15.05.2021

Welpen alleine lassen

Wie lange und ab wann?

Wenn ein Welpe bei euch einzieht, ist alles noch ganz neu und ungewohnt für ihn. Er hat gerade sein Rudel, Mutter und Geschwister, verlassen und weiß noch nicht, was auf ihn zukommt. Der Kleine hat Trennungsangst, was für Rudeltiere ganz normal ist. Zuerst müsst ihr eine stabile Bindung zu eurem Hundebaby aufbauen, damit es Vertrauen hat, dass ihr auch tatsächlich wiederkommt. Die ersten vier Wochen sollte sich die Hauptbezugsperson Urlaub nehmen, um bei dem Welpen sein zu können. Zumal der kleine Vierbeiner die ersten Wochen seine Blase noch nicht kontrollieren kann, müsst ihr sowieso viel Zeit in die Sauberkeitserziehung stecken und könnt ihn noch nicht lange alleine lassen. Solltet ihr kurzzeitig das Haus verlassen müssen, dann sollte immer eine weitere Bezugsperson bei ihm bleiben.

Hunden beibringen alleine zu bleiben – warum ist das wichtig?

So sehr man seine kleine Fellnase auch liebt, es wird immer Gründe geben, warum sie ihren Halter nicht begleiten kann. In der Regel müsst ihr euren Welpen alleine lassen wegen der Arbeit. Oder wenn ihr Arztbesuche, Behördengänge oder Einkäufe zu erledigen habt. Vielleicht wollt ihr auch mal zum Schwimmen, ins Kino oder Theater gehen und könnt den Hund nicht mitnehmen. Deshalb solltet ihr frühzeitig Hunden beibringen, alleine zu bleiben. Alles was länger als zwei Stunden dauert, sollte man allerdings verschieben bis er vier Monate alt ist.

So könnt ihr mit eurem Welpen das Alleine-Lassen üben

Mit dem Welpen das Alleine-Lassen üben, ist ganz einfach, wenn ihr ruhig und behutsam vorgeht. Denn wenn ihr nervös und aufgeregt seid, wird sich das auch auf den Welpen übertragen. Wichtig ist, immer fleißig üben und individuell auf den Welpen eingehen. Allein schon aufgrund der Rasse gibt es Unterschiede. Ein Hütehund zum Beispiel hat immer einen gewissen Hang, seine „Ersatzschafe″, die Menschen, zu hüten. Deshalb wird er vielleicht nicht auf Anhieb verstehen, warum seine „Schafe″ ohne ihn weggehen. Hier ein paar Regeln, die ihr beachten solltet.

Ab wann könnt ihr euren Welpen das Alleine-Bleiben beibringen?

Nachdem sich die kleine Fellnase etwas an ihr neues Zuhause gewöhnt hat, kann man nach ein paar Tagen in der Wohnung ganz behutsam das „Welpe Alleine-Bleiben beibringen“ starten.

Nach ein paar Tagen für ein paar Sekunden nur den Raum verlassen

Beginnen könnt ihr, indem ihr nur mal kurz für ein paar Sekunden den Raum verlasst und sofort wiederkommt. Das wiederholt ihr, bis der Welpe es ganz selbstverständlich hinnimmt. Dann steigert ihr das Ganze, indem ihr die Tür schließt und gleich wieder reinkommt. Die Zeit, die man den Raum verlässt, könnt ihr immer wieder leicht um ein paar Sekunden ausdehnen und auch mal wieder verkürzen. Denn so ein Welpe ist ganz schön schlau und merkt schnell, wenn die Zeit, in der Frauchen oder Herrchen verschwunden sind, immer länger wird. Wichtig ist, dass ihr ganz selbstverständlich den Raum verlasst und auch wiederkehrt, ohne viele Worte und ohne große Beachtung des Hundes. Sollte der Kleine jammern, bellen oder fiepen, dann dürft ihr ihn gar nicht beachten. Erst wenn er mit dem Gezeter aufgehört hat, dürft ihr ihn wieder streicheln und loben. Sollte er nämlich genau dann Beachtung bekommen, wenn er unerwünschtes Verhalten zeigt, fühlt er sich in seinem Tun bestätigt und wird dies immer wieder tun.

Alleine bleiben für ein paar Minuten – erst den Raum und später die Wohnung verlassen

Dieses Spielchen wird immer mehr ausgedehnt bis auf fünf Minuten, immer wieder im Wechsel mit kürzeren Zeiten. Klappt das mit dem Zimmer verlassen, kann man mal kurz das Haus verlassen, zum Beispiel um den Müll rauszubringen oder um zum Briefkasten zu gehen. Mal zieht man sich eine Jacke an, mal geht man ohne. Mal nimmt man den Schlüsselbund mit oder zieht im Haus die Jacke an, wenn man nicht weggeht und in der Nähe des Welpen ist. Sinn der Geschichte ist, dass keine „Schlüsselreize″ gesetzt werden sollen, mit denen der Welpe das Weggehen verbindet und eventuell schon alleine dadurch in Panik ausbricht.

Das Weggehen langsam steigern

Das Haus verlassen, kann man immer wieder steigern. Bis zu einem Alter von vier Monaten könnt ihr bis zu maximal zwei Stunden Hunden beibringen alleine zu bleiben.

Den Welpen alleine lassen wegen der Arbeit – Das müsst ihr beachten!

Wenn ihr den Welpen alleine lassen müsst, dann sollte er immer eine andere Bezugsperson zuhause bei sich haben. Wenn ihr ″alleinerziehend″ seid oder alle zur gleichen Zeit aus dem Haus müssen, könnt ihr den Kleinen zum Hundesitten in eine Hundepension oder zu Freunden bringen. Das sollte alles geklärt sein, bevor ihr euch einen Hund anschafft. Auch an kurzfristige Betreuer muss die kleine Fellnase behutsam gewöhnt werden.

