14.04.2021

Premium-Futter

Die Hundenahrung muss zur Rasse passen

Gesunde Ernährung ist heutzutage nicht nur für Menschen ein großes Thema – viele Hundehalter geben ihr Bestes, auch ihrem Vierbeiner die optimale Nahrung anzubieten. Doch wie lässt sich unter den unzähligen Produkten ein gutes Hundefutter finden? Häufig stößt man bei der Suche auf das Stichwort „Fleischsaftgarung“ – was ist damit gemeint und welche Vorteile bringt das betreffende Futter dem Hund und seinem Halter?

Fleischsaftgarung: Gesundes Hundefutter für den Vierbeiner

Bei der Fleischsaftgarung handelt es sich um einen Herstellungsprozess für Hundetrockennahrung. Wie funktioniert er im Gegensatz zu anderen, konventionellen Verfahren?

Die Alternative zum Extrusionsverfahren

Trockenfutterkroketten, wie man sie kennt, werden üblicherweise im Extrusionsverfahren produziert. Das Prinzip ist auch aus der menschlichen Ernährung bekannt: Hier verhilft es unter anderem Cornflakes, Rice Crispies und Erdnussflips zu ihrer definierten Form und ihrer knusprigen Konsistenz. Dafür werden die Zutaten per Druck und Hitze in eine formbare Teigmasse gebracht, durch Düsen gepresst, portioniert und bei hohen Temperaturen getrocknet.

Für die menschliche Ernährung gelten die auf Stärke basierenden Extruder-Produkte eher als ungünstig, bei der Hundeernährung fallen die Nachteile sogar noch stärker ins Gewicht. Denn, um Trockenfutter-Kroketten per Extrusion herstellen zu können, setzen die Hersteller wie Royal Canin, Rinti und Wolfsblut statt Frischfleisch vermehrt Fleischmehle und andere isolierte Proteine ein. Dazu kommt ein relativ hoher Anteil an Kohlenhydraten. Dem Ergebnis fehlen mit dem Frischfleisch auch wichtige Nährstoffe und der attraktive Geschmack. Zu viele Kohlenhydrate im Futter führen nicht selten zu Verdauungsproblemen und Allergien.

Wie die Fleischsaftgarung funktioniert

Um Trockenfutter mit einem hohen Anteil Frischfleisch herzustellen, setzen einige Produzenten statt auf den Extruder auf die Fleischsaftgarung. Dabei gart das Frischfleisch ohne Wasserzugabe im eigenen Saft – und das bei niedrigen Temperaturen über längere Zeit. Inspiriert wurde dieses Verfahren von Techniken aus der Küche, etwa dem Sous-Vide- oder dem Niedertemperaturgaren. Bekanntermaßen konzentrieren die sanften Gartechniken die natürlichen Aromen des Fleischs auf ein geschmackliches Maximum, sodass auch Hundenahrung aus Fleischsaftgarung ohne künstliche Geschmacksverstärker und Aroma-Zugaben höchst attraktiv auf Vierbeiner wirkt. Ernährungsphysiologisch ist hervorzuheben, dass die Fleischproteine in hochwertiger und natürlicher Form erhalten bleiben. Auch Fett wird nicht entzogen und wertvolle Nährstoffe gehen dadurch nicht verloren.

Vorteile für den Vierbeiner

Hochwertige Proteine, guter Geschmack, mehr Nährstoffe und weniger Kohlenhydrate – das sind die Vorteile, die Futter aus Fleischsaftgarung für den Hund mitbringt. Dazu kommt noch ein weiterer Vorzug: Durch die Fleischsaftgarung bleibt die Nahrung weich und kaubar, im Magen quillt es anschließend kaum auf.

Im Gegensatz dazu bleiben Extruder-Kroketten beim Fressen hart und verdoppelt ihr Volumen erst im Bauch. Die Folge: Der Hund muss eine längere Phase der Verdauungsruhe einhalten, ansonsten droht bei manchen Rassen das Risiko einer lebensgefährlichen Magendrehung. Im Fleischsaft gegartes Futter verändert sein Volumen nach dem Verzehr hingegen nicht, sodass der Vierbeiner schnell wieder fit für Aktivitäten ist und Verdauungsprobleme vermieden werden.

