02.02.2022

Katze baden

Wie es geht und wann ihr es tun solltet

Manche Katzen sind so verschmutzt, dass sich die Frage stellt, ob man die Katzen baden soll. Im Regelfall ist das Bad nicht erforderlich, denn Katzen sind von Natur aus reinlich und pflegen sich normalerweise selbst. Allerdings kann es Fälle geben, in denen die Katze dazu nicht in der Lage ist oder in denen die gewöhnliche Fellpflege nicht reicht.

Darf man Katzen baden?

Die Katze ist ein reinliches Tier und übernimmt die Körperpflege in der Regel selbst. Manchmal kommt es jedoch vor, dass sie die Verschmutzungen nicht rückstandslos entfernen kann.

Falls eure Katze stark verschmutzt ist, könnt ihr zunächst einen feuchten Lappen nehmen. Das stresst die Katze nicht so wie ein Ganzkörperbad und ist schonender.

Zusätzlich könnt ihr versuchen, oberflächliche Verkrustungen und loses Fell mit einer Katzenbürste zu entfernen.

Das Bad sollte immer die letzte Alternative und damit eine seltene Ausnahme sein (ihr könnt zwei bis sechs Mal jährlich als groben Richtwert nehmen). Das Baden der Katze ist also prinzipiell erlaubt. In manchen Konstellationen (beispielsweise im Umgang mit alten und kranken Katzen), geht es sogar so weit, dass ihr eure Katze nicht zur helfen dürfte, sondern sie bei der Körperpflege sogar unterstützen müsst.

Wann muss man Katzen waschen?

Auch wenn ihr eure Katze nur im Ausnahmefall baden solltet (manche Katzen kommen komplett ohne Baden aus), kann das Bad manchmal doch vonnöten sein:

Langhaarkatzen: Einige Langhaarkatzen haben das Problem, dass sich ihr Kot im Analbereich verfängt. Dem könnt ihr vorbeugen, indem ihr das Fell an der entsprechenden Stelle trimmt. Falls es dafür bereits zu spät ist, muss das Bad notgedrungen sein.

Parasiten: Wenn die Katzen Milben hat, kann das Bad eine sinnvolle Ergänzung zur veterinärmedizinischen Behandlung sein.

Gift: Falls eure Katze mit giftigen Substanzen, beispielsweise Pestiziden, in Kontakt gerät, müsst ihr die Rückstände aus ihrem Fell entfernen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass sie Vergiftungssymptome entwickelt, wenn sie das Gift bei der Fellpflege hinunterschluckt. Für den Fall, dass die Katze toxische Substanzen im Fell hat, ist ein Ganzkörperbad deshalb dringend angezeigt.

Grober Schmutz: Grobe Verunreinigungen lassen sich manchmal nur mit einem Bad entfernen.

Körperliche Einschränkungen: Katzen pflegen sich normalerweise selbst. Krankheiten oder das Alter sind aber mögliche Gründe dafür, dass sie sich nicht mehr eigenständig putzen können. In so einer Situation müsst ihr die Fellhygiene eurer Samtpfote übernehmen.

Übrigens: Obgleich Nacktkatzen nicht so wasserscheu wie ihre Artgenossen sind, sollte das Ganzkörperbad bei ihnen ebenfalls eher die Ausnahme denn die Regel sein. Den Talgfilm, den diese Katzen auf ihrer Hautoberfläche haben, könnt ihr mit einem feuchten Tuch entfernen.

Katzen Baden – das ist zu beachten

Grundsätzlich könnt ihr eure Katze auch ohne Badezusatz pflegen. Falls ihr lieber auf ein Shampoo zurückgreifen wollt, sollte es ein Katzenshampoo aus dem Zoofachhandel, dem Internet oder von eurem Tierarzt sein. Da Katzen auf ihrer Hautoberfläche einen anderen pH-Wert als wir Menschen haben (Katze: 5,8/Mensch: 4,7 bis 5,75), wurden für beide Spezies eigene Pflegelinien konzipiert. Das ist wichtig zu wissen, da die Geruchsstoffe in den menschlichen Shampoos den Katzen häufig nicht gefallen und es beim Nutzen der falschen Produkte zu allergischen Reaktionen, einer geschädigten Hautbarriere und zu Hautirritationen kommen kann.

Katze waschen – so funktioniert es

Angenommen einer der obigen Fälle ist eingetreten und ihr müsst eure Katzen baden. Doch wie genau geht ihr dabei am besten vor?

