07.03.2024

Intelligente Hunderassen

Wir stellen euch die schlausten Hunderassen vor

Einige Vierbeiner scheinen besonders schnell auf Befehle von Herrchen oder Frauchen zu reagieren und werden damit zu den intelligenten Hunderassen gezählt. Welche Rassen dies sind und warum man sie dazu zählt, erfährst du im Folgenden.

Woran erkennt man die Hunde-Intelligenz?

Wie man zum schlauen Hund wird, liegt immer im Auge des Betrachters, also des Menschen, der sie als schlau definiert. So deklariert zum Beispiel der amerikanische Psychologieprofessor Prof. Stanley Coren, der die geistige Intelligenz von Hunden erforscht hat, die Fellnasen als schlau, die einen Befehl besonders schnell erlernen. Die Hunde seien intelligent, wenn sie dafür nur maximal fünf Wiederholungen bräuchten und zumindest zu 95 Prozent gehorchen würden; selbst wenn ihr Besitzer nicht den besten Trainer darstelle.

Der Professor stützt sich bei seiner Theorie von intelligenten Hunderassen auf die Aussagen von Preisrichtern bei Hundewettbewerben, die ausschließlich die arbeitende Intelligenz bewerteten, also die Gehorsamkeit. Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass jeder Hund genetisch bedingt ganz individuelle Fähigkeiten und Veranlagungen hat, bestimmte Dinge zu erlernen. Berücksichtigt werden auch nicht soziale Fähigkeiten eines Hundes, der zum Beispiel Gefühle und Stimmungen von Menschen wahrnehmen kann. Viele Hunde können allein anhand von Blicken und Gesten seines Halters erkennen, was seine Aufmerksamkeit erregt. Auch dies fehlt in der Intelligenz-Bewertung von Coren.

Welche Rassen gehören zu den intelligenten Hunden?

Laut Prof. Stanley Coren gibt es zehn besonders schlaue Hunde. In seinem Buch „Die Intelligenz der Hunde“ stellt er eine Rangliste mit diesen Fellnasen vor. Auf den schlausten Plätzen rangieren:

Die ersten vier Intelligenzbolzen

  • Der Border Collie führt die Liste der vermeintlich klügsten Hunde der Welt an. Noch heute wird der aus England/Schottland stammende Border Collie als selbständig arbeitender Hütehund geschätzt und eingesetzt. Diese Rasse sorgte mit seinem Können auch des Öfteren im Fernsehen für Aufsehen. So etwa bei ″Wetten dass″ als ″Rico″ aus 200 verschiedenen Gegenständen 77 Spielzeuge allein vom Namen her hat auswählen können. Zum Supertalent wurde Border Collie ″Falco″ wegen seiner tollen Kunststücke in der gleichnamigen Show gekürt.
  • Der Pudel, der ursprünglich aus Frankreich stammt, verfügt über ein enormes Gedächtnis. Wegen seiner Intelligenz wird er oft als Blinden-, Katastrophen- oder Leichenspürhund eingesetzt.
  • Der Deutsche Schäferhund wird wegen seiner Gelehrigkeit und seinem Können häufig bei Polizei, Zoll, Militär und Rettungsstaffeln beschäftigt. Er verrichtet dort seinen Dienst als äußerst zuverlässiger Spür-, Schutz- und Rettungshund. Ebenso stellte er des Öfteren schon sein Talent als Schauspieler in Filmen wie ″Kommissar Rex″ oder ″Mein Partner mit der kalten Schnauze″ unter Beweis.
  • Der Golden Retriever ist ein beliebter, recht anspruchsloser Familienhund mit Köpfchen. Wegen seiner hervorragenden Fähigkeiten wird er gerne eingesetzt als Blinden- oder Gehörlosenhund, als Spür-, Such- und Rettungshund. Auch in Film und Fernsehen haben Golden Retriever ihr Können schon gezeigt.

Gibt es dumme Hunde?

