06.12.2021

Katzensprache

So versteht ihr euren Vierbeiner

Hach, wie schön wäre es doch, die Katzensprache des geliebten Vierbeiners zu verstehen! Katzen nutzen ein komplexes Kommunikationssystem, das für uns Menschen sehr fremdartig und damit gar nicht so einfach zu entschlüsseln ist. Doch zum Glück haben wir die Möglichkeit, ihre Sprache zu erlernen.

Katzensprache untereinander – wie eure Katzen kommunizieren

Während die Katze in er Kommunikation mit dem Menschen hauptsächlich auf Laute setzt, ist die Sprache unter ihren Artgenossen sehr facettenreich. So setzen Sie beispielsweise Pheromone ein. Wenn die Katze uriniert oder durch ihre Umgebung streift, hinterlässt an allen Kontaktpunkten eine Spur, die zahlreiche Informationen überträgt. Die anderen Katzen nehmen diese Botschaft auf und orientieren ihre nächsten Handlungen daran.

Auch im Umgang mit den Menschen setzen Katzen Geruchsstoffe ein. Beim Reiben des Kopfes, beim Lecken und Kratzen hinterlassen sie Gerüche und markieren damit nicht nur ihren Lieblingsmenschen, sondern auch das heimische Revier.

Dass Katzen untereinander Laute äußern, kommt hauptsächlich zwischen der Mutter und ihren Welpen vor. Da die Kitten ihre Augen erst im Laufe der zweiten Lebenswoche öffnen, können sie die Körpersignale ihrer Mutter nämlich gar nicht sehen.

Übrigens: Katze und Hunde können zwar lernen, friedlich miteinander umzugehen. Selbstverständlich ist das aber nicht, da einige Elemente der Katzensprache unter Hunden für etwas anderes stehen (Beispiel: Das friedliche Schnurren der Katze wird vom Hund unter Umständen als eine Drohgebärde aufgefasst).

Katzensprache lernen – so geht es

Hauskatzen haben ein an den Menschen angepasstes Kommunikationssystem. Sie merken sich, wann ihr Halter wie auf ihre Signale reagiert und setzen diese dann zur gezielten Steuerung des Menschen ein. Subtile Kommunikations-Marker, wie der Körperduft, sind für den Katzenhalter oft nicht wahrnehmbar und werden daher von besser zu deutenden Ausdrucksformen, wie Lautäußerungen, verdrängt.

Die Katze passt ihre Sprache also an die Auffassungsgabe ihres Menschen an, um eine effiziente Problemlösung und Wunscherfüllung zu erzielen. Allerdings läuft die Katzensprache nicht nach einem festgefahrenen Schema, sondern auch unter Berücksichtigung persönlicher Charaktereigenschaften ab. Die Katzensprache ist bis zu einem gewissen Grad also individuell, was das Verständnis seitens des Halters zusätzlich erschweren kann.

Trotzdem ist es wichtig, die Gebaren der Katze zu verstehen. Schließlich kann die richtige Reaktion in einer Notsituation entscheidend sein. Außerdem beugt das gegenseitige Verständnis Missverständnissen im Umgang miteinander vor, was wiederum grundlegend für ein harmonisches Beisammensein und das allgemeine Wohlbefinden eurer Katze ist.

Der folgende Beitrag soll eine Übersetzungshilfe für die wichtigsten Signale in der Katzensprache sein. Wenn ihr die Körpersprache eurer Katze entschlüsseln könnt, wird es euch leichter fallen, die zugrundeliegende Bedeutung zu verstehen.

Katzensprache verstehen – das bedeutet die Körperhaltung eurer Katze

Mit bis zu 75 Körperstellungen nutzt die Katze ein ausgeklügeltes, lautloses Kommunikationssystem. Nur weil die Katze keine Laute äußert, heißt das also keinesfalls, dass sie nicht dennoch mit uns spricht.

Die unterschiedlichen Körperhaltungen der Katzen sind, wenn man sie denn deuten kann, höchst informativ und sagen sowohl etwas über ihre Gemütslage als auch über ihre Wünsche aus.

Beispiel:

Der Katzenbuckel: Wenn eine Katze Verteidigungsbereitschaft signalisieren will oder Angst verspürt, sträubt sie das Fell und krümmt ihren Rücken zu einem Buckel auf. Dadurch versucht sie größer zu wirken, als sie in Wirklichkeit ist. Ihr Ziel ist es, ihren Kommunikationspartner abzuschrecken und Distanz zu gewinnen.

