14.07.2022

Hundezuchten

Alles was ihr über die Hundezucht wissen müsst

Euer Hund ist einfach der schönste und süßeste Hund weit und breit? Daher überlegt ihr, mit ihm eine Hundezucht zu beginnen? Oder habt ihr bereits ein Rassepärchen zu Hause und möchtet, dass Sie Nachwuchs zeugen? Egal ob private Zucht oder gewerblicher Hundezüchter, wir verraten euch, was ihr beachten müsst. Zudem beleuchten wir Zeitaufwand und Verdienstmöglichkeiten. Außerdem verraten wir euch, was ihr tun müsst, um in die Zuchtverbände aufgenommen zu werden.

Das Ziel der Hundezuchten

Ihr wollt den eigenen Liebling vermehren und damit Freunde, Bekannte und Hundeliebhaber glücklich machen? Oder möchtet ihr gar einen Zögling eures Hundes im Haus haben? Die Gründe, warum sich jemand für die Hundezucht entscheidet, sind vielfältig. Auch kann es sein, dass ihr gerne mit Tieren arbeitet. Daher ist euer Berufswunsch Hundezüchter. Egal ob private Hobbyzucht oder gewerbliche Hundezucht, es gibt einige Dinge, die ihr beachten müsst. Wir verraten euch, welche Merkmale ein guter Hundezüchter mit sich bringt.

Was macht einen guten Hundezüchter aus?

Zunächst einmal sollte bei einem Hundezüchter die Liebe zum Tier im Vordergrund stehen. Außerdem bedarf es einiges an Fachwissen. Denn nicht jeder Hund eignet sich zur Verpaarung. Leidet der Hund an vererbbaren Krankheiten, darf er auf gar keinen Fall für die Hundezucht verwendet werden – egal ob Hobbyzucht oder gewerbliche Hundezucht. Daher muss ein Hundezüchter wissen, welche Krankheiten an die Nachkömmlinge weiter gegeben werden. Auch Wissen über die Wahl der richtigen späteren Familie der Hundewelpen ist essenziell. Schließlich wollt ihr den Jungen eures Hundes ein Hin- und Herreichen ersparen. Zudem müssen sich professionelle Hundezüchter mit den Gesetzen auskennen. Dazu gehört auch, wie sie den Gewinn ermitteln und eine korrekte Buchhaltung führen.

Des Weiteren benötigt ihr zur Hundezucht ausreichend Platz und Zeit. Wer denkt, dass er nebenher Hunde züchten kann und damit reich wird, ist leider auf dem Holzweg. Denn als Züchter müsst ihr euch nicht nur um das tragende Muttertier kümmern. Eine erste Sozialisierung und Erziehung der Welpen gehören ebenfalls zu den Aufgaben eines guten Hundezüchters. Daher müsst ihr auch in diesem Bereich mit Fachwissen ausgestattet sein. Wer sich nicht sicher ist, besucht am besten einen Hundezüchter in der Nähe. Ist dieser auskunftsbereit, könnt ihr alle eure offenen Fragen stellen und euch eine Hundezucht ansehen. Denkt außerdem bei der Hundezucht daran, dass Welpen Geräusche machen. Habt ihr lärmempfindliche Nachbarn, müsst ihr ein geeignetes Grundstück für die Zucht der Hunde finden. Zudem nagen Hundewelpen gerne an allem herum, was ihnen unter die Pfoten kommt. Und denkt daran: Kein Hundewelpe wird stubenrein geboren. Auch das sollte euch bewusst sein, bevor ihr anfangt, Hunde zu züchten.

Hobbyzucht oder gewerbliche Hundezucht – wo liegt der Unterschied?

