08.09.2021

Katze dement?

So erkennt ihr die schwere Krankheit

Wenn die Katze im Alter häufig miaut, unsauber ist und desorientiert durch die Wohnung läuft, können typische Altersbeschwerden dafür verantwortlich sein, vielleicht ist die Katze aber auch dement. Demenz ist nämlich eine Krankheit, die nicht nur uns Menschen, sondern auch unsere Stubentiger betreffen kann.

Doch woran könnt ihr erkennen, ob eure Katze von Demenz betroffen ist und lassen sich demente Katzen therapieren?

Demenz bei Katzen – ab wann ist eine Katze dement?

Bei der Demenz finden im Gehirn der Katze verschiedene degenerative Veränderungen statt. Die Nervenzellen bauen sich immer weiter ab. Dadurch gehen grundlegende Fähigkeiten, wie die Erinnerungsgabe oder der Orientierungssinn, verloren. Eine Katze ist also dement, wenn der selbstzerstörerische Prozess in ihrem Gehirn begonnen hat.

Katzen Demenz Symptome und Anzeichen

Die Demenz schleicht sich langsam in das Leben eurer in die Tage gekommenen Katze ein und äußert sich in vielen Fällen so:

  • Demente Katzen miauen viel und schreien in der Nacht. Das tun sie vor allem dann, wenn sie allmählich die Orientierung verlieren.
  • Katzen mit Demenz werden unsauber und verlernen, auf das Katzenklo zu gehen.
  • Bei einigen Katzen kommt es zu einer Wesensänderung (plötzliche Lethargie, Angst, Trauer oder Aggression).
  • Die Katzen können nicht angemessen auf Veränderungen reagieren. Sie prägen sich neue Dinge einfach nicht mehr ein.
  • Die Sinneskräfte lassen spürbar nach. So verhält es sich auch mit der körperlichen Leistungsfähigkeit. Erhöhte Ebenen, wie Kratzbäume, können für demente Katzen deshalb sehr gefährlich sein.
  • Demente Katzen nehmen einen neuen Schlaf-Wach-Rhythmus Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Katzen tagsüber passiv verhalten und die Nächte sehr durchwachsen sind.
  • Selbst wenn ihr feste Rituale habt, kann eure Katze die Abläufe auf einmal nicht mehr repetieren.
  • Es kann vorkommen, dass sich gesunde und demente Katzen plötzlich nicht mehr miteinander verstehen (soziale Reibereien).
  • Manche Katzen stellen die Nahrungsaufnahme ein und verlieren deshalb erheblich an Gewicht.
  • Es kann sein, dass demente Katzen nicht mehr (in gewohnter Weise) auf ihren Halter reagieren

Demenz Katze – wann solltet ihr zum Tierarzt?

Falls der Verdacht einer Demenzerkrankung im Raume steht, solltet ihr euren Tierarzt kontaktieren. Da es allerdings bislang kein sicheres Diagnoseverfahren gibt, ist es wichtig, dass ihr die Veränderungen an eurer Katze genau beschreiben, möglicherweise auch anhand eines Videos dokumentieren könnt. Trotzdem werden umfassende Untersuchungen nötig sein. Bevor der Tierarzt die Diagnose Demenz stellen kann, muss er nämlich sichergehen, dass es keinen anderen Auslöser gibt.

Katzen Demenz Behandlung – was gibt es für Möglichkeiten?

Sobald die Demenzdiagnose steht, stellt sich die Frage danach, welche Therapieformen es gibt. Die Behandlung der Katze teilt sich dabei in zwei Hauptkategorien: den privaten und den medizinischen Bereich.

Katzen Demenz Medikamente: gibt es welche, die helfen?

Trotz intensiver Forschungsarbeit auf dem Demenzgebiet, gibt es momentan leider kein Medikament, dass das Voranschreiten der Krankheit aufhalten kann. Präventive Behandlungsmethoden sind ebenfalls nicht bekannt. Die einzige Möglichkeit, die im Kampf gegen die Demenzerkrankung bleibt, ist die Linderung der klinischen Symptome, die oft aber nicht durch die Demenz selbst, sondern durch begleitende Krankheiten entstehen.