Die Rückenlage: Wenn die Katze ihren blanken Bauch präsentiert, ist das der ultimative Vertrauensbeweis. Schließlich ist der Bauch ein sensibler Bereich, an dem sich die lebenswichtigen Organe der Katze befinden und an dem sie deshalb besonders verletzlich ist. Eine Einladung zum Streicheln ist die Rückenlage aber nicht! Während einige Katzen Berührungen in der Bauchgegend tolerieren, greifen andere Katzen schlagartig an.

Weitere Kommunikations-Klassiker findet ihr unter dem Zwischenabschnitt “Katzensprache Übersetzer – das 1 mal 1 der Katzensprache”.

Katzensprache Schwanzhaltung – das bedeutet sie

Der Katzenschwanz ist ein Signalgeber, den man auch auf Distanz erkennt. Das verschafft der Katze die Möglichkeit, über die Ferne mit ihren Sozialpartnern zu interagieren. Das kann bei einer Kampfankündigung oder in einem vergleichbaren Kontext besonders nützlich sein.

So lest ihr die Stimmung eurer Katze anhand ihres Schwanzes ab:

  • Aufrecht, erhoben, leicht gewölbt, ruhiges Wedeln: Die Katze ist gut gelaunt.
  • Aufrecht, erhoben, zitternd: Die Katze ist erregt. Ihre Anspannung bewegt sich aber noch einem positiven Stimmungsbereich.
  • Buschig: Die Katze hat Angst, hofft, ihr Gegenüber abschrecken zu können und stellt ihre Verteidigungsbereitschaft dar.
  • Gebogen, zwischen den Beinen eingeklemmt: Die Katze ist unsicher, ängstlich und befindet sich in einer schwachen Position.
  • Aufrecht gebogen, impulsives Wedeln: Die Katze möchte jagen oder spielen.
  • Energisches Schlagen am Boden entlang: Die Katze hat Schmerzen oder fühlt sich aus einem anderen Grund nicht wohl.
  • Kerzengerade erhoben: Die Katze ist angespannt und verspürt negative Emotionen.
  • Seitlich, eng anliegend: Die Katze ist verlegen oder rollig und paarungsbereit.
  • Locker um den Körper gelegt: Die Katze ist entspannt.

Katzensprache Augenzwinkern – was es bedeutet

Katzen setzen ihre Augen nicht nur zum Sehen, sondern auch als kommunikative Signalgeber ein. Damit sind sie neben den Ohren das ausdrucksstärkste Element am Kopf.

Folgende Beispiele sollen euch dabei helfen, die Mimik – insbesondere den Augenausdruck – eures Stubentigers besser zu verstehen:

Blinzeln: Das bedächtige Blinzeln der Katze ist ein Ausdruck von Zufriedenheit. Der Augenaufschlag steht für Freundschaft und für große Sympathie. Indem ihr eure Katze anblinzelt, könnt ihr eigeninitiativ mit ihr kommunizieren. Falls ihr eurem Vierbeiner mitteilen möchtet, wie viel er euch bedeutet, tauscht ruhig gelegentliche Blinzler aus!

Der starre Blick: Ein starrer Blick in die Augen des Gegenübers signalisiert Stärke, Überlegenheit und ist eine direkte Provokation. Die Kombination aus verengten Pupillen, Fauchen, dem Entblößen der Zähne und angelegten Ohren unterstreicht die situative Gefährlichkeit.

Der ausweichende Blick: Die Katze meidet den direkten Blickkontakt, um eine Situation zu entschärfen und Konflikten aus dem Weg zu gehen. Im Alltag könnt ihr dieses Verhalten in Momenten beobachten, in denen ein Streit vorausgegangen ist (Beispiel: Ihr musstet eure Katze tadeln, weil sie auf den Küchentisch gesprungen ist).

Katzensprache Ohren – was euch die Ohren eurer Katze verraten

An der körperlichen Ausdrucksweise der Katze sind nicht nur die Augen beteiligt, sondern auch die Ohren. Da die Katze ihre Ohren um bis zu 180 Grad (auch unabhängig voneinander) drehen kann, sind sie in ihren Darstellungsmöglichkeiten besonders variantenreich:

Anspannung, Ablehnung und/oder Aggression: Die Ohren sind eng angelegt.

Interesse, Spielfreude und/oder Zufriedenheit: Die Ohren sind gerade aufgestellt.

