30.07.2021

Hund oder Katze

Das sind die Vor- und Nachteile als Haustier

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Haustier in seinen Alltag zu integrieren, wird sich früher oder später die entscheidende Frage – Hund oder Katze? – stellen. Damit ihr diese Frage für euch beantworten könnt, haben wir die Unterschiede der beiden Spezies zusammengestellt. Ferner beantworten wir euch die Frage, ob eine Mischhaltung aus Hunden und Katzen überhaupt, und wenn ja, unter welchen Bedingungen, möglich ist.

Hund und Katze – die Unterschiede dieser Haustiere

Hunde und Katzen sind in vielerlei Hinsicht wie Tag und Nacht. Nicht ohne Grund spalten sich ihre Halter in die Fraktionen „Hunde- und Katzenmenschen“ auf.

Diese Unterschiede zeichnen Hunde und Katzen aus:

  • In Bezug auf große Hunde werden einige Katzen doppelt so alt.
  • Während Katzen unabhängig sind, brauchen Hunde eine vordiktierte Tagesstruktur.
  • Hunde brauchen die gemeinsame Beschäftigung und suchen nach Interaktion. Bei Katzen (besonders bei Freigängern) fällt dieses Bedürfnis geringer aus.
  • Hunde erledigen ihr Geschäft draußen, die Stubentiger benutzen ein Katzenklo. Während ihr das Katzenklo reinigen müsst, solltet ihr die Hinterlassenschaften eures Hundes in einem Kotbeutel abtransportieren.
  • Hunde haben (in Abhängigkeit zur Rasse) den Vorteil, dass sie mit den Menschen kooperieren. Katzen tun das nur bedingt.
  • Katzen sind sehr selbständig und schränken ihren Halter deshalb nur geringfügig ein.
  • Während die meisten Vermieter Katzen tolerieren, ist die Hundehaltung häufig nicht erlaubt.

Katze und Hund – so unterschiedlich ist die Haltung

In der Haltung fallen die Unterschiede zwischen Hunden und Katzen besonders auf. Während der Hund zwar, ebenso wie die Katze, in einer Wohnung zurechtkommen kann, muss er mehrmals täglich raus. Katzen lieben das Außengelände zwar auch, kommen aber auch mit der reinen Wohnungshaltung zurecht, sofern diese auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Der Zeitaufwand in der Hundehaltung ist deshalb vergleichsweise hoch und findet bei jedem Wetter und in jeder körperlichen Verfassung statt. Eine Pause gibt es für den Hundehalter nicht, er muss zumindest eine Vertretung organisieren.

Wohnungskatzen wollen zwar auch beschäftigt werden, allerdings ist der Anspruch an die Qualität der Tätigkeit nicht so hoch. Hunde brauchen Aufgaben, die ihnen etwas nützen und an denen sie wachsen können (Erziehung und rasse-/persönlichkeitsgerechte Auslastungsform). Stupide Aktivitäten (Beispiel: dauerhaftes Apportieren) können für Hunde sogar schädlich sein.

In der Hundehaltung gelten andere Regularien. Zum Beispiel herrscht zu bestimmten Zeiten die Leinen- und für einige Hunderassen die Maulkorbpflicht oder es gibt ein generelles Haltungsverbot. Außerdem gilt für den Halter eine andere Sorgfaltspflicht (Beispiel: Hunde dürfen bei sommerlichen Temperaturen nicht im Auto warten), die den Umgang mit Katzen nur selten betrifft.

Beide Spezies haben aber die Eigenschaft, sich an Kinder, andere Artgenossen und ihr soziales Umfeld zu gewöhnen. Deshalb kommen sie sowohl als Haustier für beispielsweise kinderreiche Familien, Studenten und Senioren in Betracht. Allerdings sollten Kinder und Hunde nie unbeaufsichtigt miteinander interagieren. Bei Hunden besteht die Gefahr, dass sie beißen, während in die Enge getriebene Katzen dazu neigen, die Augen zu attackieren.

