21.11.2025

Früherkennung von Krankheiten beim Hund

Woran du sie erkennst

Die Früherkennung von Krankheiten beim Hund umfasst die Beobachtung minimaler Verhaltensänderungen, da Tiere Schmerzen als evolutionären Überlebensmechanismus instinktiv maskieren. Ein kritischer Handlungsbedarf besteht spätestens nach 12 bis 24 Stunden Wasserverweigerung oder 3 bis 5 Tagen ohne Futteraufnahme.

Erste Warnsignale zeigen sich dir oft unspezifisch durch Rückzug oder Aggression, während neurologische Symptome wie das Kopfpressen absolute Notfälle darstellen. Die veterinärmedizinische Diagnostik hilft dir mittels sensitiver Marker wie dem SDMA-Wert, Organschäden bereits ab 25 % Funktionsverlust zu identifizieren. Besonders bei Senioren ab 7 Jahren solltest du häufigere Check-ups einplanen, deren Basiskosten meist zwischen 30 € und 70 € liegen.

Mit regelmäßiger Vorsorge erkennst du klinisch stumme Stadien rechtzeitig und senkst langfristige Behandlungskosten deutlich.

Wie erkennt man erste Krankheitsanzeichen selbst?

Damit du die Gesundheit deines Hundes langfristig schützen kannst – und im Ernstfall nicht aus Kostengründen zögern musst – ist eine gute Vorsorge entscheidend.

Mit einer Tierkrankenversicherung wie Santévet kann man bereits bei den ersten, oft unscheinbaren Anzeichen einen Tierarzt aufsuchen, ohne abzuwarten, ob sich die Symptome verschlimmern. Gerade bei Hunden, die Schmerzen lange verbergen, macht diese frühzeitige Abklärung den entscheidenden Unterschied.

Es gibt 4 zentrale unspezifische Warnsignale für Unwohlsein beim Hund:

  • Rückzug: Der Hund isoliert sich in anderen Räumen oder meidet den Kontakt zur Familie.
  • Apathie: Es besteht ein auffälliges Desinteresse an Spaziergängen, Spielen oder Begrüßungen.
  • Gesteigerte Anhänglichkeit: Der Hund sucht plötzlich und zwanghaft körperliche Nähe („Kletten-Verhalten“).
  • Aggression bei Berührung: Ein sonst friedliches Tier schnappt oder knurrt beim Anfassen bestimmter Körperstellen.

Du musst präzise zwischen normaler Altersruhe und pathologischer Lethargie unterscheiden. Eine normale Altersruhe verläuft graduell, wobei der Hund geistig orientiert bleibt und weiterhin Körperpflege betreibt. Eine pathologische Lethargie tritt plötzlich auf, ist absolut (nicht schleichend) und wird oft von einem struppigen, ungepflegten Fell sowie Teilnahmslosigkeit begleitet.

Ein absoluter neurologischer Notfall ist das Head Pressing (Kopfpressen). Dabei drückt der Hund seinen Kopf zwanghaft gegen eine Wand oder einen Gegenstand, was auf schweren intrakraniellen Druck hinweist. Mögliche Ursachen hierfür sind Hirntumore, Schlaganfälle oder eine hepatische Enzephalopathie durch Leberversagen.

Veränderungen bei Verhalten und Aktivität

 Schmerz im Bewegungsapparat zeigt sich primär durch die Verweigerung von Sprüngen (z. B. ins Auto) und ein Zögern beim Treppensteigen. Hunde vermeiden Bewegungen, die Gelenke belasten, oder ändern ihre Liegeposition häufiger, um Entlastung zu finden.

Nächtliche Unruhe, bekannt als „Sundowning“, ist ein Leitsymptom der Caninen Kognitiven Dysfunktion (CDS), dem Äquivalent zu Alzheimer beim Menschen. Betroffene Hunde wandern nachts ziellos umher, weinen oder bellen ohne ersichtlichen Grund, da sie im Dunkeln die Orientierung verlieren.

Die Prävalenz dieser Symptome ist hoch: 30 bis 60 % der Hunde ab 7 Jahren zeigen Anzeichen einer kognitiven Dysfunktion.

