02.09.2021

Allergiker Katzen

Diese Rassen passen zu euch

Unter Allergikern stehen Allergiker Katzen hoch im Kurs, schließlich ermöglichen sie ihnen – trotz bestehender Allergie – den Katzenhaltertraum. Doch inwieweit können sich die Symptome in Abhängigkeit zur Katzenrasse tatsächlich reduzieren und womit hängt der hypoallergene Effekt dieser Tiere überhaupt zusammen?

Katzenallergie – Ursachen und Symptome

Wenn ein Allergiker mit den entsprechenden Allergenen in Kontakt gerät, lösen sie ab einer gewissen Menge oder Intensität körperliche Reaktionen aus.

Dazu zählen:

  • Juckreiz an Augen, Nase und/oder der Haut
  • Rötungen
  • Ausschlag
  • Tränende Augen
  • Laufende Nase
  • Niesen
  • Kratzen im Hals
  • Husten/Asthma
  • Akute Atemnot

Die allergische Reaktion kann schlagartig auftreten oder zeitlich verzögert sein. Eine Katzenallergie kann im Laufe des Lebens völlig unvorhergesehen entstehen. Leider kündigt sich eine Allergie nicht immer im Voraus an. Für einen Katzenliebhaber und -halter ist die plötzliche Diagnose dann ein großer Schock, die er vorbeugend (durch etwaige Präventivmaßnahmen) nicht verhindern kann.

Auslöser einer jeden Allergie ist immer die Überempfindlichkeit gegen ein bestimmtes Allergen.

Katzenhaarallergie – sind es wirklich die Haare?

Katzenallergien werden oft fälschlicherweise mit dem Fell der Tiere in Verbindung gebracht. Dabei hängt eine Katzenallergie häufig nur indirekt mit den Katzenhaaren zusammen.

Allergieauslösend ist eigentlich ein Protein. Rund 90 % aller Katzenallergiker reagieren mit einer Abwehrreaktion des Immunsystems darauf. Nur bei den restlichen 10 % gibt es einen anderen Grund (mit einem Pricktest und durch eine Blutuntersuchung beim Arzt lassen sich die Antikörper und damit die Ursache der Allegie genau analysieren).
Das sogenannte Fel d1 sitzt nicht im Fell, sondern in den Hautschuppen und der Körperflüssigkeit (beispielsweise im Speichel und im Urin). Es haftet sich aber an die Katzenhaare an und gelangt mit ihnen innerhalb der Wohnung fast an jeden Ort. Weil das Fel d1 leicht und klebrig ist, belastet es sogar die Atemluft. Dem Allergen aus dem Wege zu gehen, ist in einem Katzenhaushalt also ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen.

Trotzdem kann ein Leben mit Katze möglich sein.

Gibt es Katzen für Allergiker?

Die ideale Lösung für Allergiker scheinen hypoallergene Katzen zu sein. Doch der Name irritiert: Hypoallergene (allergikerfreundliche) Katzen sind nämlich durchaus allergen (sie produzieren also Allergene), allerdings fällt die allergische Reaktion häufig milder aus.

Durch diese Eigenschaften zeichnet sich eine allergikerfreundliche Katze aus:

  • Sie produziert weniger Fel d1 und/oder
  • sie hat kein Unterfell und/oder
  • ihr Fell ist besonders dicht und/oder
  • sie badet gern

Außerdem sind weibliche Katzen verglichen mit unkastrierten Katern besonders hypoallergen. Werden die männlichen Tiere jedoch kastriert, nimmt die Fel d1-Produktion schlagartig um knapp die Hälfte ab. Allergiker sollten beim Kauf also zu einer weiblichen Katze oder einem kastrierten Kater tendieren.

Trotzdem gibt es keine Garantie. Testet die Verträglichkeit, sofern die Möglichkeit dazu besteht, am besten noch in der Findungsphase aus. Damit beugt ihr einer Fehlentscheidung vor. Denn nur weil die eine Katzenrasse kaum einen Effekt auf die Gesundheit eines anderen hat, muss das bei euch nicht zwangsläufig auch so ein. Die körperliche Antwort auf Allergene lässt sich nicht pauschalisieren, sondern ist immer individuell.

