07.05.2021

Krallen schneiden beim Hund

Das müsst ihr beachten

Krallen schneiden beim Hund ist genauso wichtig für sein Wohlbefinden und seine Gesundheit, wie unsere eigene Nagelpflege.

Beim Laufen auf der Straße und beim Buddeln wetzen sich die Krallen zwar etwas ab, doch die meiste Zeit ist euer Hund sicherlich zu Hause, wo gemütlicher Teppich auf den Böden liegt. Da die Krallen ein Leben lang nachwachsen, ist es eure Aufgabe als Hundehalter, auf die richtige Länge zu achten. Der häufigste Grund, warum Hundehalter sich nicht ans Krallen schneiden herantrauen, ist die Befürchtung, dass ihr Liebling plötzlich zuckt oder sich durch das Festhalten übermäßig aufregt und eventuell aus Reflex zubeißt. Denkt einmal so: Eure Angst und Unsicherheit spürt der Hund und reagiert entsprechend. Dieser Ratgeber beantwortet euch alle Fragen zum Thema Krallen schneiden und hält hilfreiche Tipps bereit, damit es mit dem Krallen schneiden klappt.

Warum solltet ihr eurem Hund die Krallen schneiden?

Da heutzutage Hunde zu Hause leben, anstatt in freier Wildbahn, ist es sehr wichtig, dass ihr die Pfoten regelmäßig kontrolliert und beizeiten pflegt. Wird das Krallen schneiden beim Hund vernachlässigt, könne ernsthafte Komplikationen entstehen.

  • Der rote Strich, den ihr in hellen Krallen seht, ist das “Leben”, besser gesagt, die Blutgefäße. Wusstet ihr, dass diese Blutgefäße mitwachsen, wenn das regelmäßige Hundekrallen schneiden ausbleibt? Je länger die Krallen werden, umso mehr steigt das Risiko, dass sie beim Trimmen verletzt werden und bluten. Daher ist das Kürzen bei Erreichen einer gewissen Länge fast unmöglich, ohne Verletzungen zu verursachen. In diesem Fall heißt es, Geduld aufzubringen. Durch konsequentes Schneiden bilden sich die Blutgefäße mit der Zeit wieder zurück.
  • Zu lang gewachsene Krallen können beim Rennen oder Spielen abbrechen, was zu einer starken Blutung oder einer Infektion führt. Die verletzte Kralle ist messerscharf: Falls er sich kratzt, fügt er sich selbst tiefe Wunden hinzu. Noch schmerzhafter für euren Hund wird es, wenn er im Teppichboden oder in Drahtgittern hängenbleibt und sich schlimmstenfalls die Kralle komplett ausreißt.
  • Es kommt auch vor, dass eine übermäßig lange Kralle in den benachbarten Zeh einwächst. Das könnt ihr euch so vorstellen, als ob ihr euch einen Angelhaken eingetreten hättet, jede Bewegung verursacht starke Schmerzen. So dauert es nicht lange, bis eindringende Bakterien eine Entzündung auslösen. Die Pfote schwillt an, sie wird heiß und bildet oft eine Eiteransammlung unter der Haut (Abszess), die der Veterinär entfernen und die Pfote reinigen muss.
  • Für viele Hunde mit zu langen Krallen ist das Laufen sehr unbequem. Sie heben zwischendurch oft eine Pfote hoch, um sie zu entlasten. Ein verändertes Gangbild zeigt eine Schmerzhaltung an, da sich Haltungsschäden ausbilden, weil sich die Gelenke nicht natürlich bewegen können. Auf diesem Wege tragen die Gelenke unwiderbringliche Schäden davon. Der Verschleiß kann zu Arthrose in den Zehgelenken führen, was für betroffene Hunde ebenfalls mit lebenslangen Beschwerden verbunden ist. Manche Hunde knabbern auch selbst an ihren Krallen, um sie mithilfe der Zähne zu kürzen. Dabei kann er sich ungewollt selbst verletzen.

Alle Tiere, so auch Hunde, verlassen sich auf Nervenimpulse, die von den Pfoten an das Gehirn gemeldet werden. Damit werde Informationen über die eigene Position im Raum und Umweltfaktoren wie die Neigung des Bodens präzise registriert. Der Kontakt der Krallen mit dem Untergrund interpretiert das Bewusstsein des Hundes als ‚ich stehe an einem Hügel‘. Er passt seine Körperhaltung dem imaginären Aufstieg an, setzt die Pfoten dicht nebeneinander und neigt sich über die Vorderpfoten hinaus nach vorn. Damit er nicht auf die Schnauze fällt, weil der reale Boden ja flach ist, kompensiert er sein Gleichgewicht mit den Hinterläufen. Diese verkrampfte Körperhaltung nennen Fachleute „Ziege auf dem Felsen“. Betroffene Hunde entwickeln überdehnte Gelenke und überlastete Muskulatur, wodurch sich das Treppensteigen oder sogar das Aufstehen extrem erschwert. Krallen schneiden wirkt wahre Wunder!

Wann wird das Hundekrallen Schneiden notwendig?

Die Intervalle zur Krallenpflege fallen bei jedem Hund verschieden aus. So wachsen bei älteren Tieren die Krallen langsamer und bei Hunden, die sehr oft auf natürlichem Erdboden, im Sand oder über Feldwege laufen, ist das Krallen schneiden gar nicht notwendig. Wenn ihr nicht sicher seid, ob bei eurem Hund das Krallen schneiden an der Reihe ist, macht einfach den Papier-Test. Euer Liebling soll auf dem glatten Boden stehen und ihr versucht, ein Blatt Paper unter seine Krallen zu schieben. Funktioniert dies, sind die Krallen noch kurz genug.