Zu den weiteren kognitiven Symptomen gehören:

  • Desorientierung: Der Hund findet nicht mehr aus Ecken heraus oder steht an der falschen Seite der Tür.
  • Unsauberkeit: Stubenreinheit geht verloren, obwohl der Hund gesundheitlich Urin halten könnte.
  • Stieren in die Leere: Der Hund blickt minutenlang regungslos Wände oder den Raum an.

Warnsignale bei Fressverhalten und Verdauung

Die kritischen Zeitfenster für eine tierärztliche Intervention liegen bei 3 bis 5 Tagen für Futterverweigerung und 12 bis 24 Stunden für Wasserverweigerung. Ein Hund überlebt ohne Nahrung etwa eine Woche, ohne Wasser jedoch nur wenige Tage, bevor lebensbedrohliche Dehydrierung eintritt.

Es ist wichtig, zwischen Anorexie (komplette Nahrungsverweigerung) und Inappetenz (selektives Fressen, z. B. nur Leckerlis) zu unterscheiden. Inappetenz deutet oft auf Zahnschmerzen oder Übelkeit hin, während Anorexie auf schwerwiegende systemische Erkrankungen hinweist.

Die Beschaffenheit von Erbrochenem gibt Aufschluss über die Ursache:

  • Gelber Schleim/Schaum: Deutet auf Galle bei leerem Magen hin (oft harmlos).
  • Blau/Grün: Ist ein Notfall-Indikator für eine Vergiftung (z. B. Schneckenkorn).
  • Kaffeesatzartig/Schwarz: Signalisiert verdautes Blut aus dem Magen oder Zwölffingerdarm (Magenblutung).
  • Hellrot: Weist auf frische Verletzungen im oberen Verdauungstrakt oder Mundraum hin.

Die Farbe des Kots liefert Hinweise auf innere Organprobleme:

  • Schwarz/Teer (Meläna): Deutet auf eine innere Blutung im oberen Verdauungstrakt hin.
  • Gelb/Orange: Weist auf Probleme mit Leber oder Galle hin.
  • Grau/Lehmfarben: Ist ein Indikator für eine Störung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder Fettverdauung.
  • Blutig: Zeigt Blutungen im Dickdarm oder Enddarm an.
  • Ausnahme: Die Fütterung von Leber oder Rote Beete kann den Kot harmlos dunkel oder rötlich verfärben.

Die normale Wasseraufnahme eines Hundes liegt bei etwa 60 ml pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Eine deutliche Überschreitung dieses Wertes (Polydipsie) ist ein klassisches Warnsignal für Diabetes mellitus, Morbus Cushing oder eine Niereninsuffizienz.

Auffälligkeiten an Fell, Augen und Schleimhäuten

Ein symmetrischer Haarausfall an den Flanken in Verbindung mit stumpfem Fell deutet auf hormonelle Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder das Cushing-Syndrom hin. Hormonelle Störungen beeinträchtigen den Follikelzyklus, was zu nicht-juckendem Haarausfall führt.

Die Messung der Kapillarfüllzeit (KFZ) prüft die Kreislaufsituation. Durchführung: Drücke kurz auf das Zahnfleisch, bis es weiß wird, und miss die Zeit, bis es wieder rosa ist. Der Normwert liegt bei unter 2 Sekunden. Dauert es länger, deutet dies auf Dehydrierung, Schock oder Herz-Kreislauf-Versagen hin.

Die Farbe der Schleimhäute (Zahnfleisch, Augenlid-Innenseite) signalisiert folgende Zustände:

  • Porzellanweiß: Deutet auf Anämie (Blutarmut) oder akuten Blutverlust hin.
  • Gelb (Ikterus): Ist ein Zeichen für Lebererkrankungen oder Hämolyse.
  • Bläulich (Zyanose): Signalisiert akuten Sauerstoffmangel (Herz/Lunge).

Augenausfluss muss nach seiner Konsistenz differenziert werden. Klarer Ausfluss spricht für Allergien oder Windreizung. Eitriger, grüner oder gelber Ausfluss weist auf eine bakterielle Infektion hin. Einseitiger Ausfluss deutet oft auf einen Fremdkörper oder ein Zahnwurzelproblem im Oberkiefer hin, das auf den Tränenkanal drückt.

