31.08.2021

Mantrailing mit Hund

Das Riechspiel für Hunde genau erklärt

In Sachen Geruch sind Hunde den Menschen haushoch überlegen. Dank ihrer mehreren Millionen Geruchszellen sind die nahezu unangefochtenen Champions der Nasenarbeit. Sie können Fährten nur mit ihrer Nase verfolgen. Beim Mantrailing für Hunde geht es darum bestimmte Personen oder ihre Spur aufzuspüren. Kann jeder Hund das lernen? Und welches Training ist erforderlich? Dieser Artikel klärt euch auf!

Was ist Mantrailing überhaupt?

Der Ursprung von Mantrailing ist bei Polizeihunden zu finden. Die Polizei machte sich die gute Nase der Hunde zunutze, um Gesuchte aufzuspüren. So wurde die Arbeit der Polizei durch Mantrailing erheblich vereinfacht. Denn selbst Stunden später können die Personenspürhunde, auch Mantrailer genannt, den Weg eines Menschen nachverfolgen. Was für eine meisterhafte Nasenarbeit! Später wurde der gute Geruchssinn der Hunde auch bei Rettungseinsätzen und für die Bergung von Verschütteten eingesetzt. Heute wird Mantrailing auch als sinnvolle Beschäftigung für Familienhunde genutzt. Im spielerischen Training lernen Haushunde bestimmte Fährten aufzunehmen und diesen zielsicher zu folgen.

Mantrailer Hunde – wie arbeiten sie?

Der Mantrailer orientiert sich ausschließlich am Geruch der gesuchten Person. Hunde erschnüffeln den individuellen Geruch eines Menschen. Dieser setzt sich aus verbrauchter Atemluft, vielfältigen Körperausdünstungen und Gasen aus körpereigenen Stoffwechselvorgängen zusammen. Für einen Hund sind die Geruchspartikel so unterschiedlich wie ein Fingerabdruck. Sie können daher die vielen Gerüche ihrer Umgebung akkurat unterscheiden. Einige Profis unter den Mantrailern können ebenfalls feststellen, ob es sich um eine alte oder neue Spur handelt und sind darauf trainiert, der neusten Fährte zu folgen. Hunde können im Gegensatz zu Menschen stereoriechen. Das bedeutet, dass sie je Nasenloch verschiedene Gerüche wahrnehmen können. Zudem können Sie räumlich riechen und somit die Richtung, aus der der Geruch kommt, klar zuordnen.

Mantrailing Hunde – welche Rassen sind geeignet?

Ob junger Dackel oder Schäferhund-Senior – jeder Hund kann Mantrailing lernen. Einige Hunderassen haben mehr Geruchszellen, andere etwas weniger. Jedoch jeder Hund verfügt über einen so guten Geruchssinn, dass er lernen kann, der Spur einer Person zu folgen. Möchtet ihr, dass euer Hund professioneller Mantrailer wird, solltet ihr bereits im Welpenalter beginnen, ihn spielerisch auszubilden.

Das sind die besten Voraussetzungen für einen Mantrailing Hund:

  • Eine solide Grundfitness. Denn euer Hund sollte in der Lage sein, auch über weite Strecken einer Fährte zu folgen.
  • Lange Schnauze. Zwar können Möpse und andere Hunde mit einer platten Schnauze genauso gut riechen, sie geraten jedoch schneller in Atemnot. Diese Hunde sollten nur kurze Fährten erschnüffeln müssen.
  • Jagdhunde bringen von Natur aus das Talent zum Aufspüren von Fährten mit. Diesen Hunden fällt es einfach, Spuren zu verfolgen.
  • Grundgehorsam. Euer Hund sollte die gängigsten Kommandos beherrschen. Vor allem ein sicherer Rückruf sollte sitzen.

Mantrailing für Anfänger – wie bringt ihr eurem Hund das Schnüffelspiel bei?

  1. Der erste wichtige Schritt ist es, die Körpersprache eures Hundes lesen zu können. Zudem solltet ihr euch damit vertraut machen, wie das Riechen bei Hunden funktioniert und welche Areale im Gehirn angesprochen werden.
  2. Nach all der Theorie könnt ihr euren Hund trainieren mit sämtlichen Umgebungsgeräuschen vertraut zu werden. Wenn er später einer Fährte verfolgt, sollte er sich durch ein hupendes Auto oder andere Geräusche nicht ablenken lassen.
  3. Überlegt euch ein passendes Startsignal. Dieses solltet ihr ausschließlich fürs Fährtensuchen benutzen. „Such“ ist daher ein eher schlechtes Wort. Besser wäre zum Beispiel „vamos“, was im Spanischen „auf geht’s“ bedeutet.
  4. Wenn Ihr allein mit eurem Hund trainieren wollt, braucht ihr einen weiteren Menschen, der sich versteckt. Fragt Freunde und Bekannte oder bucht einen Kurs in einer Hundeschule. Die meisten Hundeschulen bieten Mantrailing Kurse in Gruppen an.
  5. Nun kommt der erste Schritt zum tatsächlichen Mantrailing: Der Hund soll in einer reizarmen Gegend probieren, einer bestimmten Duftspur zu folgen. Zunächst auf sehr kurzer Distanz, die mit dem Training immer weiter ausgebaut wird. Denkt an die Belohnung! Auch wenn euer Hund großen Spaß am Suchen hat, wird er mit Snacks belohnt, steigert das seine Motivation.
  6. Umso länger ihr mit eurem Hund trainiert, umso besser wird er im Mantrailing. Mit der Zeit könnt ihr Hürden einbauen und an verschiedenen Orten sowie bei verschiedenem Wetter trainieren. Bei windigem Wetter ist er für den Hund eine größere Herausforderung als bei trockenem.