Hunde und Katzen können Schäden verursachen, die jedoch unterschiedlich zu beurteilen sind. Hunde (vor allem junge Tiere) haben die Vorliebe, Dinge mit ihren Zähnen zu perforieren, während die meisten Materialschäden im Zusammenhang mit Katzen durch das Krallenwetzen entstehen.

Die Hundehaltung hängt immer mit den Umgebungsfaktoren zusammen (ländlich oder dichtbevölkertes Stadtgebiet), während das bei der Katze nur eine Rolle spielt, wenn sie die Außenfläche selbstbestimmt betreten kann. Beide Spezies freuen sich darüber, wenn es einen sicheren Garten gibt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich die Katze Bäume erschließen und Zäune überwinden kann, während Hunde zwar auch springen und buddeln können, aber keine Klettermeister sind.

Kosten für Hund und Katze

Eine ganz wesentliche Frage ist die, ob man sich eine Katze oder einen Hund überhaupt leisten kann.

Da Katzen meistens älter werden, fallen die laufenden Kosten länger an. Allerdings gibt es zwischen Katzen und einigen Hunden einen extremen Größenunterschied, der die Differenz kompensieren kann.

Sowohl bei Katzen also auch bei Hunden gibt es eine große Spanne im Preis. Während Hunde jedoch immer einige hundert Euro kosten, werden einige Hauskatzen sogar verschenkt. Im Tierheim sind die Gebühren für eine Katze häufig auch geringer, als die Kosten für einen Hund. Allerdings sind die Anschaffungskosten für seltene Rassetiere mit 1.000 Euro aufwärts etwa gleich.

Die Erstausstattung für Hunde und Katzen setzt sich zwar aus unterschiedlichen Dingen zusammen (Katzen brauchen Kratzbäume, dafür aber keine Leine und Geschirr), trotzdem laufen unterm Strich die gleichen Kosten auf. Allerdings kostet das Zubehör für große Hunde immer etwas mehr (Beispiel: Transportboxen für Katzen und kleine Hunde gibt es ab 10 Euro, während eine große Hundebox das Zehnfache davon kosten kann).

Grundsätzlich ist die Preisspanne (Discounterfutter, Spezialfuttermittel, selbsgekochtes Futter) beim Hunde- und Katzenfutter in etwa gleich. Allerdings fressen große Hunde deutlich mehr, was erhöhte Kosten verursachen kann.

Hunde werden anders in den Alltag ihres Halters integriert und begleiten ihn auch außer Haus. Deshalb ist es wichtig, dass der Hund sozialisiert ist und sich gut benehmen kann. Einige Hundehalter suchen zu diesem Zweck eine Hundeschule auf. Diese Kosten entstehen im Umgang mit der Katze nicht.

Außerdem können Hunde nicht gut alleine sein. Im Urlaub muss der Hund (sofern er nicht mitkommen kann) deshalb im Freundeskreis untergebracht werden oder vorübergehend in einer Unterkunft sein. Die Betreuungskosten für einen Hund sind meistens teurer, als der Stundensatz, den ein Katzensitter verlangt.

Hunde und Freigängerkatzen brauchen einen umfassenden Gesundheitsschutz. Dieser kostet in Bezug auf Hunde aber häufig mehr. Für die Kastration eines Hundes fallen im Vergleich zur Katze mindestens Kosten in doppelter Höhe an. Auch Wurmkuren oder der externe Parasitenschutz können deutlich teurer sein, weil sie sich an dem Körpergewicht des Tieres orientieren.

Im Gegensatz zu Hunden fällt für die Haltung einer Katze keine Steuer an. Ein Katzenhalter muss auch keine Prüfung absolvieren. Auf die Jahre gerechnet und in Abhängigkeit zur Hunderasse und dem Wohnort fallen für Hundehalter deshalb deutlich höhere Kosten an.

Hund oder Katze Test: Welches Haustier passt zu euch?

Hunde und Katzen können sich sehr ähneln aber auch sehr unterschiedlich sein. Häufig hängt es deshalb weniger mit dem Tier an sich, als mit den eigenen Lebensumständen zusammen, was das Richtige für einen ist.

