28.04.2021

Zahnpflege beim Hund

So schützt ihr euren Vierbeiner vor Krankheiten

Die Zahnpflege beim Hund ist hygienisch bedeutsam und sorgt für eine gesunde Gesamtentwicklung vor. Denn tatsächlich können Hunde an allen Zahnproblemen erkranken, wie wir Menschen auch. Doch welche Besonderheiten gibt es in der Dentalpflege beim Hund und wie genau ist beim Zähneputzen vorzugehen?

Wie sieht das Gebiss des Hundes aus?

Das Hundegebiss ist Waffe und Zerkleinerungshilfe zugleich, es unterstützt den Hund also in der Jagd und im Verzehr.

Ähnlich wie bei uns Menschen haben junge Hunde ein Milchgebiss, welches aus 28 Zähnen besteht. Im Alter von drei bis sechs Monaten fallen die Zähne aus und der Hund entwickelt sein bleibendes Gebiss.

Dieses ist aus

  • zwölf Schneidezähnen,
  • vier Fangzähnen,
  • 16 vorderen Backenzähnen
  • und zehn hinteren Backenzähnen,

insgesamt also 42 Zähnen, aufgebaut.

Welche Krankheiten können bei Hunden ohne Zahnpflege entstehen?

Der Großteil der Hunde leidet im Laufe des Lebens an einem gesundheitsrelevanten Zahnproblem:

Plaque und Zahnstein

Wenn an den Zähnen nach der Fütterung Reste verbleiben, bildet sich an diesen Stellen der sogenannte Plaque. Plaque ist ein weicher, weißer Zahnbelag, der durch gewöhnliche Zahnpflege problemlos entfernt werden kann. Falls der Plaque jedoch am Zahn bleibt, vermengt er sich innerhalb weniger Tage mit Bakterien und Speichel und mineralisiert. Der ehemalige Plaque wird dann zu einer festen gelben oder braunen Schicht (Zahnstein), die nur noch mit speziellem Dentalwerkzeug beseitigt werden kann.

Karies

Karies kann nicht nur am menschlichen Zahn, sondern auch im Gebiss des Hundes entstehen. Zucker und Plaque fördern den Krankheitsverlauf, deshalb sollte die Nahrung deines Hundes möglichst frei von industriellem Zucker und natürlichen Süßquellen sein.

Entzündungen

Zahnfleischentzündungen können zum Beispiel durch splittriges Holz oder ungepflegte Zähne entstehen. Die betroffenen Stellen sind auffällig rot. Außerdem leidet der Hund im fortgeschrittenen Stadium an Mundgeruch. Einige Hunde stellen daraufhin das Fressen ein, bei anderen siegt der Hunger und der Appetit. Doch auch bei Hunden, die noch fressen, ist die Lage ernstzunehmen, denn die häusliche Pflege reicht bei schweren Entzündungen nicht aus. Manchmal hilft nur noch ein ärztlicher Eingriff unter antibiotischer Medikation.

Parodontitis und Parodontose

Im schlimmsten Fall weichen der Kieferknochen und das entzündete Zahnfleisch zurück und legen die Zahnhälse frei. Dieser Umstand führt manches Mal zum Zahnverlust. Außerdem können die schädlichen Bakterien in die Blutbahn gelangen und innerhalb des Körpers zu lebensbedrohlichen Organschäden führen.

Folgeerscheinungen

Neben dem jeweiligen Zahnproblem an sich, kann es zu folgenschweren Auswirkungen kommen. So können die Schmerzen beim Kauen zu einer Unter- oder Mangelernährung führen. Darüber hinaus können die Entzündungen im Mundraum wandern und lebenswichtige Organe befallen.

Ist die Zahnpflege bei Welpen anders?

Bereits mit drei bis vier Wochen beginnen die Welpen zu zahnen. Für euch als Hundehalter, ist das der Zeitpunkt, in dem die Pflege beginnt. Zuerst geht es nur darum die Abläufe spielerisch zu erlernen. Simuliert dazu einfach die Putzaktion, indem ihr euren Welpen am Mund berührt und die Zähne inspiziert. Signalisiert eurem Hund, dass der Pflegevorgang etwas Tolles ist und lobt ihn dabei. Wenn der Welpe die Berührungen toleriert, könnt ihr allmählich zur endgültigen Pflegeroutine übergehen.