Verunsicherung, Gereiztheit und/oder Wut: Eines oder beide Ohren sind seitlich eingedreht.

Katzensprache Übersetzer – das 1 mal 1 der Katzensprache

Die Katzensprache besteht aus Gerüchen, Geräuschen und dem gezielten Einsatz der Muskulatur, sie ist also von Natur aus schon komplex. Erschwerend kommt hinzu, dass Katzen ihrer Sprache, beispielsweise dem Klangbild, einen individuellen Touch verleihen und dass es rassebedingte Unterschiede in ihren Sprachgebräuchen gibt. Die Sprache richtig auszulegen, ist also gar nicht mal so leicht.

Die nachfolgenden Szenarien samt Bedeutung sollen eine Übersetzungshilfe für euch sein:

  • Müdigkeit: Die Katze gähnt.
  • Freundschaft: Die Katze reibt mit ihrem Kopf an euch entlang.
  • Wohlgefallen: Die Katze tritt rhythmisch mit ihren Vorderpfoten und fährt die Krallen dabei aus.
  • Trauer: Trauernde Katzen leiden unter Appetit- und/oder Antriebslosigkeit, durchleben eine Wesensveränderung, sind plötzlich unsauber und/oder distanzieren sich.
  • Spiellust: Spielfreudige Katzen toben wild herum, sie rennen, klettern, springen und beziehen Objekte (Beispiel: Federn, Bälle) oder ihren Menschen in das Spiel mit ein. Eine Spielaufforderung ist daran zu erkennen, dass die Katze ihren Halter auf verspielte Art berührt. Wenn eine Jagdszene simuliert wird, können dabei auch die Zähne/die Krallen zum Einsatz kommen.
  • Erkrankung: Wenn sich das Verhaltensrepertoire der Katze plötzlich schmälert und sie bestimmte Bewegungen nicht mehr ausführen will, ist sie womöglich krank.
  • Rückzug: Das Bedürfnis nach Ruhe und Schutz ist den Katzen angeboren. Deshalb braucht die Katze einen geschützten Rückzugsort. Wenn sie allerdings kaum noch hervorkommen mag, besteht möglicherweise ein gesundheitliches oder psychisches Problem.
  • Geschenke: Wenn Katzen Beutetiere vor die Haustür legen, meinen sie diese Geste als Geschenk.
  • Zuneigung: Katzen drücken ihre Zuneigung durch leichte Bisse in die Hände oder Füße ihres Halters aus.
  • Vertrauen: Die Katze rollt sich zum Schlafen auf dem Schoß ihres Zweibeiners zusammen.
  • Kontrolle: Katzen haben einen territorialen Zuständigkeitsbereich. Da sie alle Räume innerhalb ihres Reviers kontrollieren wollen, mögen sie keine abgeschlossenen Türen.
  • Besitz: Katzen versuchen die Reste ihres Futters zu verscharren, weil sie befürchten, dass es ihnen sonst einer ihrer Artgenossen klaut. Dieses Verhalten legen auch Wohnungs- und Einzelkatzen an den Tag.

Kommen wir nun zu den Lauten, die man beinahe wie in einem richtigen Wörterbuch übersetzen kann:

  • Miauen: Die Katze fordert ihren Halter zu einer Handlung (Beispiel: füttern, spielen, streicheln) auf.
  • Maunzen: Klägliches Maunzen deutet auf eine schmerzhafte Verletzung oder eine Krankheit hin.
  • Fauchen/Knurren: Eine Katze, die faucht und knurrt, spricht eine klare Warnung aus. Diese Geräusche sind häufig vor oder während einer Rauferei zu hören.
  • Schnurren: Wenn die Katze schnurrt, empfindet sie Geborgenheit. Katzen setzen das Schnurren in stressigen Phasen aber auch gezielt zur Selbstberuhigung ein.
  • Gurren: Das taubenähnliche Gurren kann unterschiedliche Dinge signalisieren. So drückt es beispielsweise die Paarungsbereitschaft oder den an ihre Kitten gerichteten Lockruf der Mutter aus.
  • Zähneklappern: Wenn Katzen besonders aufgeregt sind, etwa weil sie Beute erspäht haben, geben sie ein Keckern von sich und klappern mit den Zähnen.
  • Winseln/Jaulen: Jaulende Laute gehören – vor allem bei rolligen Katzen – zur Paarungszeit.

 

Habt ihr schonmal mit euerem Stubentiger kommuniziert? Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.

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