Symptome bei Atmung und Bewegungsablauf

Ein dauerhafter Anstieg der Ruhe-Atemfrequenz auf über 30 Atemzüge pro Minute ist ein valides Frühwarnzeichen für ein beginnendes Herzversagen (Lungenödem). Die Zählung muss im Schlaf erfolgen, wobei das Heben und Senken des Brustkorbs als 1 Atemzug gewertet wird.

Unterscheide bei Atemgeräuschen zwischen Rückwärtsniesen und echtem Husten:

  • Rückwärtsniesen: Tritt anfallsartig auf, klingt wie röchelndes Einziehen von Luft und ist meist harmlos (Reizung des Nasenrachens).
  • Echter Husten: Ist oft chronisch, klingt trocken oder feucht und deutet auf Herzerkrankungen oder Infekte (Zwingerhusten) hin.

Der Anlaufschmerz ist das pathognomonische Frühzeichen für Arthrose. Der Hund lahmt oder zeigt Steifheit direkt nach dem Aufstehen, läuft sich aber nach einigen Metern „warm“ und bewegt sich danach flüssiger.

Eine Belastungsintoleranz ist oft das allererste Symptom einer Herzerkrankung. Der Hund hechelt bei gewohnten Spaziergängen schneller, bleibt stehen oder verweigert das Weiterlaufen, da das Herz unter Belastung nicht mehr genügend Sauerstoff in die Muskulatur pumpt.

Was untersucht der Tierarzt bei der Früherkennung?

Das Ziel der tierärztlichen Früherkennung ist die Erfassung klinisch stummer Stadien einer Erkrankung, bevor irreversible Schäden eintreten. Viele systemische Erkrankungen, insbesondere Herzklappenfehler und Niereninsuffizienzen, werden vom Organismus lange kompensiert, sodass sichtbare Symptome erst auftreten, wenn bereits ein Großteil der Organfunktion zerstört ist (z. B. 75 % bei Nieren).

Ablauf der klinischen Untersuchung

Die tierärztliche Allgemeinuntersuchung basiert auf den drei Säulen Adspektion (Anschauen), Palpation (Abtasten) und Auskultation (Abhören).

Kontrolle von Herz, Lunge und Bauchraum

Bei der Auskultation prüft der Tierarzt Herzfrequenz und Herzrhythmus und sucht gezielt nach Herzgeräuschen, die auf undichte Klappen (Klappeninsuffizienz) hinweisen. Der normale Herzfrequenzbereich für einen erwachsenen Hund in der Praxis liegt bei 70 bis 140 Schlägen pro Minute (bpm), wobei kleine Hunde tendenziell höhere Frequenzen haben als große.

Die Bauchpalpation dient dem Ertasten von Organvergrößerungen (z. B. Leber oder Milz) und dem Auffinden von Schmerzreaktionen oder Raumforderungen (Fremdkörper, Tumore) im Intestinaltrakt.

Prüfung von Zähnen, Ohren und Lymphknoten

Parodontitis (Zahnbettentzündung) ist mehr als ein kosmetisches Problem: Sie verursacht eine permanente Bakterieneinschwemmung in die Blutbahn, die Schäden an Herzklappen, Nieren und Leber verursacht.

Der Tierarzt palpiert routinemäßig die Lymphknoten-Stationen am Unterkiefer, vor dem Schulterblatt (Bug) und in der Kniekehle. Schwellungen können auf eine lokale Entzündung hinweisen, generalisierte Schwellungen jedoch auf ein Lymphom (Lymphdrüsenkrebs).

Der Geruch und das Sekret aus den Ohren liefern sofortige diagnostische Hinweise:

  • Süßlicher Geruch: Deutet auf eine Infektion mit Hefepilzen (Malassezien) hin.
  • Fauliger Geruch: Weist auf eine bakterielle Infektion hin.
  • Kaffeesatzartiges Sekret: Ist typisch für einen Befall mit Ohrmilben.

Laborwerte und Blutuntersuchung

Das kleine Blutbild analysiert die Blutzellen (rot/weiß/Plättchen), während das große Blutbild zusätzlich die Organparameter (Klinische Chemie) umfasst.

Die wichtigsten Organwerte sind:

  1. ALT/AP: Indikatoren für Leberzellschäden oder Stauungen.
  2. Harnstoff/Kreatinin: Marker für die Ausscheidungsfunktion der Niere.
  3. Glukose/Fruktosamin: Dienen der Diagnose von Diabetes mellitus.

