05.01.2023

Hundeführerschein

Das gilt es zu beachten!

In einigen Bundesländern ist es Pflicht, einen Hundeführerschein zu besitzen. Dieser dokumentiert, dass ihr in allen Situationen des Alltags mit eurem Vierbeiner zurechtkommt und diesen unter Kontrolle habt. Im folgenden Artikel erfahrt ihr, in welchen Bundesländern dieser Pflicht ist und wo er bis jetzt noch nicht eingeführt wurde. Darüber hinaus wird darauf eingegangen, was einen Sachkundennachweis ist und aus welchen Teilen sich die Hundeführerschein-Prüfungen zusammensetzen.

Warum wird ein Hundeführerschein benötigt?

Einfach gesagt wird mit dem Hundeführerschein in Baden-Württemberg bestätigt, dass ihr mit eurem Vierbeiner alle Situationen des Alltags meistert. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass weder für das Tier selbst noch für andere Menschen oder Tiere eine Gefahr besteht. Doch längst nicht jedes Bundesland hat bisher eine Pflicht für den Hundeführerschein eingeführt.

Sachkundenachweis – was ist das?

Bei dem sogenannten Sachkundenachweis handelt es sich um eine spezielle Prüfung. Diese müsst ihr als Halter sowie auch euer Hund absolvieren. Auch diese ist nicht bundeseinheitlich festgelegt und geregelt. So kann es sein, dass in bestimmten Bundesländern eine bestimmte Rasse einen solchen Nachweis benötigt und in anderen hingegen nicht. Den theoretischen Teil müsst ihr allein absolvieren und den praktischen Teil gemeinsam mit eurer Fellnase.

Hundeführerschein Pflicht – wann braucht ihr ihn?

Zunächst einmal benötigt ihr den Hundeführerschein, wenn euer Bundesland dies festlegt. Allerdings kann dies von Kommune zu Kommune anders geregelt werden, sodass ihr euch im Zweifelsfall bei der zuständigen Behörde erkundigen solltet. Beachtet aber, dass das Besitzen eines Hundeführerscheins durchaus auch einige Vorteile mit sich bringen kann. In Bayern beispielsweise sinkt dadurch teilweise die Hundesteuer und in Schleswig-Holstein werdet ihr an bestimmten Orten von der Leinenpflicht befreit.

Daher ist es durchaus zu empfehlen eine solche Prüfung abzulegen, auch wenn dies in eurem Bundesland eventuell gar nicht Pflicht ist. Auf diesen Punkt wird weiter unten noch genauer eingegangen. Fakt ist aber, dass jedes Bundesland für sich selbst bestimmen kann, wie es den. Hundeführerschein angeht und regelt. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist eine solche Prüfung Pflicht, wenn die Hunde eine bestimmte Größe (über 40 Zentimeter) oder ein bestimmtes Gewicht (über 20 kg) übersteigen.

Viele Tierschutzorganisationen sind zudem der Meinung, dass eine solche Prüfung generell eine gute Idee ist. Denn so lassen sich spontane Käufe von Vierbeinern vermeiden oder zumindest reduzieren, wie es etwa in der Pandemie sehr oft der Fall war. Denn umso mehr Regeln und Gesetze es gibt, desto mehr Menschen überlegen sich es genau, ob sie sich ein solches Tier anschaffen.

Hundeführerschein Fragen – was ihr wissen müsst

Der theoretische Teil der Hundeführerschein-Prüfung besteht aus 35 – 110 Multiple-Choice-Fragen. Davon musst du mindestens 80 % richtig beantworten, um das begehrte Dokument zu erhalten. Und auch nur dann ist es möglich, an der praktischen Prüfung teilzunehmen. Der theoretische Teil wird entweder vor Ort oder online durchgeführt. Erkundigt euch in diesem Fall genau.

Unter anderem müsst ihr bestimmte Fragen aus folgenden Themengebieten beantworten:

  • Kommunikation mit dem Hund
  • Sozialverhalten
  • Ausbildung
  • Erziehung
  • Angst und Aggression
  • Lerntheorie
  • Rassekenntnisse
  • Hundegesetz und rechtliche Dinge
  • Pflege
  • Gesundheit
  • Fortpflanzung und
  • Ernährung

Was genau wird in der praktischen Prüfung gemacht?

