07.01.2022

Katze pinkelt ins Bett

Warum sie es tut und was ihr dagegen machen könnt

Die Katze pinkelt ins Bett, statt – wie gewöhnt – aufs Katzenklo zu gehen. Aus Sicht des Katzenhalters ist das natürlich ärgerlich. Doch Katzen verbinden damit keine böse Absicht, sondern drücken mit der Unsauberkeit meist einen Mangel aus. Bevor man ihnen zielgerichtet helfen kann, ist es zunächst also wichtig, die Ursachen zu klären.

Katze pinkelt ins Bett – was ist die Ursache?

Katzen, die ins Bett pinkeln, sind nicht einfach ungezogen.

Folgende Ursachen können ausschlaggebend sein:

Körperliche Auslöser:

  • Hoher Flüssigkeitskonsum
  • Alters- oder krankheitsbedingte Inkontinenz
  • Blasenentzündung
  • Nierenerkrankung
  • Harnkristall
  • Körperliches Unvermögen
  • Diabetes
  • Demenz
  • Schmerzen
  • Nebenwirkung von Kortison

Psychische Gründe:

  • Rangkonflikte
  • Paarungsverhalten
  • Hygienemangel
  • Duftstoff und/oder Einstreu-Aversion
  • Sozialer-, Umgebungs- oder Alltagsstress
  • Kontroll- oder Bindungsverlust
  • Störungen beim Toilettenbesuch
  • Veränderung
  • Verängstigung
  • Verunsicherung
  • Katzenmobbing
  • Traumata

Wie ihr seht, ist die Liste der möglichen Ursachen ziemlich lang. Deshalb ist es immer ratsam, die tatsächlichen Gründe medizinisch abzuklären. Wenn sich herausstellt, dass die Katze krank ist, benötigt sie eine spezifische Behandlung. Einfache Hausmittel haben bei körperlichen Ursachen leider keinen messbaren Erfolg.

Protestpinkeln Katze – was euch die Katze sagen möchte

Richtiges Protestpinkeln, um dem Katzenhalter eine Lektion zu erteilen oder ihn gezielt zu ärgern, gibt es unter Katzen nicht, weil sie Provokationslust und Rachegedanken gar nicht kennen.

Trotzdem kann man die Unsauberkeit als eine Art der Verweigerung verstehen. Da Katzen sehr reinlich sind, bevorzugen sie ein sauberes Katzenklo. Werden ihre Hinterlassenschaften aus Sicht der Katze nicht schnell genug entfernt, meiden sie das Katzenklo und suchen sich einen hygienischeren Ort. Da die Matratze schön sauber und saugfähig ist, bevorzugen sie Polstermöbel wie das Sofa und das Bett.

Hinweis: Einige Katzen nehmen es mit der Reinlichkeit so genau, dass sie nur auf eine frisch gesäuberte Katzentoilette oder ein Katzenklo mit einer ganz bestimmten Einstreu gehen!

Katze pinkelt auf Sachen, die auf dem Boden liegen

Nicht alle Katzen pinkeln notorisch ins Bett. Manche suchen sich dafür bestimmte, auf dem Boden liegende Dinge, wie beispielsweise Schuhe oder eine Aktentasche, aus.

Die Gründe für die Unsauberkeit sind jedoch in beiden Fällen gleich.

Die einfachste Methode, um dem Spuk ein Ende zu bereiten, ist die generelle Ordnung und eine grundlegende Sauberkeit. Bewahrt – so weit möglich – alle beweglichen Dinge außerhalb der Reichweite der Katze auf. Allerdings wird das wahrscheinlich nicht mit allen Gegenständen gehen.

Entsorgt die betroffenen Objekte, falls ihr darauf verzichten könnt und die Katze bereits eine Urinmarke daran hinterlassen hat.

Da Katzen mit Vorliebe an die Stellen pinkeln, an denen sie ihren eigenen Uringeruch vernehmen, steht und fällt der Erfolg mit der Gründlichkeit der Reinigung.

Mit diesen Tipps werdet ihr die Urinspuren wieder los:

  1. Damit ihr alle Spritzer entdeckt, setzt am besten eine Schwarzlichtlampe ein.
  2. Reinigt nicht nur die Bereiche, die Geruch verströmen, sondern alle Flecken, die ihr unter dem Schwarzlicht seht.
  3. Essigwasser oder Enzymreiniger bekämpfen den beißenden Uringeruch.
  4. Legt alle waschbaren Dinge ein und wascht sie anschließend bei etwa 60 Grad.

Katze pinkelt auf Sachen, die auf dem Boden liegen – so gewöhnt ihr es ihr ab

Ihr könnt eure Katze erst gezielt unterstützen, wenn ihr die Ursache für die Unsauberkeit ermittelt habt.

Mit folgenden Methoden könnt ihr eurem Vierbeiner die leidige Wildpinklerei wieder abgewöhnen:

Die Einstreu und das Katzenklo: Probiert verschiedene Einstreusorten aus, reinigt die Katzentoilette häufiger und/oder besorgt ein weiteres und/oder ein selbstreinigendes Katzenklo. Wechselt die Einstreu nicht mehr, sobald ihr eine Sorte gefunden habt, die eure Katze akzeptiert. Einige Katzen gehen nicht gerne auf Toiletten mit einem festen Dach, weil sie sich dann in die Enge getrieben fühlen. Falls eure Katze so empfindet, solltet ihr den Aufsatz zukünftig entfernen.