Der SDMA-Wert ist ein moderner Nierenparameter, der deutlich sensitiver ist als Kreatinin. SDMA steigt bereits an, wenn 25 bis 40 % der Nierenfunktion verloren gegangen sind, während Kreatinin erst ab ca. 75 % Funktionsverlust ansteigt.

Bei Verdacht auf Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) ist die Bestimmung des T4-Wertes (Gesamtthyroxin) unerlässlich. Für ein zuverlässiges Wurmscreening ist eine Sammelkotprobe über 3 Tage notwendig, da Würmer Eier nicht kontinuierlich, sondern in Schüben ausscheiden.

Einsatz von Ultraschall und Röntgen

Der Bauchultraschall gilt als lebensrettende Vorsorge zur Erkennung von Milztumoren (Hämangiosarkomen). Diese Tumore sind im Blutbild oft nicht sichtbar („stumm“), können aber jederzeit rupturieren und zum inneren Verbluten führen.

Die Echokardiographie (Herzultraschall) ist der Goldstandard zur Diagnose von Klappenerkrankungen und Dilatativer Kardiomyopathie (DCM). Sie erlaubt die Messung der Wandstärke und der Pumpleistung. Das Thorax-Röntgen dient ergänzend dazu, die Herzgröße (Vertebral Heart Score) und den Zustand der Lunge (Stauung, Ödem) zu beurteilen.

Welche Hunde brauchen spezielle Vorsorge?

Das individuelle Risikoprofil eines Hundes wird durch Rasse, Größe und Alter bestimmt, weshalb pauschale Vorsorgepläne oft unzureichend sind.

Geriatrisches Profil für Senioren ab 7 Jahren

Ein geriatrisches Profil umfasst zusätzlich zum großen Blutbild spezifische Werte wie T4 (Schilddrüse) und eine Urinanalyse. Ab dem 7. Lebensjahr verändert sich der Stoffwechsel: Der Grundumsatz sinkt, und es kommt vermehrt zu Muskelabbau. Eine strikte Gewichtskontrolle ist notwendig, um Gelenke und Organe zu entlasten.

Typische Alterskrankheiten, auf die im Senior-Check gezielt gescreent wird, sind:

  • Niereninsuffizienz (mittels SDMA/Urin).
  • Arthrose (mittels Gangbildanalyse/Röntgen).
  • Tumore (mittels Ultraschall/Palpation).
  • Herzinsuffizienz (mittels Auskultation).

Rassespezifische Checks für Risikopatienten

Bestimmte Rassen weisen genetische Prädispositionen für schwere Erkrankungen auf:

  • Dobermann/Boxer: Benötigen ein Screening auf DCM (Dilatative Kardiomyopathie) mittels 24h-EKG und Herzultraschall, da der plötzliche Herztod hier häufig ist.
  • Cavalier King Charles Spaniel: Muss frühzeitig auf Mitralklappenendokardiose untersucht werden.
  • Hütehunde (Collie, Aussie): Sollten vor Medikamentengaben (z. B. Narkose, Wurmkur) auf den MDR1-Gendefekt getestet werden.
  • Brachyzephale Rassen (Mops, Bulldogge): Erfordern eine Prüfung von Gaumensegel und Nasenlöchern zur Vermeidung von Atemnot.
  • Diverse Rassen: Sollten eine Augenuntersuchung auf PRA (Progressive Retina Atrophie) erhalten.

Zeitabstände und Kosten der Untersuchung

Prophylaxe ist der Schlüssel zur langfristigen Kostenersparnis und zum Erhalt der Lebensqualität, da die Behandlung fortgeschrittener Krankheiten meist deutlich teurer ist als die Vorsorge.

Empfohlene Intervalle für Check-ups

Die empfohlenen Untersuchungsintervalle richten sich nach der Lebensphase:

  1. Welpen: Alle 3–4 Wochen während der Grundimmunisierungsphase.
  2. Erwachsene Hunde (1–7 Jahre): Einmal jährlich zur allgemeinen Kontrolle und Impfung.
  3. Senioren (> 7 Jahre) & Chroniker: Alle 6 Monate, da Krankheitsprozesse im Alter schneller voranschreiten.

