26.04.2021

Hundemassage

Ein Verwöhnprogramm mit medizinischem Nutzen

Wohltuende Berührungen, die verhärtete Muskeln entspannen, Verspannungen lösen und zugleich die Mensch-Hund-Beziehung stärken – in den Genuss einer Hundemassage sollte jeder Vierbeiner kommen dürfen. Wie ihr euren Hund massieren könnt, welche Auswirkungen eine Ohren-Massage beim Hund hat und welche Techniken es gibt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wann und warum solltet ihr euren Hund massieren?

Es gibt bestimmte körperliche Indikatoren, bei denen tiermedizinisches Fachpersonal (sprich: der Tierarzt oder die Tierärztin) euch als Halter dazu raten, regelmäßig den Hund zu massieren. Eine Massage für den Hund ist besonders bei folgenden Diagnosen sinnvoll:

  • Gelenkserkrankungen wie Arthrose
  • rheumatischen Erkrankungen
  • Muskelschwund
  • Muskelentzündungen
  • Lähmung des Bewegungsapparats
  • Erkrankungen der Sehnen
  • außerdem nach Operationen

Lasst euch in der Tierarztpraxis oder beim Hundemasseur zeigen, wie ihr euren Hund massieren könnt, um seine Schmerzen zu lindern oder bestimmte Bereiche seines Bewegungsapparats zu lockern. Doch nicht nur Vierbeiner mit Erkrankungen freuen sich über eine entspannende Hunde-Wellness, auch gesunde Tiere genießen eine wohltuende Hundemassage. Besonders in stressigen Situationen wie Umzug, Reise oder vor einem Tierarzt kann eine Massage beim Hund entspannend auf deine Fellnase wirken. Darüber hinaus könnt ihr euren Hund massieren, bevor ihr Fahrrad fahrt, joggen geht oder bevor ihr mit ihm das Haus verlasst. Das wärmt die Muskulatur des Hundes auf und er ist bereit für eine laufintensive Runde. Besonders bei Hunden, die viel Rennen ist diese Form des Hunde-Wellness sinnvoll.

Wie oft solltet ihr die Massage für Hunde durchführen?

Das wohltuende Durchkneten der Haut tut nicht nur uns Menschen gut, auch euer Vierbeiner profitiert von einer regelmäßigen Hunde-Massage. Wenn ihr genügend Zeit habt, könnt ihr euren Hund jeden Tag massieren. Genau wie bei Zweibeinern hilft die verwöhnende Behandlung dem Hund beim Entspannen und seinen Muskeln beim Regenerieren. Liegt eine Erkrankung vor, sprich es mit dem behandelnen Tierarzt ab, wie oft eine Massage sinnvoll ist. Junge und gesunde Hunde profitieren von einer Extraportion Wellness nach langen Spaziergängen. Neben den wohltuenden Wirkungen auf seinen Körper stärkt es eure Beziehung. Mit speziellen Massagehandschuhen könnt ihr die helfenden Berührungen noch verstärken.

Die Vorbereitung ist wichtig vor dem Hunde-Wellness

Macht die Hunde-Massage zu einem Ritual. So weiß euer Hund, dass ihm gleich ein paar Minuten bevorstehen, in denen er ausspannen kann. Das gelingt gut, wenn ihr eine weiche Wolldecke nehmt, die nur für die Hunde-Wellness verwendet wird. Breite die Decke aus und lasst euren Hund darauf Platz nehmen. Dann beginnt ihr mit der Massage beim Hund. Ihr werdet sehen, nach wenigen Wellness-Einheiten wird der Hund diese Decke lieben. Sobald ihr sie ausrollt, wird er sich auf seine Hunde-Wellness-Momente freuen und vielleicht schon innerlich in den Ruhemodus umschalten.

Probiert euch auf die Höhe eures Hundes zu begeben. Viele Hunde mögen es nicht „von oben herab“ berührt zu werden. Vielleicht kannst du die Wolldecke auf einem Tisch ausbreiten. So seid ihr auf einer Höhe und ihr schont euren Rücken. Eine Win-Win-Situation für euch beide!

