des äußeren Ohres verfangen sich diese Pflanzenteile in diesem Bereich. Hat sich die Granne leicht in das „Fleisch“ gebohrt, solltet ihr anschließend die Stelle desinfizieren. Finger weg, wenn die Granne bereits im Gehörgang ist. Ein Wattestäbchen als Hilfsmittel ist eine schlechte Idee und verschlimmert alles. Damit schiebt ihr diesen Pflanzenteil noch weiter in den Gehörgang. Wenn euer Hund die Berührung am Ohr gewohnt ist und stillhält, könnt ihr die Granne am Anfang des Gehörgangs noch sicher entfernen. Ansonsten ist für diesen sensiblen Bereich der Tierarzt zuständig.

Grannenschutz für Hunde – das sind die besten Methoden

Leider gibt es keinen 100 %igen Grannenschutz für Hunde. Ihr könnt das Risiko minimieren. Vermeidet den Bereich von Getreidefeldern im Sommer. Bei der Aussaat werden die Feldraine durch die maschinelle Verarbeitung mit einbezogen. In diesem Bereich können ebenfalls Getreidehalme sein. Vermeidet eure Hunde durch hohe Wiesen laufen zu lassen, denn dort könnte unter anderem die „wilde“ Gerste lauern. Spaziergänge im kühlen Wald sind viel angenehmer für euch beide und ungefährlicher.
Eine weitere Möglichkeit wäre das Fell in bestimmten Bereichen (Zehenzwischenräume, Pfoten allgemein, Ohrbereich) zu kürzen. Bei manchen Langhaarrassen bringt ein kurzer Sommerschnitt nicht nur Sicherheit, sondern ein angenehmeres Sommerfeeling. Egal für welche Möglichkeit ihr euch entscheidet, eines solltet ihr immer machen:

Das Fell eures Hundes nach jeder Outdoorrunde untersuchen. Dabei findet ihr nicht nur Grannen, sondern ebenfalls Zecken.

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