26.09.2019

Hundeerziehung

Tipps & Tricks für eine erfolgreiche Erziehung

Einen Hund zu erziehen ist eine verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe. Damit ihr von Anfang an keine Fehler macht, zeigen wir euch, worauf es bei der Hundeerziehung ankommt.

Warum ist Hundeerziehung wichtig?

Hunde sind von Natur aus Rudeltiere, die wissen, dass es eine Rangordnung gibt. Wer keinen kläffenden, bettelnden und hyperaktiven Hund zuhause haben möchte, sollte daher früh klar stellen, wer der Rudelführer ist. Speziell Junghunde testen die Rangfolge gerne und versuchen aufzusteigen. Damit das Zusammenleben mit eurem Hund dennoch funktioniert, sind bestimmte Regeln nötig.

Ebenso ist eine gute Erziehung essentiell für die Sicherheit des Hundes. Er muss wissen, wie er sich im Straßenverkehr, im Einkaufszentrum oder auf der Hundewiese verhalten soll. Insbesondere für sogenannte Listenhunde ist eine gute Erziehung essentiell, um ein Zeichen gegen ihren schlechten Ruf zu setzen. Natürlich ist für jede andere Hunderasse eine konsequente und gewaltlose Erziehung von Anfang an ebenso wichtig. Bleibt ruhig und lasst euch keine Unsicherheit anmerken. Zu einer guten Erziehung zählen neben dem Meistern von Alltagssituationen auch unterhaltsame Dinge, wie das Erlernen von Tricks.

Altersgerechte Hundeerziehung

Um euren Hund erfolgreich zu erziehen, müsst ihr sein Alter berücksichtigen. Dass ältere Hunde nichts mehr dazulernen können, stimmt nicht. Hunde lernen ein Leben lang weiter. Junge Hunde lernen lediglich auf eine andere Art als ältere. Eure Erziehung sollte daher nie aufhören.

Welpen richtig erziehen

Sobald ein junger Hund sein neues Zuhause bezieht, beginnt die Erziehung. Das wichtigste ist es, von Anfang an eine vertrauensvolle Basis aufzubauen. Bevor ihr versucht dem Welpen Kommandos beizubringen, sollte er sich gut eingelebt haben. Es wäre jedoch falsch, ihn die ersten Wochen machen zu lassen, was er will. Es ist nämlich um einiges schwieriger, ungewünschtes Verhalten wieder abzutrainieren. Versucht Fehlverhalten daher von Beginn an auf ruhige aber konsequente Art zu verhindern. Dabei ist es sinnvoll, mit positiver Verstärkung wie Lob, Leckerlis und Streicheln zu arbeiten. Da Welpen sehr verspielt sind, könnt ihr zudem den Spieltrieb nutzen, um ihnen etwas sinnvolles beizubringen. Generell haben Welpen noch keine lange Aufmerksamkeitsspanne. Haltet die Lernphasen pro Tag daher kurz. Mehrere kurze Übungen sind sinnvoller als eine lange und ermüdende Trainingseinheit.

Jeder Hund benötigt soziale Kontakte zu anderen Hunden. Nur so erlernen sie natürliches Verhalten und erhalten eine gute Sozialisierung. Für Welpen ist der Besuch einer Welpenschule empfehlenswert. Hier bekommt er Kontakt zu  gleichaltrigen Artgenossen und zugleich erhaltet ihr eine nützliche Hilfestellung bei der Erziehung. Wichtig ist, dass die Hundeschule zu euch und eurem Hund passt. Die Gruppe sollte nicht zu groß sein und der Trainer sollte sich Zeit für jeden einzelnen Hund nehmen können.

Übrigens: Weitere Tipps zu Haltung eines Hundes bekommt ihr im Magazin!

Ausgewachsene Hunde erziehen

Ausgewachsene Hunde haben eine gefestigte Persönlichkeit. Es ist daher für eine erfolgreiche Erziehung wichtig, den Hund gut kennen zu lernen. Jeder Hund hat seine Grenzen und Vorlieben, die ihr beim Training respektieren solltet. Das Training eines ausgewachsenen Hundes ist abhängig von seiner vorhergehenden Ausbildung. Falls euer Hund sich ein bestimmtes Verhalten angeeignet hat, das ihr nun nicht mehr wünscht, reagiert er möglicherweise verunsichert. Hier sind vor allem Konsequenz und Geduld gefragt, damit der Vierbeiner das neu Erlernte dauerhaft umsetzt. Ein älterer Hund kann genauso erzogen werden wie ein junger Hund – es dauert nur länger.

Was gehört zur Grunderziehung eines Hundes?

Die Grundkommandos der Hundeerziehung sind so ziemlich jedem bekannt. Es gibt kaum einen Menschen, der Sitz, Platz, Aus, Bei Fuß und Bleib nicht kennt. Diese fünf Übungen bilden das Grundgerüst für eine solide Erziehung. Sie erleichtern euch das Zusammenleben mit dem Hund und sorgen für seine Sicherheit. Auch ist es wichtig, die Abrufbarkeit eures Hundes zu trainieren. Beim entsprechenden Kommando oder Pfiff sollte euer Hund aus dem freien Lauf sofort und schnell zu euch kommen. Ohne dieses Kommando erlernt zu haben, solltet ihr euren Hund nicht frei herumlaufen lassen.