Die folgenden Fragen können euch bei der Entscheidung behilflich sein.

  1. Ihr möchtet euch nur mittelfristig binden?
  2. Ihr habt die Mittel, höhere Summen in das Tier zu investieren?
  3. Ihr seid diszipliniert?
  4. Ihr habt eine feste Tagesstruktur?
  5. Ihr bringt Führungsqualitäten mit?
  6. Ihr seid an Herausforderungen interessiert?
  7. Ihr bewegt euch gern?
  8. Ihr sucht nicht nur nach einem Haustier, sondern nach einem echten Freund?
  9. Ihr freut euch darauf, etwas hinzuzulernen?
  10. Ihr habt das Tier gern in der Öffentlichkeit dabei?

Wenn ihr fünf und mehr dieser Fragen mit Ja beantworten könnt, scheint ein Hund das passende Haustier für euch zu sein. Jedes Nein legt wiederum die Vermutung nahe, dass eine Katze zurzeit besser geeignet ist.

Hund und Katze zusammen geht das?

Doch wer sagt überhaupt, dass ihr euch entscheiden müsst? Schließlich leben Hunde und Katzen in einigen Haushalten friedlich beisammen.

Der Grund dafür, dass die Gemischthaltung oft nicht funktioniert, liegt in der Andersartigkeit. Beide nutzen andere Laute und ihren Körper, um zu kommunizieren. Beide haben andere Gewohnheiten und toben sich auf unterschiedlichem Wege aus. Auch der Größenunterschied kann problematisch sein.

So könnt ihr Hund und Katze zusammenführen

Wenn ihr Hund und Katze nicht abrupt, sondern strategisch zusammenführt, kann das harmonische Beisammensein gelingen.

Am besten geht ihr folgendermaßen vor:

  1. Die Ausgangssituation ist ruhig. Alle Störquellen werden eliminiert (lauter TV). In den ersten Tagen kümmert ihr euch ausschließlich um die Tiere und empfangt keinen Besuch.
  2. Versucht euch Hund und Katze zu widmen, ohne euch zu sehr auf die Zusammenführung zu fokussieren. Damit ist gemeint, dass ihr euch nach Möglichkeit normal verhalten sollt.
  3. Falls der Hund überschwänglich reagiert, braucht er die Leine und manchmal auch einen Maulkorb.
  4. Die Katze muss jederzeit die Möglichkeit haben, sich an einen sicheren Ort zurückzuziehen. Dieser darf für den Hund nicht erreichbar sein (Katzenbaum/Katzenklappe).
  5. Die Dauer des Kennenlernens hängt davon ab, wie gut sich die Tiere untereinander verstehen. Für die erste Zeit reichen kurze Intervalle von wenigen Minuten völlig aus. Für den langfristigen Erfolg ist es sowieso besser, wenn die Zusammenführung kleinschrittig erfolgt. Ein negatives Erstgefühl (starke Angst, Bedrängnis oder Schutzlosigkeit) ist nämlich sehr hinderlich und lässt sich rückwirkend nicht immer kompensieren.
  6. Indem ihr die Tiere belohnt, könnt ihr sie im richtigen Moment bestärken und das erwünschte Verhalten stimulieren.

Neben der Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es allgemeine Tipps, die die Erfolgswahrscheinlichkeit zusätzlich erhöhen:

  • Der Hund sollte vor der Zusammenführung ausgelastet sein.
  • Hund und Katze haben eigene Ruhezonen und einen individuellen Futterplatz. Außerdem braucht die Katze ein für den Hund unzugängliches Katzenklo.
  • Wenn ihr einen Mehrpersonenhaushalt führt, kann sich bei den ersten Begegnungen je eine Person auf den Hund beziehungsweise auf die Katze konzentrieren.
  • Indem ihr die Spielzeuge oder Decken untereinander austauscht, haben die Tiere die Möglichkeit, sich mit dem Geruch des jeweils anderen vertraut zu machen und sich besser mit der Gesamtsituation zu akklimatisieren.

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