Eine professionelle Zahnreinigung ist individuell notwendig, durchschnittlich jedoch alle 1 bis 2 Jahre, sofern keine effektive Heimprophylaxe (tägliches Zähneputzen) erfolgt.

Kostenfaktoren für die Voruntersuchung

Eine allgemeine Untersuchung kostet nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im einfachen Satz etwa 23,62 €, kann aber je nach Zeitaufwand und Satz (bis 4-fach) variieren. Üblich sind Kosten zwischen 30 € und 70 €.

Zusatzuntersuchungen verursachen weitere Kosten (ungefähre Richtwerte):

  • Großes Blutbild: Ca. 60 bis 100 €.
  • Ultraschall: Ca. 58 € pro Organ/System (im einfachen Satz).
  • Zahnreinigung in Narkose: Ca. 400 bis 800 € (inkl. Narkose und Dentalröntgen).

Tierkrankenversicherungen übernehmen im Basistarif oft keine reine Vorsorge. In Premium-Tarifen ist jedoch häufig eine „Vorsorgepauschale“ (z. B. 70–100 € pro Jahr) enthalten, die für Check-ups, Impfungen oder Wurmkuren genutzt werden kann.

Kostenschutz durch die Santevet Hundeversicherung

Santevet übernimmt im Rahmen des Vollkrankenschutzes Kosten für Diagnostik, Medikamente, Operationen und Unterbringung. Der Begriff „Vollkrankenschutz“ definiert hierbei eine umfassende Absicherung, die sowohl ambulante als auch stationäre Heilbehandlungen einschließt.

Die Versicherung deckt folgende Hauptkategorien ab:

  • Diagnostik: Laboranalysen, medizinische Bildgebung (Röntgen, MRT, CT) und Strahlentherapie.
  • Medikamente: Vom Tierarzt verschriebene Arzneien sowie notwendiges Zubehör wie Bandagen oder Pfotenschutzschuhe.
  • Operationen: Alle chirurgischen Eingriffe inklusive der erforderlichen Anästhesie.
  • Unterbringung: Stationäre Aufenthalte in einer Tierklinik ohne festgelegtes Tageslimit.

Die Erstattung erfolgt unabhängig vom angewandten Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Santevet erstattet Kosten bis zum 4-fachen Satz der GOT. Dies garantiert eine volle Kostenübernahme auch bei Notdiensten in der Nacht oder am Wochenende, da Tierärzte hierfür gesetzlich höhere Sätze berechnen müssen.

Zusätzlich integriert der Tarif Leistungen für Alternativmedizin und Zahngesundheit. Erstattungsfähig sind Behandlungen wie Physiotherapie, Osteopathie und Akupunktur, sofern diese durch einen Tierarzt durchgeführt werden. Eine Zahnsteinentfernung wird ab dem dritten Versicherungsjahr einmal jährlich übernommen.

Die konkrete Höhe der Rückerstattung hängt vom gewählten Tarif und der Berechnungsgrundlage ab.

Prozentuale Kostenübernahme bei Krankheit und Unfall

Santevet unterscheidet bei der Erstattungsquote nicht zwischen Unfall und Krankheit. Der prozentuale Erstattungssatz bleibt für beide Schadensarten identisch.

Die Tarife gliedern sich in drei Stufen mit definierten Höchstgrenzen und Erstattungssätzen:

Tarifname

Erstattungssatz

Jährliche Höchsterstattung (Deckungssumme)

Light

70 %

3.000 €

Comfort

80 %

5.000 €

Premium

90 %

8.000 €

Bei der Selbstbeteiligung wendet Santevet das Prinzip der Jahrespauschale (Franchise) an. Es handelt sich hierbei nicht um einen prozentualen Eigenanteil pro Rechnung, sondern um einen festen Euro-Betrag pro Versicherungsjahr. Sobald dieser Betrag durch eingereichte Rechnungen erreicht ist, erstattet die Versicherung die vollen 70 %, 80 % oder 90 % bis zur Deckungsgrenze.

Ein wesentliches Merkmal der Santevet Tarife ist die Altersunabhängigkeit der Erstattung. Die prozentualen Erstattungssätze sinken nicht mit zunehmendem Alter des Hundes, sondern bleiben über die gesamte Lebensdauer des Tieres konstant.