Die Mundhygiene erübrigt sich nicht schon allein deshalb, weil der Welpe seine Milchzähne nach einigen Monaten wieder verliert. Schließlich kann es auch bei einem jungen Tier bereits zu krankhaften Veränderungen am Zahnfleisch kommen. Außerdem kann ein geübter Welpe beim Tierarzt von seinen Erfahrungen profitieren, weil ihn die dortige Untersuchung dann bereits geläufig ist und nicht mehr so stresst.

Wie oft ist die Zahnpflege beim Hund notwendig?

Hunde mit einem gesunden Gebiss brauchen theoretisch keine tägliche Reinigung. Findet die Zahnpflege zweimal die Woche statt, reicht das bei ihnen bereits aus.

Allerdings kann die tägliche Pflege durchaus sinnvoll sein, weil Zahnstein innerhalb weniger Tage entsteht. Das häusliche Zähneputzen kann nur weiche Beläge beseitigen, bei festem Zahnstein tun sich Zahnbürsten und Fingerlinge schwer. Die Ablagerungen werden also schnell zu einem medizinischen Problem, dass dann nur noch der Tierarzt mit seinen speziellen Instrumentarien beheben kann.

Regelmäßige Zahnkontrollen beim Veterinär ergänzen das Zähneputzen zuhause. Bei kleinen Hunderassen fallen die Kontrolltermine öfter an, weil sich ihr Gebiss häufig auf ungünstige Weise deformiert. Gerade bei Hunden mit kurzen Schnauzen stehen die Zähne besonders eng. Deshalb entwickelt sich in den Zahnzwischenräumen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit schädlicher Zahnbelag.

Bei allen anderen Hunderassen könnt ihr im Jahresturnus zum Tierarzt gehen oder dann, wenn du an deinem Hund bedenkliche Symptome bemerkst.

Falls euer Hund eines dieser Anzeichen zeigt, hat er womöglich ein zahnmedizinisches Problem:

  • Zahnstein
  • Mundgeruch
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Entzündetes Zahnfleisch
  • Blutiges Zahnfleisch
  • Juckreiz am Mund
  • Plötzlicher Appetitverlust oder auffälliges Kauen

Darüber hinaus kann der Zahnwechsel junger Hunde besonders störanfällig sein. Lasst den Tierarzt im Zweifel regelmäßig kontrollieren.

Die natürliche Zahnreinigung bei Hunden durch Kauartikel

Ihr könnt euren Hund auf ganz natürliche Weise zur Zahnpflege motivieren, indem ihr ihm geeignete Kauartikel zu fressen gibst:

  • Natürliche Knochen: Knochen beschäftigen den Hund lange und reiben währenddessen den Plaque von den Zähnen ab.
  • Naturmaterial: Mit Wurzeln oder Beißknochen aus Holz reinigt der Hund seine Zähne ganz nebenbei im Spiel.
  • Zahnpflegesticks: Kausticks sind längliche Leckerlis mit einer besonderen Oberflächenstruktur.

Wie gut ist ein Zahnpflegeball für Hunde?

Mit Dentalspielzeugen könnt ihr Zahnhygiene und Spielspaß miteinander kombinieren.

Reinigungsbälle sind für die Selbstreinigung konzipiert. Sie sind gummiert und genoppt und sollen beim Draufbeißen wie eine Zahnbürste funktionieren. Die Noppen dringen in die Zahnzwischenräume ein und reiben oberflächliche Ablagerungen an den Zähnen ab.

Neben einer gründlichen Gebisspolitur erfüllt das Zahnpflegetool weitere Funkionen:

  • Beschäftigung sowohl auf kognitive als auch auf körperliche Art: Lösungsfindung und Betätigung der Kiefermuskulatur
  • Universell einsetzbar: Als Kauball, als Futterversteck, als Intelligenzspielzeug, als gewöhnlicher Apportierball, als Zerrspielzeug in Verbindung mit einer Schnur
  • Das gemeinsame Spiel mit dem Reinigungsball pflegt nicht nur, sondern es erhöht auch die Bindungsqualität
  • Das Kauen auf dem Reinigungsball ist für den Zahnwechsel junger Hunde förderlich

Wie kann ich dem Hund die Zähne putzen?

Wenn euer Hund Zahnbürste und Co. von klein auf kennt, wird er den Putzvorgang vermutlich anstandslos tolerieren.

So geht ihr beim Zähneputzen vor:

Die Vorbereitung:

  1. Wascht euch die Hände und geht mit eurem Hund in einen ruhigen Raum.
  2. Feuchtet nun die Hundezahnbürste an und tragt eine kleine Menge der Hundezahnpasta auf.