„Bin ich Hobbyzüchter oder ein gewerblicher Hundezüchter?“, diese Frage stellen sich einige Tierliebhaber. Die Abgrenzung der beiden ist leider nicht ganz einfach zu erkennen. Allgemein gilt: Entsteht eine Verpaarung zweier Hunde eher sporadisch und ohne Gewinnabsichten, ist es eine Hobbyzucht. Wer regelmäßig Hunde züchtet und damit seinen Lebensunterhalt bestreitet, ist ein gewerblicher Hundezüchter. Professionelle Hundezuchten sind außerdem daran zu erkennen, dass sie regelmäßig einen großen Bestand an Hunden haben. Entsprechend viele Verkaufsanzeigen sind von ihnen zu finden. Auch wenn die Hundewelpen vorab reserviert werden können und die Zucht daher geplant entsteht, ist das ein Hinweis auf eine gewerbliche Hundezucht.

Diese Pflichten gelten für gewerbliche Hundezüchter

Wer Hunde gewerblich züchtet, braucht zunächst eine Zuchterlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz. Zudem werden die Räumlichkeiten des Hundezüchters regelmäßig vom Veterinäramt kontrolliert. Zudem müssen gewerbliche Züchter von Hunden einen korrekten Kaufvertrag aufsetzen. In diesem muss er versichern, für etwaige Mängel an den Hundewelpen aufzukommen. Das klingt schrecklich bürokratisch und ist es auch. Denn offiziell gilt ein Hund, der gewerblich verkauft wird, als Verkaufsgut. Dementsprechend muss der Züchter gewisse gesetzliche Regelungen einhalten. Das entfällt für private Hobbyzüchter.

Ist Hundezucht steuerpflichtig?

Diese Frage ist mit „Ja“ zu beantworten, wenn ihr eine gewerbliche Hundezucht mit der Absicht einer Gewinnerzielung betreibt. Doch Achtung: Auch private Hundezüchter können als steuerpflichtig gelten. Besonders dann, wenn sie sich wie ein Händler verhalten.

Hunde züchten – Zeitaufwand und geeignete Räumlichkeiten

Einen Welpen großzuziehen, macht ähnlich viel Aufwand wie bei einem Baby. Natürlich übernimmt die Hundemama einen Großteil der Aufzucht. Jedoch muss auch der Hundezüchter viele Aufgaben übernehmen. Zum einen kümmert er sich acht bis zwölf Wochen um die Hundewelpen. Das können je nach Wurf zwischen drei und 12 Welpen sein. Zu den Aufgaben gehören:

  • Gewichts- und Gesundheitskontrolle
  • Reinigung der Wurfbox
  • Ausführen der Welpen samt Hundemutter
  • Gewöhnen an Hundefutter und Bereitstellung dessen

Bereits vor dem Werfen sucht der Hundezüchter einen geeigneten Deckrüden aus, sollte der nicht mit im Haushalt leben. Auch die trächtige Hündin hat einen erhöhten Pflegebedarf. Denn sie sollte regelmäßig von einem Tierarzt untersucht werden. Dieser begleitet die Schwangerschaft und überprüft die Lage und das Heranwachsen der Welpen. In einigen Fällen ist es notwendig, dass bei der Geburt ein fachkundiger Veterinär vor Ort ist.

Sind die Welpen geboren und alt genug vermittelt zu werden, muss der Hundezüchter geeignete Besitzer finden. Bereits vor dem Einzug in das neue Zuhause ist es sinnvoll, wenn zukünftiger Besitzer und Welpe genug Zeit haben, sich kennenzulernen. Auch ein Besuch im künftigen Zuhause ist sinnvoll. So geht ihr als Hundezüchter sicher, dass es eure Welpen später gut haben.

Die Wurfbox – Größe, Standort und Ausstattung

Damit eure Hündin ihre Welpen in Ruhe zur Welt bringen kann, benötigt sie eine Wurfbox. Entweder baut ihr selber eine Wurfbox oder kauft eine fertige im Handel. Die Box muss groß genug sein. Bedeutet: Die Hundemama muss sich bequem in der Wurfkiste ausstrecken können. Zudem bietet sie ausreichend Platz für die immer größer werdenden Welpen. Ideal ist eine abgesenkte Einstiegsstelle, die eventuell für die Nacht verschlossen werden kann. Der Boden der Wurfbox ist gedämmt, damit die empfindlichen Welpen nicht frieren.

