11.05.2021

Katzenstreu und Katzensand

Alles was ihr darüber wissen solltet

Als Katzenhalter habt ihr die Wahl: Katzenstreu oder Katzensand, mit oder ohne Duft, natürlich oder industriell? Und das sind nur ein paar der Kategorien, aus denen ihr wählen könnt. Doch was ist das Beste für die Katze und worauf kommt es wirklich an?

Woraus besteht die herkömmliche Katzenstreu?

Katzenstreus werden im Wesentlichen in drei Arten unterteilt:

  1. Streu als Silikat: Silikatstreu ist ein durchsichtiges Streu aus Mineralien. Die gebundenen Gerüche nimmt es dauerhaft auf, die aufgesogene Feuchtigkeit gibt es aber zum Teil wieder ab. Silikatstreu klumpt nicht. Ihr müsst deshalb nur regelmäßig durchmischen und den Kot entfernen. Wenn die Farbe der einzelnen Bröckchen jedoch gelblich wird, muss das alte Streu vollständig raus.
  2. Streu aus Bentonit: Bentonit ist Ton, der auf dem Weg zum Katzenstreu industriell verarbeitet wird. Bentonit nimmt Feuchtigkeit und Gerüche an und klumpt an nassen Stellen ein. Dadurch lässt es sich besser reinigen und hält längere Zeit vor. Bentonit ist jedoch ein schweres Material, das recht umständlich zu transportieren ist.
  3. Streu aus Naturmaterial: Organisches Katzenstreu klumpt auch, die Klumpen sind aber nicht besonders fest und können bei der Reinigung zerfallen. Dafür überzeugt das natürliche Streu mit Pflanzenduft. Dieser wird zwar in der Regel dem Halter, jedoch nicht zwangsläufig auch seiner Katze gefallen. Am besten testet ihr die Akzeptanz eurer Katze einfach anhand verschiedener Produkte aus. Achtet außerdem darauf, ob eure Katze das Streu in der Wohnung verteilt. Das kann aufgrund des geringen Gewichts bei manchen Streusorten schnell passieren. Die einzelnen Teilchen haften besonders bei Langhaarkatzen an.

Katzenstreu geruchsneutralisierend: Was ist in der Streu enthalten?

Katzenurin verbreitet einen beißenden Ammoniakgestank. Gerade für Haushalte, in denen die Katze überwiegend drinnen lebt, ist deshalb wichtig, dass das Katzenstreu den Geruch gut binden kann. Bei Silikatstreu ist das der Fall. Die feinen Kiesel nehmen die Feuchtigkeit samt der unangenehmen Gerüche auf. Aber auch Klumpstreu aus Bentonit kann geruchsbindend sein. Einige Streuprodukte sind zudem mit speziellen Pflegezusätzen und Duftstoffen versehen. Dadurch wird der stechende Ammoniakgeruch überdeckt. Naturprodukte aus Holz weisen zwar keine hohe Geruchsbindung auf, ihr könnt diese fehlende Eigenschaft aber durch die tägliche Reinigung und die Füllhöhe des Materials kompensieren.

Katzenstreu klumpend: Ist es besser als normales?

Katzenstreu unterscheidet sich im Wesentlichen in den Punkten

  • Preis
  • Material
  • Nutzerfreundlichkeit
  • Ergiebigkeit
  • Zielgruppe
  • Geruchsbindung
  • Staubentwicklung
  • Klumpenbildung

Die Vorteile von Klumpstreu sind die Handhabung und die Ergiebigkeit. Statt die gesamte Streu zu erneuern, könnt ihr die Klumpen punktuell entfernen. Dadurch reicht die Einstreu für einen längeren Zeitraum aus. Da die Katze ein reinliches Tier ist, kann es jedoch passieren, dass sie das Klo meidet, wenn ihr das Reinigen versäumt.

Leider kommt ihr auch bei Klumpstreu nicht um die Komplettreinigung etwa alle zwei Wochen umhin, da beim Entnehmen der Klumpen immer ein gewisser Rest im Katzenklo verbleibt. Mit nicht klumpender Streu habt ihr weniger Arbeit, weil ihr nur den Kot entfernt. Nach einigen Tagen, wenn die Streu keinen weiteren Urin mehr aufnehmen kann, wird der gesamte Toiletteninhalt dann gegen Frischmaterial ausgetauscht. Wann genau der richtige Zeitpunkt dafür ist, ist bei nicht klumpender Streu aber leider nur schwer zu sehen.

Katzenstreu selbst machen – so geht’s!

Wenn ihr die Zusammensetzung des Katzenstreus nachvollziehen wollt oder einfach viel Spaß am Herumtüfteln habt, könnt ihr euch das Katzenstreu auch selbst zusammenstellen.

Anleitung für die Füllung einer durchschnittlich großen Katzentoilette:

  1. Als Basis nehmt ihr 4 kg Katzensand. Diesen Untergrund kennt die Katze bereits aus freier Natur und nimmt ihn deshalb für gewöhnlich sehr gut an.
  2. Hebt 2,5 kg Gartenerde unter. Das verbessert die Konsistenz.
  3. Fügt 1 kg Salz hinzu. Dadurch ist der Sand nicht mehr so fein.
  4. Mischt zum Schluss ein Päckchen Backnatron ein. Natron ist ein Hausmittel und hält unangenehme Gerüche fern.