Das Revier: Katzen kennzeichnen mit dem Urin ihren Besitz und markieren ihr Revier. Bei Katern kann es während der Paarungszeit vermehrt zu Markierverhalten kommen. In diesem Falle hilft die Kastration. Auch beim Zuzug eines neuen Familienmitglieds (Hund, Katze, Baby etc.) neigen Katzen dazu, ihr Revier mit Duftstoffen zu versehen, also strategische Punkte – wie das Bett – zu markieren. Entweder zieht ihr sogleich einen Tiertrainer zurate oder wartet noch eine Weile ab. Sobald die Rangordnung festgelegt ist, pendelt sich die Unsauberkeit in der Regel von selbst wieder ein.

Sicherheit: Katzen kommunizieren mit der Pinkel-Problematik häufig ihr Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. Versucht die Stressoren ausfindig zu machen und den Alltagsstress zu reduzieren. Zwecks dessen solltet ihr Veränderungen meiden und demgegenüber feste Routinen in euren Alltag integrieren. Indem ihr mit eurer Katze schimpft, schädigt ihr das bereits angeknackste Sicherheitsgefühl. Strafen (körperlich und verbal) sorgen nur dafür, dass die Gesamtsituation noch schlimmer wird. Deshalb solltet ihr euren Ärger bewusst beiseiteschieben und vermeiden, dass ihr euch im Ton vergreift.

Nähe: Viele Katzen sind menschenbezogen und brauchen den Sozialkontakt. Wenn sie den Bezug zu ihrem Menschen verlieren (beispielsweise durch eine Trennung oder verlängerte Arbeitszeit), reagieren sie mit depressiven Verstimmungen oder Stress. Die Unsauberkeit kann also ein stiller Schrei nach Liebe sein.

Räumliche Veränderung: Die räumliche Veränderung, beispielsweise bei einem Umzug, bei Renovierungsarbeiten oder durch neues Mobiliar, löst bei Katzen häufig Unbehagen aus. Wenn sich die Wohnsituation verändert, kann es passieren, dass sich die Katzen ein neues Revier erschließen und dieses auch markieren. Außerdem pinkeln die Katzen zunächst an den Orten, an denen sie sich sicher fühlen und unbehelligt sind. Sie werden eine neue Toiletten-Stelle also nicht zwangsläufig von Anbeginn an akzeptieren. Ihr könnt die Eingewöhnungsphase beschleunigen, in dem ihr die jeweiligen Räume mit vertrauen Dingen (Decken, Spielzeug etc.) bestückt.

Vielleicht haltet ihr eine Tierschutzkatze, deren Vorgeschichte ihr nicht kennt oder ihr kommt aus anderen Gründen einfach nicht dahinter, wo genau der Schuh nun drückt. Bevor ihr an dem Verhalten eurer Katze verzweifelt, kann die Inanspruchnahme eines Katzenpsychologen hilfreich sein. Dieser hat sich darauf spezialisiert, die individuelle Lebenslage der Katze und ihre Verhaltensanomalien zu analysieren. Die Einschätzung des Experten kann den finalen Durchbruch bringen.

Katze pinkelt ins Bett Hausmittel – das kann helfen

Falls die Methoden aus dem Zwischenabschnitt „Katze pinkelt auf Sachen, die auf dem Boden liegen – so gewöhnt ihr es ihr ab“ vergebens angewendet habt, könnt ihr die folgenden Schritte ausprobieren:

  1. Sperrt eure Katze vorübergehend aus den betroffenen Schlaf- und Wohnbereichen aus.
  2. Ihr könnt eure Matratze mit einem feuchtigkeitsabweisenden Bettlaken beziehen.
  3. Falls ihr eure Katze aus dem Bett verbannen wollt, könnt ihr es vorübergehend mit einer Schicht aus Alu- oder Rettungsfolie versehen. Das knisternde Gefühl ist für die Katze nämlich nicht sehr angenehm.
  4. Es gehört zum natürlichen Meide verhalten der Katze, nicht an ihrem Futterplatz zu urinieren. Möglicherweise bekommt ihr das Problem in den Griff, indem ihr die Futterstelle in euer Schlafzimmer verlegt.
  5. Vielleicht pinkelt die Katze ins Bett, weil sie den Geruch der Waschzusätze nicht ausstehen kann. Probiert doch einmal Waschmittel ohne Duftstoffe aus. Gleiches gilt übrigens für den Raumduft und die Reinigungsmittel im und ums Katzenklo.
  6. Bachblüten, ätherische Öle (Beispiele: Kamille, Lavendel), Katzenminze und Pheromone können beruhigend wirken und vermitteln ein Gefühl von Sicherheit.

Aber Achtung: Die obigen Punkte haben zwar einen faktischen Nutzen, lösen aber nicht das zugrundeliegende Problem. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich die Katze, statt ins Bett zu pinkeln, einfach eine neue Stelle sucht.

Habt oder hattet ihr dasselbe Problem mit eurem Stubentiger. Schreibt eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!

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