26.08.2021

Dogsharing

Die Pro's und Contra's für den geteilten Hund

Habt ihr schon von Dogsharing gehört? Das Wort lässt sich an sich ganz einfach mit der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche erklären: „Dog“ bedeutet „Hund“ und „sharing“ heißt „teilen“! Der geteilte Hund also. Aber was genau ist das?

Was ist Dogsharing?

Ihr wollt gerne einen Hund, seid aber berufstätig und habt keine Zeit, euch rund um die Uhr um einen Vierbeiner zu kümmern? Oder seid ihr bereits Hundebesitzer und habt weniger Zeit für euren Liebling aufgrund geänderter Arbeitszeiten oder weil ihr den Job wechseln musstet? Da haben wir das Problem. Ein Hund ist sehr zeitaufwendig und anspruchsvoll, denn er ist ja in gewissermaßen auf uns Menschen angewiesen. Das Tier ständig alleine zu lassen ist keine Option. Kennt ihr noch eine Person, vielleicht ein Freund oder eine Freundin, jemand aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis, der genau dasselbe Problem hat wie ihr? Schließt euch zusammen, schafft euch einen Hund an und teilt ihn ganz einfach oder holt euch Unterstützung, wenn ihr bereits Hundebesitzer seid. Das ist das Prinzip von Dogsharing. Mittlerweile gibt es sogar „Dogsharing“-Plattformen, die euch dabei helfen, Hundefreunde zu finden, die sich einen Hund teilen möchten. Webseiten wie hundelieb.de und dogsharing-deutschland.de sind dabei sehr hilfreich.

Was ist zu beachten?

Beim Dogsharing solltet ihr unbedingt darauf geachten, dass das Wohl des Hundes die oberste Priorität hat. Eine gute Absprache zwischen den Betreuern ist somit von großer Bedeutung. Für einen Hund sollten immer die gleichen Regeln gelten. Einige grundlegende Aspekte sollten vorher abgeklärt werden: Wo und wann verbringt der Hund wie viel Zeit? Wie ist es mit Urlaub/Ferien geregelt? Was passiert, wenn einem der beiden Dog-Sharer etwas zustößt und er daraufhin verhindert ist? Wie ist der Impfstatus des Tieres? Benötigt der Vierbeiner spezielle Medikamente? Diese und viele weitere Fragen solltet ihr im Vorhinein abklären, um keinen unnötigen Streit zwischen den Teilzeit-Betreuern entstehen zu lassen.

Um juristische Belange leichter klären zu können, solltet ihr beim Dogsharing unbedingt einen rechtlich handelnden Besitzer festlegen. Dadurch lassen sich Haftungsfragen deutlich leichter klären.

Ist Dogsharing was für euren Hund?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten und ist je nach Hund sehr unterschiedlich. Jeder Hund hat einen eigenen Charakter und reagiert unterschiedlich auf wechselnde Besitzer. Gerade bei sensibleren Hunde kann dieser Wechsel anfänglich zu Stress führen. Allerdings ist es überwiegend eine Frage der Gewöhnung.

Diese Argumente sprechen für Dogsharing

Die Freude am Hund teilen

Ein Hund ist quasi wie ein kleines Baby, er kann nichts alleine und ohne den Menschen machen. Der Mensch geht mit ihm raus, füttert ihn, spielt und beschäftigt sich mit ihm und erzieht ihn. Der Hund ist doch zum Beispiel „Everybody’s Darling“ in einer Großfamilie und von allem und jedem profitiert er. Ist doch perfekt, wenn der Hund von vielen geliebt und verwöhnt wird. Der Hund ist nie oder kaum alleine und hat immer jemanden um sich. Für den Vierbeiner als Rudeltier ist das sehr wichtig. Teilt man sich einen Hund, ist er kaum alleine und ihr könnt euch trotz begrenzter Zeit euren Lebenstraum erfüllen. Sehr gut!

Der Hund ist beim Dogsharing wie das Enkelkind bei der Oma. Denn Omis verwöhnen ihre Enkelkinder, wo es nur geht. So soll es auch beim geteilten Hund sein. Es sollte ihm an nichts fehlen, weder an einem netten Schlafplatz, ein paar Snacks für zwischendurch, abwechslungsreiche Mahlzeiten, abwechslungsreiche Spaziergänge aber vor allem Zuneigung und Liebe!