Laut Prof. Stanley Coren gibt es dumme Hunderassen, die am schlechtesten arbeiten. Diese Fellnasen bräuchten mindestens 100 Wiederholungen, um etwas zu erlernen und würden auch nur zu 30 Prozent Befehle befolgen. Auch hier stellt er eine Liste auf. Laut dem Psychologieprofessor gehören zu den dümmsten Hunden in abstufender Reihenfolge:

Bei der Bewertung der Hunde wurde nicht berücksichtigt, dass manche Hunde sogar eigenständig denkend und eventuell zu intelligent sind, um Befehle ihres Besitzers stupide auszuführen. Diese fallen bei der Bewertung des Professors durchs Raster und werden schlichtweg als dumme Hunde eingestuft. Andere Verhaltensforscher von Hunden, wie der Niederländer Frans de Waal, führen als Beispiel für einen eigenständig denkenden, intelligenten Hund gerade den von Coren als den dümmsten Hund eingestuften Afghanischen Windhund an.

Der Mensch ist mitentscheidend für die Hunde-Intelligenz

Letztendlich ist auch eine gute Mensch-Tier-Beziehung und die Fähigkeit des Besitzers, wie gut er einem Hund etwas beibringen kann, entscheidend. Wenn der Halter weder einfühlsam ist, noch die ″Hundesprache″ versteht, kann auch aus dem intelligentesten Hund nicht viel werden. Viele Hundehalter haben auch kein Gespür dafür, wie viel sie ihrem Hund zumuten können. Intelligenter Hund bedeutet nicht gleich Fordern bis zum Umfallen. Pausen und Ruhezeiten sind für jede Fellnase unerlässlich. Nicht vergessen sollte man, dass ein Hund von klein auf auch falsch konditioniert werden kann. Das heißt, dass wenn er von klein auf rund um die Uhr beschäftigt wird, wird er sich dies zu recht auch weiterhin einfordern. Hier gilt es, ein gesundes Mittelmaß zu finden. Mit viel Liebe und Verständnis seitens des Besitzers wird dies aber mit Sicherheit gelingen.

Hat die schlauste Hunderasse ein größeres Gehirn?

Die Größe des Gehirns ist nicht ausschlaggebend für die Hunde Intelligenz. Ansonsten müssten große Hunde, die automatisch über ein größeres Hirn verfügen, immer schlauer sein als kleinere Hunde. Dass auch kleine Hunde mit kleinerem Gehirn schlau sein können, zeigt der Papillon, der immerhin auf Platz acht der Liste der intelligentesten Hunde von Prof. Coren rangiert.

Fördert Hundespielzeug die Intelligenz?

Es gibt verschiedene Arten von Hundespielzeugen. Die einen dienen eher der Beschäftigung, die anderen fördern die geistige Intelligenz des Hundes. Gerade intelligente Hunde müssen nicht nur körperlich, sondern insbesondere geistig ausgelastet werden, um ausgeglichen zu sein. Intelligenzspielzeug hält oft Leckerlis versteckt, die die Fellnasen nur mit Schläue herausbekommen können. Da muss mit der Pfote gedrückt, gerollt, geschoben oder mit der Schnauze gearbeitet werden, um an das leckere Futter zu kommen. Dabei gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, die jeden Vierbeiner glücklich machen können.

Nicht außer Acht lassen sollte man bei Intelligenzspielzeugen, dass dadurch auch die Selbständigkeit der Fellnase, nach Lösungen zu suchen, gefördert wird. Um die Mensch-Tier-Bindung zu stärken, empfehlen sich eher Spiele, bei denen der Mensch als Partner und ″Futterspender″ mit einbezogen wird. Dafür eignen sich beispielsweise das Verstecken und/ oder Apportieren von verschlossenen Futterbeuteln. Nur mit Hilfe des Menschen, der den Beutel öffnet, kommt der Hund an das leckere Etwas heran.