Der Putzvorgang:

  1. Fixiert mit eurer Hand leicht das Maul und schiebt die Lefzen mit Daumen und Zeigefinger auf.
  2. Setzt die Zahnbürste oben an den Fangzähnen an und arbeitet euch in kreisenden Bewegungen bis zu den Backenzähnen fort.
  3. Zum Schluss sind die Schneidezähne dran. Bewegt die Zahnbürste hier besonders sanft, weil viele Hunde auf das Putzen in diesem Bereich mit Ablehnung reagieren. Zieht die Zahnbürste leicht auf und ab.

Die Außenseite der Zähne zu reinigen ist mit der entsprechenden Gewöhnung gut umsetzbar, die Pflege der innen liegenden Zahnflächen ist für den Hund jedoch eine ziemliche Tortur. In der Praxis werden die Zähne deshalb nur äußerlich gepflegt.

Achtet bei der Zahnpflege des Hundes unbedingt auf euren eigenen Schutz. Brecht die Behandlung ab, wenn er mit Bissen auf eure Vorgehensweise reagiert.

Gibt es eine spezielle Hundezahnbürste und eine Zahnpasta für Hunde?

Für die Zahnpflege des Hundes gibt es eigenes Zahnpflegematerial:

Zahnbürsten:

  • Herkömmliche Zahnbürsten für den Hund: Sie sind in ihrer Machart an unsere eigenen Modelle angelehnt.
  • Ultraschallzahnbürsten für den Hund: Diese erinnern optisch an eine elektrische Zahnbürste, funktionieren aber in Verbindung mit einer speziellen Zahnpasta mit Ultraschall.
  • Fingerlinge aus Silikon: Ein kleiner Aufsatz für den Finger. Das genoppte Bürstenelement sitzt am obersten Fingerglied.
  • Zahntücher: Das sind Fingerlinge aus einem Mikrofasertuch ohne Bürstenelement.

Auch für Welpen und kleine Hunde gibt ein passendes Produkt. Falls die Standardzahnbürste zu unhandlich ist, könnt ihr die Reinigung mit einem Fingerling oder einer kleineren Welpenzahnbürste probieren.

Zahnpasten:

Zahnpasten für Hunde sind bezüglich der Inhaltsstoffe an die tierischen Bedürfnisse angepasst. Dank des fleischähnlichen Geschmacks gewöhnen sich Hunde schnell an die Pflegeprozedur und finden sogar Gefallen daran.

Hunden die Zähne putzen: Hilft Kokosöl als Hausmittel?

Wie in fast allen Lebensbereichen müssen es nicht immer die teuersten Pflegeprodukte sein. Simple Hausmittel sind in der Anschaffung günstiger aber oft genauso effektiv.

Beispiel: Statt eine Zahnpasta zu kaufen, könnt ihr sie mit einfachen Mitteln selbst herstellen. Kokosöl bietet sich aufgrund seiner antibakteriellen und antiseptischen Wirkung sowie seiner Streichfähigkeit als Basis für eine solche Zahnpasta an.

Weitere natürliche Alternativen

Nicht jeder Hund kann sich mit dem Zähneputzen arrangieren. Falls sich euer Hund nicht mit dem Zähneputzen anfreunden kann, kommen für ihn diese alternativen Behandlungsmethoden in Betracht:

  • Gels und Sprays: Die Behandlung mit Zahnpflegegels, welche auch ohne den mechanischen Zahnputzvorgang funktionieren. Das Geld wird einfach auf die Zähne aufgebracht und entfaltet die reinigende Wirkung ganz von allein.
  • Mundspülung: Desinfizierende Mundspülungen werden gemeinsam mit dem Trinkwasser konsumiert. Beim Trinken wird die Zahnpflege dadurch automatisch aufgefrischt.
  • Dentalfutter: Spezielles Dentalfutter kann über die Größe und Struktur der Futterbrocken bereits vorhandenen Plaque entfernen. Außerdem enthalten einige Futtermittel einen enzymatischen Wirkkomplex und sind kalziumreduziert, sodass von vornherein weniger Ablagerungen entstehen.
  • Wasser: Wasser kann Teile der Futterreste durch Spülen entfernen. Deshalb sollte deinem Hund immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen.

Wie sorgt ihr für die Zahnpflege eurer Hunde? Erzählt uns von euren Methoden in den Kommentaren!

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