Darum ist Dogsharing keine gute Idee

Klare Regeln

Beim Dogsharing geht es um mehr, als dass der Hund in einer Großfamilie lebt. Klare Regeln sind sehr wichtig und sollten von Beginn an festgesetzt werden. Das Wohl des Hundes sollte immer an erster Stelle stehen! Teilen sich zwei Menschen einen Hund kann es immer zu Problem und Schwierigkeiten kommen. Erziehung, Ernährung und das gute Geld spielen dabei immer eine Rolle. Und es gilt nicht das Motto, kein Hund da also keine Verantwortung. Klare Regeln sollen die Basis sein, denn es macht keinen Sinn, wenn der Hund in dem einen Haushalt auf die Couch und ins Bett darf und in dem anderen nicht. Aber häufig wird man sich in diesem Punkt einig und eine ausführliche Absprache ist sehr wichtig.

Wechselnde Bezugspersonen bedeutet Stress

Der Hund braucht eine Bezugsperson! Wechselnde Futter- Schlaf- oder Gassiplätze sind dem Hund eher egal aber wichtig ist seine Bezugsperson. Hunde wenden sich meist einer Person mehr zu, als der anderen. Wichtig ist dann vor allem, dass die Person wiederkommt. Bei wechselnden Herrchen oder Frauchen kann es passieren, dass der Hund sich von beiden abwendet oder plötzlich die Bezugsperson wechselt, was wiederum zu Neid zwischen den Menschen führen kann. Vor allem aber für Hunde mit Trennungsängsten ist Dogsharing nicht empfehlenswert. Gerade das kommerzielle Dogsharing, bei dem Firmen Hunde für mehrere Stunden, Tage oder sogar Jahre vermieten, ist grundsätzlich abzulehnen. Dies belastet die Psyche der Hunde enorm.

Hat man einen Hund zu Hause und keine Zeit für ihn, muss man sich was einfallen lassen. Ab zur Tagespflege, zu den Eltern, Nachbarn oder Freunden. Man wird kreativ. Hat man keinen Hund, hat man auch dieses Problem nicht. Will man allerdings einen sollte man sich genaustens Gedanken darüber machen, was mit dem Hund passiert während man 8, 9 oder 10 Stunden außer Haus ist. Ein Hund ist kein Spielzeug, das man in die Ecke stellt, wenn man es nicht mehr will. Daher sollte man sich vorher genaustens überlegen, ob man auf seinen Wunsch verzichten kann oder ob man eine tolle Lösung für alle Beteiligten findet und das Prinzip Dogsharing lebt.

Alternativen zum Dogsharing

Wer gerne Zeit mit einem Hund verbringen möchte, sich aber aktuell keinen Hund anschaffen möchte, muss nicht auf Dogsharing zurückgreifen. Es gibt auch andere Möglichkeiten. So könnt ihr euch beispielsweise als Hundesitter in eurer Nachbarschaft anbieten. Alternativ freuen sich Tierheime in der Umgebung sicher über eure Hilfe beim Gassigehen mit den Hunden. Ebenso könnt ihr bei zahlreichen Tierschutzvereinen eine Patenschaft für einen Hund übernehmen und euren Schützling hin und wieder besuchen. Dies ist besonders toll für schwer zu vermittelnde, alte oder kranke Hunde, die so mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist Dogsharing eine gute Möglichkeit für Hundeliebhaber, sich trotz fehlender Zeit den Traum eines eigenen Hundes zu erfüllen. Allerdings sollte immer das Wohl des Hundes im Vordergrund stehen und ihr solltet euch einen Hund nur mit jemanden teilen, mit dem ihr euch gut versteht.

Was haltet ihr vom Dogsharing? Würdet ihr euren Hund mit einer anderen Person teilen? Wir freuen uns über eure Meinung in den Kommentaren!

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Alle Kommentare (1)

Marc
15.02.2017 10:59 Uhr

Ich bin selber Hundebesitzer und finde Dogsharing eine super Idee.
Als ich auf der Suche nach einem Hundesitter war bin ich auf Dogsharing aufmerksam geworden. Seitdem teile ich meinen Hund und wir beide haben was davon. Er ist tagsüber beschäftigt und in netter Betreuung und ich habe die Gewissheit, dass es ihm gut geht. Ich bin über die Seite www.teilzeithund.de fündig geworden.

Demi
14.09.2021 14:31 Uhr

Ist es schwer sein Hund für 8 Stunden abzugeben Vorfällen ein Hunde Welpen? LG

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