Der Standort sollte vor Zugluft geschützt sein. Zudem sollte keine direkte Sonneneinstrahlung auf die Box treffen. Des Weiteren sollte die Box nicht inmitten eines Raumes stehen, sondern in einer ruhigen Ecke. Damit stellt ihr sicher, dass sich Hündin und Welpen jederzeit entspannen können.

Die Arbeit eines Hundezüchters

Eine Übersicht, die euch hilft, welche Aufgaben zu einem Hundezüchter gehören:

  • Auswahl der passenden Elterntiere bzw. Suche nach einem Deckrüden
  • Versorgung der trächtigen Hündin
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durch Tierarzt organisieren
  • Wurfbox bauen oder kaufen
  • Begleitung bei der Geburt sicherstellen
  • Betreuung der Welpen bis mindestens zur achten Woche
  • Die Welpen vom Tierarzt untersuchen, entwurmen und impfen lassen
  • Auswahl neuer Besitzer
  • Kaufverträge aufsetzen
  • Steuererklärung abgeben

Richtlinien der Zuchtverbände

Wer einen Rassehund züchten möchte, muss Mitglied im Zuchtverband sein. Es gibt über 170 verschiedene Rassezuchtverbände in Deutschland. Wer einen Deutschen Schäferhund züchtet, ist Mitglied des Vereins für Deutsche Schäferhunde. Diese werde durch die Mitgliedsgebühren finanziert. Als Mitglied besucht ihr regelmäßig die Vereinsversammlungen. Der Verein überprüft, ob euer Hund die Zuchtanforderungen vorweist. Dafür durchlauft ihr verschiedene Kontrollen und Prüfungen. Sind alle bestanden, dürft ihr nach der festgeschriebenen Zuchtordnung eure Hunde verpaaren. Neben der Eignung eures Hundes werden auch eure Fähigkeiten als Züchter überprüft. Habt ihr bewiesen, dass ihr über artgerechte Fütterung, Pflege und Haltung Bescheid wisst, dürft ihr offiziell züchten.

Kann ich mit einer Hundezucht Geld verdienen?

Auch wenn besondere Hunderassen sehr hoch gehandelt werden, ist der auch der entsprechende Kostenaufwand hoch. Denn ihr versorgt die Elterntiere über Jahre hinweg mit Futter. Bringt sie zum Tierarzt und lasst sie impfen, entwurmen und ggf. chippen. Hinzu kommen Kosten für die Hundehalteversicherung. Auch Kosten für Spielzeuge und Hundeschule gehören hinzu. Zudem braucht ihr eine Wurfkiste und Futter für die Welpen. Außerdem müsst ihr die Welpen beim Tierarzt vorstellen. Auch das Schalten von Verkaufsanzeigen kann Geld kosten. Betreibt ihr eine gewerbliche Hundezucht, kommen ggf. Kosten für einen Buchhalter hinzu. Bevor ihr also Geld mit der Hundezucht einnehmen könnt, sind erst mal diverse Ausgaben zu decken.

Hundezüchter werden: die vier erforderlichen Schritte

  1. Überlegen, ob es eine einmalige Hobbyzucht oder mehrere gewerbsmäßige Verpaarungen werden sollen.
  2. Bei einer gewerblichen Hundezucht: Mitglied im entsprechenden Verein werden. Prüfungen bestehen und Mitgliedsbeiträge zahlen.
  3. Optional: Deckrüden finden.
  4. Kaufverträge aufsetzen, Besitzer finden, ggf. Steuern abführen.

Habt ihr euren Hund von einem Züchter oder züchtet ihr sogar selbst Hunde? Wir freuen uns über eure Kommentare!

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