18.12.2021

Mastzelltumor Hund

Wie er entsteht und was ihr tun könnt

Schockdiagnose: Mastzelltumor beim Hund! Natürlich wirft einen die Erkrankung des geliebten Hundes zunächst völlig aus der Bahn. Trotzdem ist es wichtig, dass man – auch in einer Extremsituation wie dieser – handlungsfähig bleibt. Deshalb erhaltet ihr in dem folgenden Artikel zahlreiche Tipps und wichtige Hintergrundinformationen!

Mastzelltumor Hund Symptome – wie sehen sie aus?

Die Symptome und das Erscheinungsbild eines Mastzelltumors können erstaunlich unterschiedlich sein:

Sichtbare Veränderungen: Manchmal fallen dem Hundehalter einzelne oder mehrere Hautveränderungen auf. Diese können in der Größe und im Aussehen variieren. Beispiele: Knötchenbildung, punktueller Haarausfall, offene Verletzungen.

Veränderungen an den innenliegenden Organen: Ein Indiz für Metastasen, ist die Veränderung der Leber und der Milz. Allerdings benötigt man für die Untersuchung medizinisches Fachgerät.

Die Mastzellen können nachteiligen Einfluss auf zahlreiche Körperfunktionen nehmen. Das äußert sich in:

  • Schmerzen
  • Durchblutungsstörungen
  • Hautrötungen
  • Schwellungen
  • Juckreiz
  • Allergische Reaktion bis hin zum lebensbedrohlichen Schock
  • Magen- und Darmgeschwüre
  • Brechreiz
  • Appetitverlust
  • Innere Blutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Rastlosigkeit
  • Allgemeines Unwohlsein

Dadurch, dass die Symptome so vielseitig sind, lässt sich der Mastzelltumor ohne weitergehende Untersuchung nicht eindeutig diagnostizieren. Beim Tierarzt wird deshalb eine Gewebeprobe entnommen.

Mastzelltumor Hund Endstadium Symptome

Bei Hunden im Endstadium fallen diese körperlichen Anzeichen auf:

  • Wasser- und Futterverweigerung, Gewichtsverlust
  • Niedergeschlagenheit hat bis hin zur Apathie
  • Erhöhte Körpertemperatur im fiebrigen Bereich
  • Chronischer Schmerz
  • Erbrechen und Störungen in der Verdauungstätigkeit
  • Wesensveränderung, Verwirrtheit, Orientierungsverlust
  • Ängste und Aggressionen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit

Gutartiger und bösartiger Mastzelltumor Hund – wie unterscheiden sie sich?

Mastzellen beteiligen sich unter anderem an der körpereigenen Immunabwehr. Mutierte Mastzellen können diese Funktion aber nicht länger erfüllen und bilden ein sogenanntes Mastozytom.

Das Mastozytom, also der Mastzelltumor, besteht demnach aus einer Vielzahl entarteter Zellen. Diese sammeln sich häufig als sichtbare Umfangsvermehrungen entlang der Haut des Hundes an. In seltenen Fällen kann es aber auch zu einem Befall der Organe, der Schleimhäute und der Knochen kommen.

Es gibt verschiedene Kriterien, anhand derer man die Mastzelltumore klassifizieren kann:

Grad-I-Tumore: Grad-I-Tumore sind die harmloseste Form. Sie metastasieren kaum (sogenannter gutartiger Tumor) und dringen nicht tief in das Bindegewebe ein. Dementsprechend ist die Heilungsquote ziemlich hoch.

Grad-II-Tumore: Hunde mit vollständig entfernten, nicht metastasierenden Grad-II-Mastzelltumoren haben ebenfalls eine hohe Überlebenschance. Allerdings können Grad-II-Tumore auch aggressiv und schwerer zu behandeln sein. Die Aggressionsrate bemisst sich unter anderem über Tyrosinkinasen (Enzyme) und das Ki-67 (Protein), welche die Zellteilung beeinflussen und damit über das Wachstum des Tumors bestimmen.

Grad-III-Tumore: Grad-III-Mastzelltumore sind die aggressivste Form. Da Tumore dieser Art häufig streuen (sogenannter bösartiger Tumor), also andere Körperareale außerhalb des Ursprungstumors befallen, ist die Prognose tendenziell eher schlecht. Zumindest reicht ein chirurgischer Eingriff oft nicht aus.

Mastzelltumor Hund Lebenserwartung

Die Lebenserwartung eines von Mastzelltumoren befallenen Hundes hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Der Schweregrad: Einzelne Grad-I- und Grad-II-Mastzelltumore sind in der Regel gut behandelbar. Betroffene Hunde haben nach der Behandlung etwa eine Lebenserwartung von mindestens zwei Jahren. Bei einem Grad-III-Tumor sieht die Prognose leider düster aus, weil der Tumor wiederkommen oder Metastasen im Organismus bilden kann. Die Lebenserwartung eines mit einem Grad-III-Tumor diagnostizierten Hundes beträgt deshalb maximal vier Monate.

Das Hinzukommen von Begleiterscheinungen: Die Prognose verschlechtert sich in Abhängigkeit zu der allgemeinen Befindlichkeit. Hunde mit körperlichen Symptomen, wie Verdauungsbeschwerden und Gewichtsverlust, haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, sich vollständig von der Tumorerkrankung zu erholen.