Mantrailing Kurs – was erwartet euch?

In einem Mantrailing Kurs für Hunde werdet ihr zunächst in die biologischen Grundkenntnisse über das Riechen eures Hundes eingeweiht. Dann werden kleine Übungssequenzen aufgebaut und der Hund spielerisch ans Mantrailing herangeführt. In der Regel versteckt sich eine Person in Abwesenheit von euch und eurem Hund auf dem Gelände der Hundeschule und legt kleine Duftspuren aus. Zunächst sind es kurze Distanzen und viele schmackhafte Leckerlies. Die meisten Hunde verstehen schnell, worum es geht. Doch auch wenn euer Hund etwas länger braucht, um die „vermisste“ Person aufzuspüren, denkt immer daran ihn ausreichend zu loben. Und vergesst nicht: Je mehr ihr übt, umso leichter fällt es eurem Hund das Suchspiel mit Erfolg zu beenden.

Mantrailing Hundeschule – wo finde ich eine passende in der Nähe?

Schaut euch mehrere verschiedene Hundeschulen in eurer Nähe an. Diese solltet ihr relativ leicht durch eine Suche im Internet ausfindig machen. Fragt auch im Freundes- und Bekanntenkreis nach oder informiert euch bei eurem Tierarzt über passende Hundeschulen oder Hundetrainer. Vielleicht bietet die Hundeschule, bei der ihr mit eurem Hund als Welpen wart einen passenden Kurs an. Selbst wenn keine Hundeschule den gewünschten Mantrailing Kurs in der Nähe anbietet, redet mit anderen Hundebesitzern. Vielleicht könnt ihr eine kleine Gruppe bilden und einen Trainer finden, der euch und eure Hunde trainieren will. Manchmal ist es nur die mangelnde Nachfrage, warum ein bestimmter Kurs nicht angeboten wird.

Mantrailing Kosten – damit müsst ihr rechnen!

Neben den Kosten für die Hundeschule kommen Kosten für ein passendes Geschirr, Leine und Leckerlies hinzu. Eine Stunde Mantrailing kostet zwischen 20,- und 40,- Euro. Für ein gutes Geschirr könnt ihr mit 30,- bis 80,- Euro rechnen. Eine Schleppleine schlägt mit 15,- bis 35,- € zu Buche. Für die erste Stunde samt Grundausstattung solltet ihr also mit 65,- bis 155,- € rechnen.

Mantrailing Ausrüstung – was ihr benötigt

Geschirr für das Mantrailing

Besorgt eurem Hund ein Brustgeschirr, dass ausschließlich zum Mantrailing verwendet wird. Nach einer kurzen Zeit wird euer Hund verstehen, dass er, sobald er das Geschirr trägt die Fährtensuche ansteht. Achtet beim Kauf darauf, dass das Geschirr gut sitzt und den Hund nicht einschränkt. Außerdem ist es ratsam, auf ein anderes Material oder einen Schnitt zurückzugreifen, der sich vom herkömmlichen Geschirr unterscheidet. Zudem sollte das Geschirr verstellbar sein, damit es auf optimal an den Körper eures Hundes angepasst werden kann.

Leine für das Mantrailing

Die perfekte Leine für das Mantrailing ist eine Schleppleine mit mindestens fünf Metern Länge. Achtet darauf, dass sich keine Ringe an der Leine befinden. Diese könnten sich ansonsten im Unterholz verhaken und zu Unfällen führen. Lederleinen oder Schleppleinen aus Biothane liegen gut in der Hand, haben eine angenehme Haptik und lassen sich leicht reinigen.

Belohnungen für das Mantrailing

Zum Training gehören auch Belohnungen. Besonders beim Start des Mantrailings könnt ihr auf Leckereien wie Leberwurst, Fleischwurst oder besonders schmackhafte Snacks zurückgreifen. Behaltet im Hinterkopf: Dem Hund macht das Suchen und Finden viel Spaß, wenn die Motivation in Form von Leckerlies stimmt, macht es gleich doppelt so viel Freude.

 

Habt ihr auch schon mal Mantrailing mit eurem Hund ausprobiert? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare!

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