Ebenso wichtig ist eine gute Leinenführigkeit. Ihr solltet bestimmen, wo es lang geht und euch nicht vom Hund in eine Richtung ziehen lassen. Im Idealfall läuft der Hund an einer lockeren Leine und ignoriert alle äußeren Einflüsse. Ebenso solltet ihr darauf achten, dass der Hund nichts essbares vom Boden aufliest, um eine Vergiftung durch Giftköder zu vermeiden.

Tipps für die Hundeerziehung

Jeder Hund ist ein anderer Erziehungstyp. Die einen lernen spielerisch, andere wollen sinnvolle Aufgaben und wieder andere würden alles für ein Leckerli tun. Es ist eure Aufgabe herauszufinden, worauf euer Hund am besten anspringt. Es gibt jedoch einige Grundregeln, die ihr bei allen Hunden einhalten solltet.

1. Konsequent bleiben

Konsequenz ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Erziehung. Wenn ihr einmal eine Regel festlegt, solltet ihr diese konsequent beibehalten. Nur so lernt euer Hund, dass ihr es ernst meint. Ihr dürft keine Ausnahmen zulassen, da diese den Hund nur verwirren und zu unerwünschtem Verhalten führen. Bei einigen Hunden ist es besonders wichtig, Konsequenz zu zeigen. 

2. Auf die Körpersprache achten

Oftmals ist das Problem bei der Erziehung gar nicht der Hund, sondern sein Halter. Die Vierbeiner achten bei der Kommunikation verstärkt auf Körpersprache. Ihr solltet also darauf achten, dass ihr für bestimmte Kommandos immer das selbe Handzeichen verwendet. Ebenso sollte die Körpersprache und die Tonlage des Kommandos zusammen passen.

3. Eindeutige Kommandos

Achtet auf klare und deutliche Kommandos, die euer Hund gut voneinander unterscheiden kann. Das Wort an sich ist egal, solange ihr es konsequent für ein bestimmtes Kommando nutzt. Wichtig ist auch, dass ihr das Kommando nur einmal sagt und es nicht mehrfach wiederholt. Wenn ihr beispielsweise eurem Hund befehlt Sitz zu machen und dabei unaufhörlich „Sitz, Sitz, Sitz,…“ sagt, wird er aufstehen sobald das Kommando nicht mehr ertönt.

4. Lob zum richtigen Zeitpunkt

Das richtige Timing ist entscheidend für eine erfolgreiche Hundeerziehung. Es macht keinen Sinn, wenn ihr euren Hund für etwas lobt, das Minuten zuvor stattfand. Er ist nicht in der Lage beide Ereignisse miteinander zu verknüpfen. Es kommt meist auf wenige Sekunden an, um eurem Hund zu signalisieren, dass er etwas richtig gemacht hat.

Es gibt verschiedene Methoden den Hund zu loben. Die einfachste Methode ist ein verbales Lob. Auch Streicheln und andere positive Reaktionen sind durchaus effektiv. Deutlich besser kommt natürlich ein Leckerli an. Leckerlis als Belohnung solltet ihr sparsam und überlegt einsetzen. Am besten sind gesunde LeckerbissenDoch bis ihr das Leckerli aus der Tasche gezogen habt, ist bereits einige Zeit vergangen. Viele Hundehalter greifen daher auf ein Clicker-Training zurück. Zudem müsst ihr, sobald der Hund es verinnerlicht hat, erwünschtes Verhalten nicht mehr durch Belohnung verstärken.

Übrigens: Tipps zum richtigen Clicker-Training findet ihr im Magazin.

Häufige Fehler bei der Hundeerziehung

Gewalt

Der schlimmste Fehler bei der Hundeerziehung ist Gewalt. So zerstört ihr die Beziehung zu eurem Vierbeiner, was in einer totalen Verweigerung enden kann. Um euren Hund zu erziehen, müsst ihr nicht grob werden. Neben offensichtlicher Gewalt wie Schlägen, Tritten oder Schreien sind auch Stachelhalsbänder, Stromstöße und ähnliche Hilfsmittel tabu. Mit Gewalt lernt euer Hund zwar eventuell schneller, doch steht er stets unter Stress. Er führt eure Kommandos folglich nur aus, um einer Strafe zu entgehen. Im schlimmsten Fall werden misshandelte Hunde aggressiv gegenüber Menschen. Bei wiederholtem Fehlverhalten solltet ihr lieber einen Fachmann zu Rate ziehen.

Vermenschlichung

Die Vermenschlichung des Hundes ist ein Fehler, den viele Halter begehen. Auch wenn es manchmal so scheint, dass der Hund menschliche Eigenschaften zeigt, solltet ihr das bei der Erziehung einfach ignorieren. Wer seinem Hund nämlich Sturheit oder Absicht unterstellt, wird bei der Erziehung schnell an eine Grenze kommen. Es ist daher sinnvoll sich immer, wenn der Hund ein Kommando nicht befolgt, bewusst zu machen, dass er zu abgelenkt oder unmotiviert ist. Am besten für den Hund ist es, wenn ihr ihn als das Tier anseht, das er ist und entsprechend handelt.

Wie habt ihr euren Hund erzogen? Habt ihr spezielle Tipps und Ratschläge? Erzählt uns mehr in Kommentaren!

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