Ihr dürft auch nicht vergessen, dass eine kleine Fellnase ihre Ausscheidungen erst mit circa 14 bis 16 Wochen unter Kontrolle hat. Das heißt sie muss deswegen öfter an die frische Luft, um sich zu erleichtern.

Den Hund alleine lassen – Beschäftigung macht es dem Welpen leichter

Den Hund alleine lassen mit Beschäftigung klappt es am besten. Damit die Zeit für den Welpen schneller vergeht, hilft alles, was Langeweile vertreibt. Ihr könnt ihm zum Beispiel sein Lieblingsspielzeug geben. Dieses sollte auf jeden Fall welpensicher sein, damit der Kleine nicht eventuell irgendwelche Kleinteile verschluckt während eurer Abwesenheit. Ebenso könnt ihr Leckerlis oder sein Trockenfutter in der Wohnung verstecken. Damit kann er sein neues Zuhause erkunden und gleichzeitig seine Schnüffelnase trainieren. Schnüffeln ist extrem anstrengend und macht müde. Eventuell schläft er danach ein und bekommt gar nicht mit, dass ihr weg seid. Des Weiteren können Welpen-geeignete Kauknochen die Zeit überbrücken. Am besten ihr stellt dem Welpen sein gemütliches Kuschelkörbchen in eine gesicherte Umgebung, wo er sich aufhalten darf und nichts anstellen kann. Dort kann er sich seinem Kauknochen widmen und auch ein Nickerchen halten.

Der Hund macht in die Wohnung, wenn er alleine ist – So gewöhnt ihr ihm das ab

Ein Hund macht in die Wohnung, wenn er alleine ist, wenn er überfordert ist und Stress hat. Dann kann schon mal die ein oder andere Pfütze in der Wohnung stehen, wenn man zurückkommt. Des Weiteren kann es auch sein, dass der Welpe vor Freude, wenn er euch wiedersieht, Pippi macht. Auch Unsicherheit oder Unterwürfigkeit bewegen Hunde dazu, Pfützen zu hinterlassen. Ihr dürft keinesfalls den Welpen dafür bestrafen, weil er ansonsten euer Weggehen immer mit etwas Negativem verbinden wird. Ihr entfernt die Pippi-Pfütze oder auch größere Hinterlassenschaften einfach kommentarlos mit Küchenpapier und am besten mit etwas Glasreiniger. Der Glasreiniger neutralisiert den Geruch und animiert den Welpen-Rüden nicht dazu, etwa genau an dieser Stelle noch einmal sein Revier zu markieren.

Vielleicht seid ihr bei dem Alleinbleiben-Training zu schnell vorgegangen. Geht einfach nochmal ein oder zwei Schritte zurück und trainiert wieder mit kürzeren Zeiten. Jeder Hund ist anders. Die Einen lernen schneller, allein zu bleiben, die Anderen hingegen brauchen dafür länger. Wichtig ist, die Zeiten zu beachten, wie lange ein Hund ohne Pippi-machen auskommt. Und vor und nach längerem Alleinbleiben sollte der Vierbeiner immer sein großes oder kleines Geschäft machen dürfen.

Euer Welpe kann nicht alleine bleiben – Das könnt ihr tun

Euer Welpe kann nicht alleine bleiben, dann solltet ihr nochmal ganz von vorne mit dem Training anfangen. Ihr solltet euch ein paar Wochen Urlaub und Zeit für euren Welpen nehmen. Vielleicht müsst ihr eure Bindung noch mehr festigen, damit der Vierbeiner Vertrauen hat, dass ihr tatsächlich wiederkommt. Die Bindung könnt ihr zum Beispiel durch vermehrte Zuwendung wie mit Spielen, Streicheln und Schmusen stärken. Auch viel Loben bestärkt den Hund. Es kann auch sein, dass eurem vierbeinigen Mitbewohner die Rangfolge noch nicht ganz klar ist. Solange er sich für den Rudelführer hält, erhebt er den Anspruch gefälligst mitgenommen zu werden. Daran solltet ihr dringend arbeiten, um das zu klären. Eventuell müsst ihr den Besuch der Hundeschule etwas verlängern. Der dortige Austausch mit anderen Hundebesitzern und vor allem dem Hundetrainer kann sehr hilfreich sein.

Eventuell ist der kleinen Fellnase auch einfach langweilig und sie ist geistig nicht ausgelastet. Insbesondere intelligente Hunderassen wie zum Beispiel Border Collies oder Schäferhunde müssen mental beschäftigt werden. Ihr solltet mal testen, ob das Alleinbleiben besser funktioniert, wenn der Hund zuvor Auslauf UND geistige Beschäftigung erhalten hat. Gerade geistige Beschäftigung strengt enorm an und der Vierbeiner müsste danach müde sein, sodass er bei eurem Ausgang schläft. Geistige Auslastung könnt ihr zum Beispiel erreichen mit Intelligenzspielchen oder Futtersuchen.

Ihr könnt dem Welpen auch ein wenig Beschäftigung hinterlassen, indem ihr Futter in der Wohnung versteckt oder ihm Spielzeug oder Kauzeug gibt. Dann wird er euer Weggehen auch mit etwas Positivem verbinden. Klappt das auch nicht, könnt ihr über einen Zweithund oder eine Hundepension nachdenken. Damit wäre der Welpe nie allein.

Fazit

Mit viel Geduld, Ruhe und Liebe hat es (fast) jeder Welpe geschafft, eine Zeit lang alleine das Haus zu hüten. Dabei ist jeder Hund und auch jeder Hundebesitzer anders. Nie den Mut verlieren! Es lohnt sich.

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