02.10.2019

Beulen & Knubbel beim Hund

Handelt es sich um einen Tumor oder gibt es andere Auslöser?

Ihr streichelt euren Hund und plötzlich spürt ihr eine ungewohnte Erhebung auf der Haut – ein kleiner Knubbel oder sogar eine Beule. Da läuten zunächst die Alarmglocken! Schnell schließen Tierhalter auf einen Tumor. Es gibt jedoch zahlreiche andere Auslöser für plötzliche Knoten in der Haut.

Ein Knubbel beim Hund muss kein Tumor sein

1. Brustwarzen

Die wohl einfachste Erklärung für einen Knubbel im Brust- oder Bauchbereich sind die Brustwarzen des Hundes. Sie sind gut im Fell versteckt und nur nach gründlichem Abtasten spürbar. Häufig werden sie irrtümlich für Zecken oder Pickel gehalten. Auch männliche Tiere besitzen Brustwarzen. Wenn ihr also einen Knubbel im Brustbereich entdeckt, solltet ihr zunächst prüfen, ob ein passendes Gegenstück auf der andere Seite des Körpers zu finden ist.

2. Parasitenbisse

Häufig sind plötzlich auftretende Knubbel auch auf einen Parasitenbefall zurückzuführen. Besonders in der warmen Jahreszeit sind Zecken, Flöhe und Co aktiv. Ein bis zu ein Zentimeter großer Knubbel ist daher häufig nichts anderes als eine festgebissene Zecke. Besonders Zeckenbisse laufen jedoch Gefahr sich zu entzünden. Bei sensiblen Hunden kann der Biss anschwellen, wenn ein Stück des Kopfes der Zecke stecken geblieben ist. Ebenso ist es möglich, dass Bakterien in die Wunde gelangt sind. In diesem Fall ist es sinnvoll einen Tierarzt aufzusuchen. Zecken können nämlich bei Hunden einige Krankheiten hervorrufen.

Übrigens: Tipps zum Entfernen einer Zecke gibt es im Magazin!

3. Grützbeutel

Für eine geschmeidige und wasserabweisende Haut sondern Hunde Talg ab. Diese Talgdrüsen können unter Umständen zu viel Talg produzieren oder sich entzünden. Dies kann zu einem kleinen Pickel, aber auch zu einem größeren, sogenannten Grützbeutel führen. Dieser kann sich schmerzhaft entzünden und ihr müsst ihn ausdrücken lassen.In schlimmen Fällen füllt er sich wieder. Dieser kann die Wundhöhle ausspülen oder den Beutel operativ entfernen. In den meisten Fällen ist das jedoch nicht nötig.

4. Hautwarzen

Speziell ältere Hunde bekommen häufig Warzen auf der Haut. Betroffen sind meist die Stirn, die Innenschenkel oder das Kinn. Meist sind diese Hautwarzen jedoch nicht schmerzhaft und stellen nur einen Schönheitsfehler dar. Wenn euer Hund jedoch häufig an der Warze kratzt, kann sie sich entzünden und problematisch werden. Ohne ärztliche Behandlung kann die Warze dann schnell zu einer Entzündung werden.

5. Knubbel & Beulen nach Injektionen

Empfindliche Hunde zeigen nach einer Impfung oder einer anderen Injektion an der Einstichstelle eine Reaktion. Bei Impfungen ist diese meist auf die Lösungsmittel der Impfstoffe zurückzuführen. Doch auch durch den Einstich selbst kann eine Entzündung entstehen. Besonders bei langhaarigen Hunden mit dichtem Fell ist es schwierig, die Einstichstelle richtig zu desinfizieren. Spritzenreaktionen klingen jedoch meist nach wenigen Tage wieder ab. Ist dies nicht der Fall, solltet ihr den Tierarzt aufsuchen, um sicher zu stellen, dass sich kein Abszess gebildet hat.

Die häufigsten Tumor-Arten bei Hunden

Krebs ist heutzutage die häufigste Todesursache bei Hunden. Mit einer frühzeitigen Diagnose können jedoch immer mehr Hunde vollständig geheilt werden.

Lipome

Lipome sind Tumore des Fettgewebes, die sich überall bilden können. Sie werden oftmals sehr groß und sind überwiegend weich. Die Geschwülste müsst ihr nur entfernen lassen, wenn sie das Tier direkt beeinträchtigen. Im Normalfall braucht das Lipom nicht entfernt zu werden. Ihr solltet jedoch vorher sicher sein, dass es sich wirklich um ein Lipom handelt. Dazu ist eine Biopsie nötig, bei der der Tierarzt mit der Spritze einige Zellen zur Untersuchung entnimmt. Es gibt generell Hunde, die mehr zu Lipomen neigen als andere.

Milchdrüsen-Tumor

Ein Tumor an der Milchdrüse – auch bekannt als Gesäugetumor – kommen relativ häufig vor. Auch Rüden können davon betroffen sein. Am besten erkennt ihr den Tumor, indem ihr den Bauch eures Hundes regelmäßig abtastet. Die meisten werden diese zusätzlichen Streicheleinheiten zu schätzen wissen. Achtet bei der Untersuchung auf alle Partien von der Höhe des Ellenbogens bis zu den Innenschenkeln. Der Tumor kann Größen von einem kleinen Knötchen bis zu einem großen Geschwulst erreichen. Es gibt weiche oder harte, verschiebliche oder verwachsene sowie gutartige oder bösartige Gesäugetumore. Etwa jeder zweite Tumor am Gesäuge ist bösartig, wobei ihr das nur durch eine pathologische Untersuchung feststellen könnt.

Tipps zur Krankheitsbestimmung

Tastet euren Hund regelmäßig auf Knubbel, Warzen oder andere Unebenheiten auf und unter der Haut ab. So wisst ihr, wie sich die Haut eures Hundes anfühlt, wenn er gesund ist. Beginnt dabei am Kopf und bewegen eure Hände tastend über Körper und Beine des Hundes. Zum Schluss ist noch der Bauch dran. Sorgt dafür, dass sich euer Hund früh an die Prozedur gewöhnt.

Wenn ihr etwas findet, solltet ihr folgendes beachten:

  • Notiert Zeitpunkt und Größe des Knubbels!
  • Gab es auffällige Ereignisse in der Vergangenheit?
  • Zeigt der Hund neben dem Knubbel andere Symptome? (Appetitverlust, Durchfall, etc.)
  • Sucht eine Tierarztpraxis oder Tierklinik auf und lasst euren Hund eingehend untersuchen!

Hatte euer Hund auch schon mal einen Knubbel auf der Haut? Wie war die Diagnose und was konntet ihr unternehmen? Berichtet uns von euren Erfahrungen in den Kommentaren!

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