Achte außerdem darauf, dass eure Hände angenehm warm sind. Auch wenn euer Vierbeiner ein dickes Fell hat, sind kalte Hände bei einer Massage unangenehm.

Die Hundemassage zu lernen ist leicht

Ihr habt noch nie euren Hund massiert und wisst nicht genau, wie ihr vorgehen sollt? Kein Problem, die Techniken für wohltuende Massagen beim Hund zu lernen ist nicht schwer. Solltet ihr euren Hund massieren wollen, weil er eine der oben genannten Erkrankungen hat, wird euch das medizinische Fachpersonal zeigen, wie ihr vorgehen sollt. Scheut euch nicht nachzufragen, wenn ihr bestimmte Techniken noch mal erklärt bekommen möchtet.

Möchtest ihr euren gesunden Hund massieren, befolgt diese Tipps:

  • immer in Fellrichtung massieren
  • Hinterläufe von oben nach unten sanft „durchkneten“
  • reduziere den Druck, wenn ihr auf die Knochen des Hundes trifft
  • unterbrecht die Hundemassage sofort, wenn der Vierbeiner Schmerzen hat

Immer auf die Reaktion des Vierbeiners achten, um den Hund richtig zu massieren

Wollt ihr euren Hund das erste Mal massieren, kann es sein, dass er etwas verunsichert reagiert. Redet ihm gut zu und wartet so lange, bis er sich entspannt. Wenn ihr merkt, dass euer Hund verkrampft, hört sofort auf ihn zu massieren. Dann kann das gut gemeinte Hunde-Wellness ins Gegenteil umschlagen. Merkt ihr, dass der Hund immer wieder bei den gleichen Stellen vor Schmerzen zusammenzuckt, sich die Schnauze beleckt oder aufjault, stellt euren Hund in der Tierarztpraxis vor. Vielleicht liegt eine Erkrankung des Bewegungsapparats vor, die eine besondere Behandlung braucht.

So gebt ihr dem Hund eine Kopfmassage

Den Hund richtig massieren ist nicht schwer. Beginnt mit einer wohltuenden Kopfmassage. Streicht ihm hierfür sanft mit der flachen Hand über den Kopf. Ob euer Vierbeiner dabei sitzt oder liegt, spielt keine wichtige Rolle. Als Nächstes massiert ihr mit dem Zeige- und Mittelfinger die Stirn eures Hundes. Dabei könnt ihr ihn sanft mit der anderen Hand unter der Schnauze stützen. Kreist ein paar Mal mit euren beiden Fingern über seine Augen. Variiert dabei den Druck und schaut, was dem Hund guttut. Wenn er es mag, streicht mit euren Fingern vom Nasenrücken bis zur Stirn.

Die Ohren zu massieren tut Hunden ebenfalls gut

Als Nächstes arbeitet ihr euch zu den Ohren vor. Massiert beide Ohren des Hundes gleichzeitig. Diese Stelle ist für den Hund besonders empfindsam. Geht daher behutsam vor und arbeitet mit einem sanften Druck. Durch eine Ohrenmassage können die meisten Hunde wunderbar entspannen. Sie eignet sich daher auch bei stressigen Situationen wie einem Tierarztbesuch, der Fahrt mit Bus oder Bahn oder wenn der Hund draußen von vielen Reizen überfordert ist.

So könnt ihr eurem Hund den Rücken massieren

Nachdem ihr mit dem Kopfbereich fertig seid, könnt ihr euch dem Nacken und Rücken widmen. Dafür darf der Hund sich gerne hinlegen. Falls ihm das nicht geheuer ist, könnt ihr euch hinter ihn setzen und die Hunde-Massage so an die Bedürfnisse des Hundes anpassen. Dieser Wellnessmoment soll ja schließlich sein Wohlbefinden fördern. Im Nackenbereich könnt ihr die Haut leicht anheben und mit etwas mehr Druck durchkneten. Die meisten Vierbeiner genießen die Hunde-Massage an dieser Körperpartie besonders.