Falls eine Kralle eingerissen ist oder andere Auffälligkeiten zu sehen sind, solltet ihr euch sofort darum kümmern. Auffällig ist beispielsweise, wenn sich die Krallen zur Seite wegbiegen, sodass die Zehen nicht mehr geschlossenen parallel nebeneinander liegen. Auch spitz nach oben durchdrückende Zehgelenke schließen auf einen Haltungsschaden.

So testet ihr, ob ihr die Krallen schneiden müsst

Stellt euren Hund auf einen glatten Fußboden und schaut euch die Pfoten an. Die Krallen sind in Ordnung, wenn sie den Boden nur ganz leicht oder nicht berühren. Falls euer Hund über den Fliesenboden läuft und klickernde Geräusche wie von Pfennigabsätzen hörbar sind, ist die Zeit gekommen, dem Hund die Krallen zu schneiden. Ihr könnt zur Kontrolle auch eine Pfote hochnehmen und von der Seite schauen, ob die Kralle länger als der Ballen ist.

Muss man bei Welpen die Krallen schneiden?

Es ist empfehlenswert, bei sehr jungen Welpen die Krallen zu schneiden, da diese sehr spitz und scharf sind. Wenn die Welpen am Gesäuge liegen und die Pfoten in den Bauch der Mutter drücken, können Verletzungen entstehen. Das Trimmen sollte sehr vorsichtig erfolgen, am besten macht ihr das zu zweit, da Hundebabys sehr lebhaft sind.

Krallen schneiden beim Hund: So wird es gemacht

Am besten integriert ihr das Krallen schneiden in die gewohnte Körperpflege. Schafft dafür zuerst eine entspannte Atmosphäre und legt folgende Utensilien bereit:

  • eine Krallenschere oder Krallenzange, eventuell eine Nagelfeile
  • eine Schere mit runder Spitze zum Kürzen der Haare zwischen den Ballen
  • eine Taschenlampe bei dunklen Krallen
  • Optional: Blutstiller, Pfotenbalsam

Viele Hundehalter lassen ihr Tier entspannt auf der Seite liegen. Hundekrallen bestehen wie Fingernägel aus Horn, mit dem Unterschied, dass im Innern Nerven und Blutgefäße verlaufen. Bei hellen Krallen ist ‘das Leben’ deutlich sichtbar, während ihr bei dunklen Krallen eine Taschenlampe zur Hand nehmt und nötigenfalls die Lesebrille aufsetzt. Durch leichten Druck auf die Ballen spreizt euer Hund die Zehen auseinander.

Schneidet die Kralle parallel zur abgelaufenen Spitze in mehreren dünnen Scheibchen, bis ihr einen Millimeter vor dem Blutgefäß seid. So haltet ihr das Verletzungsrisiko gering, denn ihr könnt die abgeschnittenen Stückchen vergleichen: Je näher ihr dem Blutgefäß kommt, umso deutlicher ist in der Mitte ein Punkt zu sehen, der bei dunklen Krallen schwarz, bei hellen Krallen rosafarben ist. Vergesst nicht die Wolfskralle an den Hinterläufen zu schneiden, falls euer Hund diese hat. Abschließend glättet ihr die Schnittflächen mit einer Nagel- oder Krallenfeile. Falls ein Missgeschick passiert, wendet ihr den Blutstiller an oder stoppt die Blutung mit einem Eiswürfel in einem Papiertaschentuch. Wichtig: Belohnt euren Liebling mit einem Leckerli für die gute Zusammenarbeit!

Hunde-Krallen schneiden ohne Krallenschere: Geht das?

Während für Kleinrassen die Krallenschere ideal ist, benutzen die meisten Hundebesitzer mittelgroßer Rassen eine größere Krallenzange, die bessere Hebelwirkung leistet und durch einen Schneideschutz die maximale Kürzung definiert. Sichelförmige Schneiden üben rundum Druck auf die Kralle aus, wodurch ein glatter Schnitt entsteht.

Eine Alternative bietet die Guillotinen-Krallenzange: Hierbei legt ihr die Metallöse um die Kralle und drückt den Zangengriff zusammen, wodurch sich die Schneide bewegt und die Kralle kürzt. Die Handhabung der Guillotinen-Krallenzange ist für Anfänger sicher, doch bedenkt, dass bei diesem System die Kralle gequetscht wird, was die meisten Hunde als schmerzhaft empfinden. Effizient und schnell arbeitet ein elektrischer Krallenschleifer, jedoch mögen manche Hunde das surrende Geräusch nicht. Am besten leiht ihr euch probeweise ein Gerät aus, um die Reaktion eures Hundes zu testen.

Euer Hund lässt sich nicht die Krallen schneiden – Das könnt ihr tun

Bereitet dem Hund in Verbindung mit dem Krallen schneiden immer ein positives Erlebnis. Euer Hund lässt sich nicht die Krallen schneiden, weil er möglicherweise Angst hat. Kann er das Kommando „Pfötchen geben“? Verlängert die Zeit, wo ihr seine Pfote in der Hand haltet kontinuierlich und lasst ihn an der Krallenschere schnüffeln. Hilfreich ist Clickertraining, wonach eurer Hund nach jedem Signal eine kleine Belohnung erhält. Manche Hundebesitzer gewöhnen Ihren Vierbeiner an das Schneidegeräusch, indem sie einen Zahnstocher wie die Pfote in die Hand nehmen und abknipsen. Wenn ihr euch das Krallen schneiden nicht zutraut, wendet euch an die Profis in einem Hundesalon oder fragt den Tierarzt, der diesen Service auch anbietet.

Schneidet ihr euren Hunden regelmäßig die Krallen? Worauf muss man besonders achten? Erzählt uns mehr in den Kommentaren!

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