Die jährliche Vorsorgepauschale für Check-ups und Impfungen

Die Vorsorgepauschale ist ein zusätzliches Budget für präventive Maßnahmen, das unabhängig von der regulären Deckungssumme gewährt wird. Dieses Budget steht dem Halter jedes Jahr erneut zur Verfügung.

Die Höhe der Pauschale richtet sich nach dem gewählten Tarif:

  • Light: 30 € pro Jahr
  • Comfort: 50 € pro Jahr
  • Premium: 90 € pro Jahr

Folgende Maßnahmen können über diese Pauschale abgerechnet werden:

  1. Impfungen:Schutz- und Auffrischungsimpfungen.
  2. Parasitenschutz:Floh- und Zeckenmittel sowie Entwurmungen.
  3. Identifikation:Chippen (elektronische Kennzeichnung).
  4. Kastration:Auch ohne medizinische Indikation (sterilisation/kastration).

Für die Nutzung der Vorsorgepauschale gilt keine Wartezeit. Sie ist sofort nach Vertragsabschluss abrufbar. Der Betrag wird jährlich erneuert, nicht genutzte Summen verfallen am Ende des Versicherungsjahres und werden nicht in das Folgejahr übertragen.

Besonderheiten und Vorteile der Santevet Tarife

Das zentrale Alleinstellungsmerkmal von Santevet ist die lebenslange Garantie nach Aufnahme. Sobald ein Hund versichert ist, kann der Vertrag seitens des Versicherers nicht aufgrund von Alter oder zunehmenden Krankheitskosten gekündigt werden.

Dies bietet Sicherheit für die langfristige medizinische Versorgung, unterliegt jedoch spezifischen Ausschlüssen für bestimmte Krankheitsbilder.

Abdeckung von Rasseerkrankungen und chronischen Leiden

Santevet deckt chronische Erkrankungen lebenslang ab, sofern diese erst nach Vertragsabschluss auftreten. Erkrankungen wie Diabetes oder Allergien, die während der Vertragslaufzeit diagnostiziert werden, fallen unter den vollen Versicherungsschutz.

Bestimmte erbliche und angeborene Fehlbildungen sind jedoch explizit vom Schutz ausgeschlossen. Dazu gehören:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD) (mit spezifischen Einschränkungen)
  • Ellbogendysplasie (ED)
  • Brachyzephales Syndrom (Atemwegsprobleme bei Kurzkopfrassen)
  • Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung)

Für Vorerkrankungen gilt eine strenge Regelung. Erkrankungen, die in den 12 Monaten vor Vertragsabschluss behandelt wurden oder bekannt waren, führen zu einer Sperrfrist. Tritt ein Versicherungsfall innerhalb der ersten 24 Monate nach Vertragsbeginn auf, der in ursächlichem Zusammenhang mit dieser Vorerkrankung steht, ist dieser von der Erstattung ausgeschlossen.

Für neu auftretende Probleme gelten folgende Wartezeiten ab Vertragsbeginn:

  1. Unfälle:48 Stunden.
  2. Krankheiten:45 Tage.
  3. Operationen / Kreuzbandrisse:3 Monate.

Ablauf der Rechnungseinreichung und Erstattung

Du musst bei Santevet in Vorleistung treten, da der Anbieter keine Direktabrechnung mit dem Tierarzt durchführt. Der Rechnungsprozess erfolgt in drei Schritten: Bezahlung beim Tierarzt, Einreichung bei Santevet, Rückerstattung auf das Konto.

Die Einreichung der Unterlagen ist auf drei Wegen möglich:

  • Über das Online-Kundenportal.
  • Über die Santevet-App (Foto-Upload).
  • Per Post.

Santevet gibt für die Bearbeitung und Auszahlung klare Zeitfenster an. Die Bearbeitung der Schadenmeldung erfolgt innerhalb von 48 Stunden. Die anschließende Erstattung wird innerhalb von 72 Stunden angewiesen.

Damit eine reibungslose Bearbeitung gewährleistet ist, sind folgende Dokumente zwingend erforderlich:

  1. Die detaillierte Rechnungdes Tierarztes.
  2. Die genaue Diagnoseauf der Rechnung oder dem Behandlungsblatt.
  3. Bei Medikamenten: Das tierärztliche Rezept(Verschreibung).

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