Weiter geht es damit, den Rücken des Hundes zu massieren. Wenn euer Hund sitzt, bearbeitet beide Seiten links und rechts der Wirbelsäule gleichzeitig. Auch bei der Rückenmassage für Hunde hebt ihr die Haut sanft an und knetet sie mit etwas Druck nach unten durch. Hier genügt ein Durchgang. Hat euer Hund sich hingelegt, arbeitet euch erst auf der einen Seite von oben nach unten und dann auf der anderen.

So massiert iht die Pfoten eures Hundes richtig

Last but not least sind die Läufe und Pfoten des Hundes an der Reihe. Eine Kombination aus sanftem Streicheln mit der flachen Hand und achtsamen Kneten ist für die Hinterläufe genau richtig. Arbeitet euch hier von oben nach unten vor und behandelt jeden Hinterlauf separat.

Um die Pfoten eures Hundes zu massieren, geht besonders behutsam vor. Einige Vierbeiner mögen Berührungen an dieser sehr sensiblen Stelle überhaupt nicht. Das ist völlig in Ordnung. Mag euer Hund an den Pfoten berührt werden, knetet die Ballen mit sanftem Druck durch. Sind diese sehr trocken, verwendet ein paar Tropfen eines milden Öls für die Hundemassage.

Eine Darmmassage beim Hund hilft bei Blähungen

Leidet dein Hund an Blähungen könnt ihr seinen Unterbauch mit kreisenden Bewegungen der flachen Hand massieren. Dafür sollte sich deine Fellnase auf den Rücken legen. Führt die Hundemassage am Bauch sanft durch. Ist das eurem Hund unangenehm, hört bitte mit der Massage auf. Diese Haltung ist für einige Hunde ungewohnt und sie fühlen sich dabei nicht wohl. Besprecht immer wiederkehrende Blähungen in der Tierarztpraxis eures Vertrauens.

So viel kostet eine professionelle Hundemassage beim Hundemasseur

Möchtet oder könnt ihr euren Hund nicht massieren, könnt ihr mit eurem Vierbeiner zum Hundemasseur gehen. Je nachdem, ob der Hund aus gesundheitlichen Gründen oder zum Entspannen behandelt werden soll, können die Preise stark variieren. Zudem gibt es regionale Unterschiede. Ungefähr zahlst du für einen professionellen Hundemasseur 40 – 60 € in der Stunde.

Zudem bieten einige Hundemasseure an, euch in einem Seminar beizubringen, wie ihr euren Hund richtig massieren könnt. Auch hier variieren die Preise stark. Informiert euch bei mehreren professionellen Masseuren für Hunden in eurer Nähe, welche Seminare ihr belegen könnt und wie viel diese kosten. Achtet darauf, dass nicht zu viele Mensch-Hund-Paare an den Kursen teilnehmen. Sind die Seminare überfüllt, kann sich der Kursleiter nicht genug auf euch einlassen und wichtige Fragen können eventuell nicht gestellt werden.

Hundemassage – eine Kunst, die ihr lernen könnt

Wie ihr gelernt habt, sind Massagen bei Hunden durchaus sinnvoll. Sie wirken entspannend auf Körper und Geist und beugen Verspannungen vor oder lösen diese. Mit ein wenig Übung, einer guten Vorbereitung und vielleicht dem passenden Massagehandschuh könnt ihr euren Hund jederzeit etwas Gutes tun. Ob jeden Tag oder einmal in der Woche – jede Hunde-Wellnesseinheit wird eurem Vierbeiner zu Gute kommen und ganz nebenbei eure Bindung stärken. Leidet euer Hund an Erkrankungen, solltet ihr euch unbedingt vom Spezialisten die richtige Vorgehensweise zeigen lassen. Das gilt besonders dann, wenn ihr euren Hund mit Arthrose massieren möchtet oder er unter anderen Verletzungen des Bewegungsapparats leidet.

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