Nicht jeder Hund braucht das gleiche Futter

Canis lupus familiaris – jeder Haushund gehört zu ein und derselben Spezies. Doch die unterschiedlichen Rassen haben spezielle Bedürfnisse in der Haltung, der Beschäftigung und auch beim Futter:

1. Chihuahua, Yorkshire Terrier, Mops und Co: Beißfreundliches Futter und wenig Kohlenhydrate

An die kleinen Gebisse der Zwergrassen hat sich die Futtermittelindustrie angepasst, indem sie kleinere Kroketten produziert. Genauso gut kommen Chihuahuas, Möpse und andere Mini-Hunde jedoch mit Futter zurecht, das eine weichere und beißfreundliche Konsistenz besitzt, selbst wenn die Kroketten etwas größer ausfallen. Für die Zwergrassen sollten Hundebesitzer zu einem kohlenhydratarmen Futter greifen, um ihre Zähne zu schonen. Denn in den kleinen und teilweise verkürzt gezüchteten Kieferknochen (z.B. beim Mops oder der französischen Bulldogge) drängen sich die Zähne besonders eng. Die Folge: Eine erhöhte Gefahr für Zahnsteinbildung, die durch viele Kohlenhydrate in der Kost noch steigt. Besser: Ein kohlenhydratreduziertes Hauptfutter, reichlich natürliche Kausnacks wie Rinderkopfhaut und Kaninchenohren und eine regelmäßige Zahnpflege.

2. Deutscher Schäferhund – der Arbeitsprofi braucht Nährstoffe

Als altgedienter Hütehund zählt der Deutsche Schäferhund auch heute noch zu den leistungsfähigsten Arbeitshunde. Der Zoll, die Polizei und die Rettungshundestaffel greifen gern auf seine rassespezifischen Fähigkeiten zurück, zu denen in erster Linie auch die ausgezeichnete Riechleistung zählt. Nasenarbeit, Agility und Obedience verhelfen auch Schäferhunden in Privathand zur nötigen Auslastung, aber verbrauchen hohe physische und mentale Ressourcen. Um körperlich und geistig fit zu bleiben, stellen Arbeitshunde wie der Deutsche Schäferhund hohe Ansprüche an ihr Futter. Es muss eine maximale Nährstoffdichte vorweisen, hochwertige Proteine enthalten und vor allem auch leicht verdaulich sein, damit es den Magen zwischen den Trainingseinheiten nicht belastet.

3. Dogge, Bernhardiner, Windhund – Magendrehung vorbeugen

Bei einer Magendrehung rotiert das gefüllte Organ um die eigene Achse und blockiert seine Blutzufuhr. Stirbt Magengewebe ab, kommt es zum Magendurchbruch, begleitet von Atmungs- und Kreislaufstörungen. Das Syndrom ist immer ein lebensbedrohlicher Notfall – bis zu 45 Prozent der betroffenen Hunde versterben daran. Leider sind einige Rassen hier besonders gefährdet. Dazu zählen Hunde mit relativ schmalem und tiefem Brustkorb wie die Deutsche Dogge, der Bernhardiner aber auch die verschiedenen Windhunde. Ein prall gefüllter Magen, mit dem sich der Hund rasch wieder bewegt, bildet dabei einen großen Risiko-Faktor. Die großen Rassen brauchen also ein leicht verdauliches Futter, das wenig quillt und den Magen relativ schnell passiert hat.

Hinweis: Ganz gleich, welche Rasse – trächtige und laktierende Hündinnen sowie Welpen im Wachstum haben immer einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen und hochwertigen Proteinen im Futter. Schließlich braucht ihr Körper das Eiweiß als Baustoff für neue Zellen bzw. zur Bildung der lebenswichtigen Nahrung für den Nachwuchs.

Fazit: Hochwertige Nahrung für Hunde lohnt sich

Saftig, bekömmlich und geschmackvoll – dieses Ess-Erlebnis wollen viele Hundehalter auch ihrem vierbeinigen Liebling zugutekommen lassen. Wer hier nicht selbst kochen will und es im Alltag unkompliziert mag, findet im Hundenahrung aus Fleischsaftgarung die optimale Lösung.

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