Tipp in puncto Hundespielzeug: Das Spielzeug sollte dem Hund nie zur freien Verfügung stehen. Der Mensch bestimmt, wann und wie lange gespielt wird. Nach dem Spielen werden alle Spielzeuge wieder eingesammelt und sicher verwahrt. So bleiben sie auch lange interessant und der Mensch stärkt seine Position als Rudelführer.

Beschäftigung intelligenter Hunde

So stolz mancher Besitzer eines als intelligent deklarierten Hundes auch sein mag, er sollte sich vor der Anschaffung eines solchen genau über dessen Haltung und Auslastung informieren. Denn insbesondere intelligente Hunderassen erfordern ein hohes Maß an Beschäftigung, um zufrieden und ausgeglichen zu sein. Dies bedeutet für den Halter, dass er viel Zeit für seinen Hund erübrigen muss.

So lechzt der schlauste Hund der Welt, der Border Collie, zum Beispiel ständig nach Bewegung und intelligentem Zeitvertreib. Hundesportarten wie zum Beispiel Agility oder Dog Dancing sind für ihn ein absolutes Muss. Und auch zuhause sollten Intelligenzspielchen und das Einüben von Tricks nicht zu kurz kommen, damit der Vierbeiner keine Langeweile bekommt.

Der Deutsche Schäferhund ist ebenfalls ein Arbeitstier, das in erfahrene Hände und ausgebildet gehört. Wird er nicht artgerecht ausgelastet, kann er zu einem nervösen oder gar aggressiven Vierbeiner mutieren.

Ein intelligenter Hund eignet sich nicht unbedingt für ″Hunde-Anfänger″. Diese Vierbeiner sind so schlau, dass sie so manchen Befehl in Frage stellen oder umgehen können. Eine konsequente, liebevolle Führung mit Know-how ist hier unerlässlich. Auch muss eine ausgewogene Balance zwischen Beschäftigung und Ruhe herrschen, sonst sind diese Hunde schnell überdreht und nur schwer wieder ″runterzubekommen″. Nur so ist eine harmonische Mensch-Tier-Beziehung möglich.

Eine Ausnahme bildet der schlaue Golden Retriever, der wegen seinem sanften Wesen und seiner leichten Führbarkeit auch für ″Hunde-Anfänger″ geeignet ist.

Tipps für geistige Beschäftigung

Intelligente Hunde haben schnell den Dreh raus und verlangen auch schnell nach neuen Herausforderungen. Diese muss man nicht immer wieder mit neuen Hundespielzeugen zufriedenstellen. Hundebesitzer sollten selbst kreativ tätig werden, indem sie geschickt Leckerchen verpacken und suchen lassen. Zum Beispiel lassen sich Leckereien in alten Handtüchern einwickeln (und bei ganz schlauen Hunden zu einem Knoten wringen), in leeren Eierkartons oder Paketschachteln mit zusätzlichem Verpackungspapier deponieren und dann in der Wohnung verstecken. Des Weiteren kann man immer wieder neue Tricks oder Kommandos mit seinem vierbeinigen Gefährten einstudieren. Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Wichtig dabei ist, dass der Vierbeiner und sein Halter Spaß daran haben.

Die Intelligenz entscheidet nicht, über die Anschaffung einer Hunderasse

Auch vermeintlich dumme Hunde sind liebenswert und wahrscheinlich auch nicht so anstrengend wie schlaue Hunde. Jeder Hundeliebhaber sollte sich gut vor Anschaffung eines treuen Gefährten überlegen, ob ein schlauer Hund in seinen Zeitplan passt und er ihm tatsächlich gerecht werden kann. Im Zweifel sollte man sich lieber für einen Hund mit weniger Intelligenz aber dafür umso mehr Treue und Liebe entscheiden.

Welche Hunderasse habt ihr zuhause? Wie schnell lernen eure Lieblinge? Erzählt uns mehr in den Kommentaren? 

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