Ist Katzenstreu kompostierbar?

Je nach stofflicher Zusammensetzung unterscheidet sich die Entsorgungsart. Während Bentonit in den Hausmüll gehört, könnt ihr pflanzliches Katzenstreu theoretisch auch kompostieren. Allerdings kann es schnell zu einer Keimverbreitung kommen, die auf den restlichen Kompost übergreift. Zudem wird der Kompost für die Gartenarbeit unbrauchbar.

Während ihr den Kot über die Haustoilette entsorgen könnt, ist die Entsorgung der Einstreu auf diese Weise sehr riskant, weil es aufgrund der Klumpenbildung zur Verstopfung führen kann. Außerdem rentiert sich diese Art der Müllentsorgung bei einem Mehrkatzenhaushalt nicht. Ihr seht – nur weil eine Entsorgungsart laut Herstellerangaben möglich ist, ist sie nicht zwangsläufig auch zu empfehlen.

Gibt es eine spezielle Katzenstreu für Langhaarkatzen?

Grundsätzlich könnt ihr  das Katzenstreu nach euren eigenen oder den Vorlieben eurer Katze wählen. Allerdings sind einige Varianten für bestimmte Zielgruppen gedacht:

Nichtklumpende Naturprodukte für Katzenbabys: Junge Katzen sind ständig auf Erkundungstour und probieren sich aus. Da bei diesem Entdeckungstrip auch Teile der Einstreu im Magen landen können, sollte es möglichst natürlich und nicht klumpend sein. Steigt bei Bedarf nach einigen Wochen auf ein anderes Katzenstreu um.

Nichtklumpendes Streu für Langhaarkatzen: Einige Streusorten haften am Katzenfell. Für Halter und Katze entsteht durch das Verschleppen der Einstreu ein unangenehmes Hygieneproblem. Es gibt aber auch Klumpstreu, das nicht so viel klebt. Informationen über die Langhaartauglichkeit kannst du über den Hersteller oder aus Produkttestungen beziehen.

Können Katzen gegen Katzenstreu eine Allergie entwickeln?

Wenn das Katzenstreu stark staubt oder mit künstlichen Duftstoffen aufbereitet ist, können Katzen allergisch darauf reagieren. Das Immunsystem zeigt auf die Allergene eine körperliche Reaktion, wie etwa Atembeschwerden oder einen Hautausschlag. Wenn sich die Katze häufig kratzt oder vermehrt an bestimmten Körperstellen leckt, kann eine Allergie der Auslöser dafür sein.

Wichtig ist, zwischen der Allergie und anderen Haut- oder Atemwegserkrankungen zu differenzieren. Weil sich die Symptome verschiedener Krankheitsbilder sehr ähneln können, ist der Besuch beim Veterinär erforderlich. Stellt sich heraus, dass die Symptomatik tatsächlich auf eine Allergie zurückzuführen ist, solltet ihr das entsprechende Produkt durch eine Alternative ersetzen und jeglichen Direktkontakt mit dem Vorgänger umgehen.

Pflanzenfaser Katzenstreu: Welche Vorteile bietet es?

Das gesellschaftliche Umdenken im Zuge der globalen Umweltkrise macht auch beim Katzenstreu nicht halt. Schon längst gibt es klimafreundliches Streumaterial, in der Regel auf Basis von Maisstroh oder Holz.

Die Vorteile des Naturprodukts liegen klar auf der Hand:

  • Nachhaltigkeit – nachwachsende Rohstoffe
  • Kompostierbar – biologisch abbaubar
  • Saugfähigkeit – natürlicher Feuchtespeicher
  • Transportabel – geringes Eigengewicht

Allerdings können Naturfasern Gerüche schlechter binden, als beispielsweise Bentonit.

Katzenstreu mit Aktivkohle: Gib es etwas zu beachten?

Es gibt verschiedene Streusorten, die versuchen die Geruchsbindung zu maximieren. Meist setzen die Hersteller zwecks dessen industrielle Zusatzstoffe ein. Katzenstreu mit Aktivkohle ist ein natürlicher Ersatz. Die Aktivkohle ist ein nachhaltiges Alternativprodukt, weil es aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Einige Varianten haben die Aktivkohle bereits als festen Bestandteil in die Zusammensetzung integriert. Es gibt aber auch Produkte, die ihr selbst dosieren und unter ein neutrales Katzenstreu mischen könnt. Das ist vor allem für Katzen gut, die mit ihrem Streu sehr mäkelig sind und kein anderes Produkt akzeptieren.

Da es zahlreiche Versionen gibt, solltet ihr euch vor dem Gebrauch eines unbekannten Streus über die Herstellerempfehlungen informieren. Dort erhaltet ihr unter anderem Angaben zur Entsorgung, zur Füllhöhe und zum Reinigungsintervall.

Welche Art Streu nutzt ihr für eure Vierbeiner? Erzählt uns mehr in den Kommentaren!

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