Das Körperareal: Die Stelle, an der sich der Tumor gebildet hat, wirkt entscheidend auf die Lebensdauer ein. Tumore in der Schleimhautregion, in der Leistenspalte und an den Hoden haben die Eigenschaft, besonders aggressiv zu sein.

Die Rassezugehörigkeit: In gewisser Weise hängt die Lebenserwartung des Hundes auch von der Hunderasse ab. Der Labrador, der Golden Retriever, der Boxer, die Englische Bulldogge, der Berner Sennenhund und der Boston Terrier erkranken vergleichsweise oft und sterben dementsprechend verfrüht in der Folge daran. Die Hunderasse und die Wahrscheinlichkeit einer Tumorerkrankung hängen scheinbar zusammen, sodass davon auszugehen ist, dass Letztere auf eine genetische Ursache zurückzuführen ist.

Mastzelltumor Hund einschläfern – ein Grund?

In schwerwiegenden Fällen ist der Tumor nicht mehr zu therapieren, beispielsweise dann, wenn es sich um einen aggressiven Mastzelltumor handelt, der bereits metastasiert.

Außerdem gibt es immer wieder einzelne Hunde, die nicht wie erhofft auf die therapeutischen Maßnahmen reagieren. Auch kann es vorkommen, dass Hunde in einem schlechten Allgemeinzustand die Behandlungsmethoden nicht überstehen.

Auch wenn die Primärbehandlung in einem solchen Fall nicht funktioniert, können Schmerzmittel aber noch eine Weile nutzbringend sein. Das räumt dem Halter noch die Gelegenheit ein, von seinem geliebten Haustier Abschied zu nehmen.

Sobald ersichtlich ist, dass sich der Hund von einem Tag zum nächsten quält, erfolgt die Euthanasie als erlösende Letzt-Option.

Mastzelltumor Hund OP Kosten

Die Behandlung des Mastzelltumors fällt in den Zuständigkeitsbereich der Onkologie.

Die chirurgische Entfernung kommt in Betracht, wenn

  1. es sich um einen einzelnen, leicht zu entfernenden Tumor (Grad I oder II) handelt,
  2. die Lymphknoten nicht betroffen sind und
  3. Es keine Metastasen gibt.

Eine Folge- oder Zusatztherapie ist nicht erforderlich, wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann.

Leider gibt es auch Fälle, in denen die operative Entfernung des tumorösen Gewebes nicht reicht. Das ist bei Grad-III-Mastzelltumoren, metastasierenden Tumoren, inoperablen Tumoren und Lymphknotenbeteiligung der Fall. Wenn die Operation keine vollständige Heilung herbeiführen kann, bekommt der Hund ausschließlich oder im Anschluss daran Chemotherapeutika. Diese können den Tumor zwar nicht immer hinreichend bekämpfen, aber dennoch eine lebensverlängernde Behandlungsmethode sein.

Manchmal kann der Tierarzt den Tumor nicht vollständig entfernen. Dann kann es sein, dass der Hund zusätzlich bestrahlt werden muss.

Außerdem setzen einige Veterinäre

  • Medikamente gegen das Erbrechen und zum Magenschutz,
  • Tyrosinkinasehemmer,
  • die dendritische Zelltherapie oder
  • eine Zweit-OP ein,

um an ihr Ziel – die ganzheitliche Genesung des Hundes – zu gelangen.

Je nach Behandlungsart können

  • bei der operativen Entfernung des tumorösen Gewebes kosten bis zu 1.200 Euro,
  • bei der Bestrahlungstherapie Kosten bis zu 3.500 Euro und
  • pro Chemotherapie 200 Euro entstehen.

Mastzelltumor Hund alternative Behandlung – welche Möglichkeiten habt ihr?

Wirkliche Alternativen zur Operation, der Bestrahlung und Chemotherapie gibt es bedauerlicherweise nicht.

Allerdings können ergänzende Medikamente der Behandlung zuträglich sein:

  • Antihistaminika zum Schutz vor Magengeschwüren und allergischen Reaktionen
  • Magensäureblocker zur Blockierung der Botenstoffe und Linderung der körperlichen Reaktionen
  • Cortison als Wachstumshemmer und vorbeugend gegen Komplikationen

Mastzelltumor Hund Ernährung

Die Ernährung kann zwar nicht die einzige Behandlung, aber doch eine sinnvolle Unterstützung sein.

Mit dieser Futterumstellung kann sich das Wohlbefinden und die Lebenserwartung eures Hundes erhöhen:

  • Da der Hund im Zuge der Tumorerkrankung häufig an Gewicht verliert, sollte das Hauptfutter hochkalorisch sein.
  • Der Tumor verändert die Nährstoffbilanz des Hundes, weshalb er zusätzliche Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine braucht.
  • Da sich der Mastzelltumor von Kohlenhydraten „ernährt“, solltet ihr den Kohlenhydratanteil im Futter eures Hundes erheblich reduzieren.
  • Außerdem eignen sich stärkende Präparate für die Darmtätigkeit und für das Immunsystem.

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