Demenz bei Katzen – so könnt ihr eure Samtpfote unterstützen

Obgleich die Medizin gegen die Demenzerkrankung machtlos ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie ihr eurer Katze den Umgang mit der Krankheit erleichtern könnt:

  1. Füttert eure Katze mehrmals täglich und erinnert sie daran. Abends kann die Portion ruhig etwas größer sein. Leicht angewärmt riecht das Futter stärker und schmeckt deshalb doppelt so gut. Denkt immer daran, dass eine demente Katze nicht mehr so gut hört, sieht und riecht. Weil mit dem Geruchs- auch der Geschmackssinn verloren geht, ist es manchmal nötig, die Katze mit einigen Tricks zum Fressen zu motivieren.
  2. Stellt die Futter- und Trinknäpfe an mehreren Stellen in der Wohnung auf, damit die Katze nicht hungert oder dehydriert.
  3. Richtet ein weiteres, flaches und leicht zu erreichendes Katzenklo ein.
  4. Stattet die Räumlichkeiten mit Bewegungslichtern aus. So kann sich die Katze besser orientieren und auch bei Dunkelheit gut sehen.
  5. Je stärker die Symptome der Katze sind, desto gefährlicher kann die freie Raumeinteilung sein. Beschränkt ihren Bewegungsradius auf einen festen Raum, falls sich die Katze nicht mehr orientieren kann. Das Zimmer muss alle Elemente beinhalten, die die Katze im Alltag braucht (Kratzobjekte, Spielzeug, Schlafplatz, Wasser, Futter, Klo). Da bei einer dementen Katze akute Verletzungs- und Verlustgefahr besteht, sollte sie nun auch nicht mehr allein im Freien sein. Sichert euch durch die Kennzeichnung der Katze (beispielsweise durch einen Mikrochip) und die Registrierung auf einen Haustierportal (zum Beispiel TASSO oder FINDEFIX) gegen das Abhandenkommen ab. Außerdem könnt ihr eure Katze mit einem GPS-Tracker versehen, um sie damit zu lokalisieren.
  6. Demente Katzen brauchen feste Rituale und gleichbleibende Strukturen. Haltet eure täglichen Routinen sorgsam ein und verzichtet darauf, neue Möbel zu erwerben oder die vorhandene Inneneinrichtung umzustellen.
  7. Passt die Beschäftigungsmöglichkeiten an die Fähigkeiten und Bedürfnisse einer dementen Katze an. Alle Kratz-, Schlaf- und Kletterelemente sollten am oder knapp oberhalb des Bodens sein. So könnt ihr sicherstellen, dass der Katze im Falle eines Sturzes nichts passiert.
  8. Durch den Einsatz von Intelligenzspielzeugen bleibt eure Katze geistig fit. Ihr könnt die Demenz damit zwar nicht heilen, erspielt euch aber einen Zeitgewinn, weil das Lernen die Neubildung der Gehirnzellen stimuliert.
  9. Bietet eurer Katze kuschelige Schlafplätze an und lasst sie, während sie schläft, in Ruhe.
  10. Schenkt der Katze Liebe, Verständnis und Gelassenheit. Achtet dabei aber auch auf eure eigenen emotionalen Reserven (schafft einen Ausgleich, der euch zum inneren Gleichgewicht verhilft), weil es Kraft fordert, geduldig auf die Katze einzugehen.

Demenz Katzen Lebenserwartung – worauf ihr euch einstellen solltet

Die Lebenserwartung einer Katze ist eine Zeitangabe, die je nach Rasse, Gesundheitszustand des Tieres und Haltungsform (Wohnungskatze/Freigänger) sehr stark variieren kann (Richtwert: 8 bis 18 Jahre). Durch die Demenzerkrankung kann sich die Lebensdauer der Katze weiter reduzieren. Allerdings werden die meisten Katzen ohnehin erst dement, wenn sie schon im Seniorenalter sind.

Viele demenzkranke Katzen sterben keinen natürlichen Tod, sondern werden bei starken Beschwerden euthanasiert (eingeschläfert). Diese Tatsache wirkt sich zusätzlich verkürzend auf die Lebensdauer aus.

 

Hat eure Katze auch Demenz? Berichtet uns über eure Erfahrungen und schreibt es in die Kommentare!

 

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