Falls ihr von schweren allergischen Reaktionen geplagt werdet oder bereits Atemerkrankungen habt, solltet ihr die Anschaffung eines anderen Haustieres in Erwägung ziehen. Der Kauf einer Katze ist in diesem Fall schlichtweg zu riskant.

Was sind nicht allergene Katzen?

Nicht allergene Katzen lösen bei den betroffenen Allergikern aufgrund ihrer besonderen Merkmale weniger oder gar keine Symptome aus.

Diese Katzenrassen sind antiallergen:

Die Russisch Blau: Die Russisch Blau gilt als antiallergen, weil sie ein dichtes Doppelfell hat und weniger Fel d1 produziert. Aus Sicht eines Allergikers ist das eine sehr wertvolle Kombination, weil das Fel d1 das Fell der Russisch Blau nur schwer durchringen kann. Deshalb kommt es bei Berührungen der Katze zu weniger Direktkontakt.

Die Sibirische- und die Rexkatze: Auch bei den Sibirischen- und den Rexkatzen ist das Fel-d1-Vorkommen vergleichsweise gering. Außerdem hat die Sibirische Rassekatze den Vorteil, dass sie Wasserspiele mag und gerne badet beziehungsweise duscht. Dadurch wird ein Teil der Allergene ausgespült.

Die Siam-, die Bengal- und die Burmakatze: Siam-, Bengal- und Burmakatzen haben ein dünnes Unterfell. Dadurch verlieren die Katzen, selbst zum Saisonwechsel, kaum Fell. Weil das Fel d1 unter anderem an den Katzenhaaren klebt, kommt es also seltener zum symptomauslösenden Allergenkontakt.

Sonderfall Sphynx: Die Sphynx ist eine Nacktkatze und hat dementsprechend kein Fell. Weil das Katzenhaar bei der Verteilung des Fells eine ganz entscheidende Rolle spielt, kann schnell die fehlerhafte Schlussfolgerung, die Sphynx zähle zu den allergikerfreundlichen Katzen, entstehen. Leider ist das nicht der Fall, weil das Allergen auch durch Berührungen der blanken Haut übertragen werden kann. Lediglich der Radius, in dem das Fel d1 in den Wohnräumen hinterlassen wird, ist ein kleines bisschen eingeschränkt.

Diese Katzenrasse sind ebenfalls allerkigerkonform: Die Balinesenkatze, die Orientalische Langhaar- und die Orientalische Kurzhaarkatze und gegebenenfalls Kreuzungen daraus.

Was hilft gegen Katzenallergie?

Ein Allheilmittel gibt es bei einer Katzenallergie leider nicht. Es gibt aber verschiedene Wege, mit der Allergie umzugehen und diverse Methoden, um die Symptome zu reduzieren:

  • Rezeptpflichtige und -freie Antihistaminika
  • Hyposensibilisierungsverfahren (das ist eine Therapieform, bei der sich der Körper über längere Zeit an die Allergene „gewöhnt“)
  • Umfassendes Hygienekonzept (Händewaschen, Textilien reinigen, die Katze bürsten und die Wohnung von Katzenhaaren befreien)
  • Die Katze aus dem Schlafzimmer verbannen
  • Weniger Körperkontakt
  • Futterumstellung auf ein hypoallergenes Futterprodukt
  • Häufiges Lüften und Luftreinigung mit einem Filtersystem

Hinweis: Hitze zerstört das Protein übrigens nicht. Beim Waschen könnt ihr das Fel d1 zwar von euren Textilien runterspülen, welchen Waschgang ihr dafür wählt, ist aber prinzipiell egal.

Die obigen Verhaltenstipps sind leider kein Garant dafür, dass ihr tatsächlich eine Verbesserung erzielt. Falls die körperlichen Beschwerden trotz all eurer Bemühungen auf einem hohen Niveau stagnieren, solltet ihr euch über eine Ersatzfamilie informieren. Wenn sich der Körper nämlich dauerhaft mit den Allergenen auseinandersetzen muss, können chronische Krankheiten (Beispiel: Asthma) entstehen.

 

Habt ihr auch eine Allergiker Katze? Schreibt eure Erfahrungen in die Kommentare!

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