Die Vorbereitung:

  • Legt alle benötigten Hilfsmittel (Shampoo, Handtuch, Schale/Messbecher, ggf. Thermometer und Föhn) zusammen, damit ihr nicht während des Badevorgangs danach suchen müsst. Das Kramen könnte Unruhe aufbringen und damit die Atmosphäre stören.
  • Die Umgebung sollte ruhig und reizarm sein. Die Katze zu einem Zeitpunkt zu baden, an dem ihr Besuch, ein Paket oder eine Essenslieferung erwartet, ist störungsanfällig und damit nicht so optimal.
  • Heizt das Badezimmer bis zur Wohlfühltemperatur der Katze (zwischen 14 und 23 Grad) auf.
  • Alle Gegenstände, die die Katze von der Badewanne aus erreichen, greifen, zerstören oder sich dran hochziehen kann, werden vorsorglich entfernt.
  • Die Fenster sollten zum Schutz vor Zugluft geschlossen worden sein.
  • Kleidet die Badewanne/die Dusche mit einer rutschfesten Bodenmatte aus.
  • Lasst lauwarmes Wasser (bis zu 35 Grad) in eine (Baby-) Wanne oder in den Fußraum eurer Duschkabine ein. Je kleiner, desto besser, da ihr den Waschvorgang auf einer überschaubaren Fläche besser kontrollieren könnt.
  • Sobald alles vorbereitet ist, könnt ihr die Katze holen.
  • Schleißt nun die Tür vom Bad.

Das Bad:

  • Eure Körperhaltung und die Stimmlage sollte durchgehend ruhig und ausgeglichen sein.
  • Ihr könnt die Katze mit dem Wasser vertraut machen, indem ihr zunächst eine kleine Menge Wasser über ihre Pfoten gießt. Wenn die Katze gut darauf reagiert, könnt ihr die Wassermenge erhöhen und hinsichtlich der Körperzonen variieren.
  • Achtet darauf, dass das Wasser nicht in die Augen, die Ohren, die Nase und den Mund gelangt. Das gilt besonders dann, wenn ihr die Katze shampooniert.
  • Duschköpfe spritzen und sind für die meisten Katzen deshalb nicht besonders angenehm. Mit einem Behältnis zum Gießen (beispielsweise einer Schale) und einem Schwamm, fließt das Wasser gleichmäßiger. Deshalb sind diese Hilfsmittel als katzenfreundliche Alternativen zum Duschkopf durchaus zu empfehlen.

Die Nachbereitung:

  • Das Fell der Katze speichert eine große Menge Flüssigkeit, die dafür sorgt, dass die Katze nach dem Baden friert. Damit sie sich nicht erkältet, ist es enorm wichtig, dass sie das Badewasser durch ein Handtuch oder den Föhn sogleich wieder verliert. Sofern sich die Katze in einer aufgeheizten Wohnung befindet, reicht das Abtrocknen mit dem Handtuch aus. Der Föhn sollte ohnehin nur dann zum Einsatz kommen, wenn sich die Katze nicht vor den Geräuschen und dem Luftstrom scheut

Katze Baden – weitere Tipps

Die meisten Katzen meiden offene Gewässer und sind auch in puncto Körperpflege wasserscheu. Der erzwungene Wasserkontakt setzt sie unter großen Stress, sodass sie sich instinktiv (ggf. unter Zuhilfenahme ihrer Krallen) dagegen wehren.

Ihr könnt den Stress deutlich reduzieren, indem ihr das Baden mit der Katze übt:

  • Macht die Katze schon früh mit dem nassen Medium vertraut: Lasst dazu ein wenig Wasser über ihre Pfoten tropfen, gleitet mit einem nassen Lappen über ihren Körper, taucht die Pfötchen in eine Schale mit Wasser und lasst eure Katze mit Wasser (beispielsweise mit dem laufenden Wasserhahn oder mit einer Wasserschale und darin schwimmenden Gummitierchen) spielen.
  • Da junge Katzen keine Vorbehalte gegen Wasser haben und sehr neugierig sind, können sie ihre Skepsis schnell verlieren. Bei vielen älteren Katzen gelingt das mit viel Hingabe aber auch.
  • Wichtig: Ehe sich die Katzen alleine mit Wasser beschäftigen, sollten sie in der motorischen Entwicklung so weit vorangeschritten sein, dass keine Ertrinkungsgefahr besteht!

Übrigens: Nicht alle Katzen sind wasserscheu. Viele wilde oder Waldkatzenrassen (wie die Norwegische Waldkatze, die Sibirische Katze, die Bengal oder die Maine Coon) freuen sich über das kühle Nass und nutzen es gern zum Spielen.

 

War eure Katze auch schon mal so verschmutzt, dass ihr zu Hilfsmitteln oder zu einem Bad greifen musstet? Erzählt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren.

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