Die praktische Prüfung nimmt in der Regel zwei bis drei Stunden in Anspruch. Hierbei müsst ihr gemeinsam zeigen, wie euch in der Öffentlichkeit verhaltet. Unter anderem wird ein Spaziergang in der Innenstadt durchgeführt. Der Vierbeiner sollte dabei stets ruhig bleiben und sich nicht von den vielen Menschen aus der Ruhe bringen lassen. Auch kann es sein, dass ihr ein Geschäft besuchen müsst, in dem die Fellnasen gestattet sind. Dort sollte das Tier ebenfalls ruhig bleiben und sich nur auf das Wesentliche konzentrieren.

In der Regel findet die praktische Prüfung mit bis zu sechs anderen Vierbeinern und deren Haltern statt. Allein das ist schon eine große Herausforderung für viele Vierbeiner. Übt am besten im Vorfeld, wie sich eure Fellnase in einer solchen Situation verhält. So könnt ihr das Verhalten trainieren und seid auf der sicheren Seite, wenn es zu der Prüfung kommt. Wenn ihr diese besteht, erhaltet ihr für diese, wie auch für den theoretischen Teil jeweils eine Urkunde und eine Scheckkarte. Die Vierbeiner kommen nicht zu kurz. Sie bekommen eine Plakette, die ihr an dem Halsband befestigen könnt.

So habt ihr immer ein Nachweis darüber, dass ihr den Hundeführerschein bestanden habt. Bei der praktischen Prüfung werden unter anderem folgende Dinge geschaut:

  • Reaktion des Hundes auf andere Hunde oder Menschen
  • Verhalten bei plötzlich auftretenden Menschengruppen
  • Verhalten bei Lärm
  • Könnt ihr euren Vierbeiner durch ein einfaches Kommando von seinem Vorhaben abhalten und zurückrufen?
  • Ist es möglich, den Vierbeiner an einer lockeren Leine gehen zu lassen?
  • Beherrscht die Fellnase alle wichtigen Grundkommandos, wie zum Beispiel Sitz, Komm oder Bleib?

Darüber hinaus werdet auch ihr selbst beurteilt. Dabei wird unter anderem geschaut, ob ihr vorausschauend agiert und dabei alle Gefahren von eurem Vierbeiner fernhaltet. Unter anderem müsst ihr in der Lage sein, diesen sicher und unversehrt über eine viel befahrene Straße zu führen.

Hundeführerschein Kosten – das erwartet euch

Auch hierbei können die einzelnen Bundesländer unterschiedliche Preise verlangen. Dennoch müsst ihr dabei immer mit 90 bis 130 € rechnen. Beachtet aber, dass dieser Preis noch nicht einen eventuellen Kurspreis beinhaltet. Dieser würde dann noch obendrauf kommen, wenn ihr an einer Hundeschule beispielsweise teilnehmt. Solltet ihr die Prüfung einmal nicht direkt bestehen, ist dies kein Problem. Denn diese kann beliebig oft wiederholt werden. Dennoch sollte es natürlich das Ziel sein, gleich beim ersten Versuch alle wichtigen Kriterien zu schaffen.

Denn so spart ihr Geld und könnte schon bald über eine Bescheinigung darüber freuen, dass ihr alle wichtigen Aktionen des Alltages gemeinsam erfolgreich meistert.

Hundeführerschein Niedersachsen und Co. – Wie unterscheiden Sie sich

Wie oben bereits erwähnt, gibt es in Niedersachsen schon seit dem Jahr 2013 eine Pflicht für den Hundeführerschein. Dies gilt für alle Fellnasen, die nach dem 1.7.2011 gekauft wurden. Die Rasse spielt dabei keine Rolle, sodass alle Vierbeiner gemeint sind. Voraussetzung ist allerdings, dass ihr mindestens 16 Jahre seid.

Anders sieht das Ganze in anderen Bundesländern aus. In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit noch keine Pflicht für einen Hundeführerschein. Baden-Württemberg hat eine solche im Jahr 2021 auf den Weg gebracht. Wohnt hier in einem anderen als der genannten Bundesländer, solltet ihr euch bei der zuständigen Behörde schnellstmöglich erkundigen, ob bei euch eine Pflicht für einen Hundeführerschein vorliegt. Denn wenn ihr diese nicht beachtet und dennoch am öffentlichen Leben teilnehmt, können schnell 10.000 Euro an Strafe auf euch zukommen.

Wie Ihr seht, regelt jedes Bundesland den Hundeführerschein unterschiedlich. Wenn ihr euch nicht sicher seid, wie es bei euch aussieht, fragt ihr zur Sicherheit bei der zuständigen Behörde nach.

 

Gibt es in eurem Bundesland eine Pflicht für einen Hundeführerschein? Wie steht ihr zu dem Thema Hundeführerschein? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!

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