Schilddrüsenunterfunktion beim Hund: Symptome & Therapie

Dein Hund nimmt zu, obwohl er normal frisst? Er ist ständig müde, sein Fell wird stumpf und er friert schnell? Dann könnte eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) dahinterstecken. Sie gehört zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen beim Hund und ist zum Glück gut behandelbar. Erfahre hier, wie du die Symptome erkennst und was du tun kannst.

🔍 Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Schilddrüse sitzt am Hals deines Hundes und produziert lebenswichtige Hormone (T3 und T4), die den gesamten Stoffwechsel steuern. Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) werden zu wenig dieser Hormone produziert, wodurch der Stoffwechsel verlangsamt wird. Das beeinflusst nahezu alle Körperfunktionen.

In über 95 % der Fälle wird die Hypothyreose durch eine Zerstörung des Schilddrüsengewebes verursacht – entweder durch eine Autoimmunerkrankung (lymphozytäre Thyreoiditis) oder durch eine fortschreitende Gewebeveränderung (idiopathische Atrophie).

⚠️ Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Die Symptome entwickeln sich schleichend und werden oft erst spät erkannt. Typische Anzeichen sind:

Allgemeine Symptome

  • Gewichtszunahme trotz normalem oder sogar reduziertem Futter
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit – dein Hund will weniger spielen und laufen
  • Kälteempfindlichkeit – sucht warme Plätze, zittert bei Kälte
  • Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)

Haut- und Fellveränderungen

  • Stumpfes, brüchiges Fell
  • Symmetrischer Haarausfall (besonders an den Flanken, am Schwanz – „Rattenschwanz“)
  • Vermehrte Hautinfektionen und schlechte Wundheilung
  • Dunkle Hautverfärbungen (Hyperpigmentierung)
  • Trockene, schuppige Haut

Weitere mögliche Symptome

  • Gesichtsausdruck wirkt „traurig“ durch geschwollene Gesichtszüge (Myxödem)
  • Fruchtbarkeitsprobleme bei Hündinnen
  • Neurologische Symptome wie Gleichgewichtsstörungen (selten)
  • Erhöhte Blutfettwerte

🏥 Diagnose: So wird die Unterfunktion festgestellt

Die Diagnose ist nicht immer einfach, da die Symptome unspezifisch sind und auch andere Erkrankungen in Frage kommen.

  1. Blutuntersuchung: Bestimmung von T4 (Gesamtthyroxin) und freiem T4 (fT4). Ein niedriger T4-Wert ist ein erster Hinweis.
  2. TSH-Test: Das Schilddrüsen-stimulierende Hormon (TSH) ist bei einer Unterfunktion oft erhöht.
  3. Schilddrüsen-Antikörper: Können eine autoimmune Ursache nachweisen.
  4. Weiterführende Bluttests: Cholesterin, Blutbild und Organwerte geben Aufschluss über den Gesamtzustand.

Wichtig: Bestimmte Medikamente und andere Erkrankungen können die Schilddrüsenwerte beeinflussen (Sick-Euthyroid-Syndrom). Dein Tierarzt wird dies bei der Beurteilung berücksichtigen.

💊 Behandlung und Therapie

Die Behandlung ist unkompliziert und sehr effektiv:

  • Levothyroxin (L-Thyroxin): Dein Hund bekommt täglich das fehlende Schilddrüsenhormon als Tablette – meist zweimal am Tag.
  • Dosisanpassung: Nach 4–8 Wochen wird der Blutwert kontrolliert und die Dosis angepasst.
  • Lebenslange Therapie: Die Behandlung muss dauerhaft erfolgen, da die Schilddrüse sich nicht regeneriert.

Die gute Nachricht: Die meisten Hunde sprechen hervorragend auf die Therapie an. Bereits nach wenigen Wochen verbessern sich Aktivität und Fell deutlich. Das Gewicht normalisiert sich über einige Monate.

💰 Kosten der Diagnose und Behandlung

LeistungKosten (ca.)
Blutuntersuchung (T4, fT4, TSH)80 – 180 €
Großes Blutbild + Organwerte60 – 120 €
Schilddrüsen-Antikörper40 – 80 €
Levothyroxin (monatlich)15 – 40 €
Kontrolluntersuchung (alle 6 Monate)60 – 150 €

Die laufenden Kosten für Medikamente und Kontrollen liegen bei etwa 300 bis 600 € pro Jahr. Eine Hundekrankenversicherung kann diese Kosten übernehmen.

🐾 Tipp: Chronische Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion verursachen laufende Kosten. Sichere dich rechtzeitig mit einer Hundekrankenversicherung ab.

🛡️ Jetzt Tarife vergleichen

🐕 Welche Rassen sind besonders betroffen?

Grundsätzlich kann jeder Hund eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln, aber einige Rassen sind häufiger betroffen:

  • Golden Retriever und Labrador Retriever
  • Dobermann
  • Irischer Setter
  • Riesenschnauzer
  • Cocker Spaniel
  • Dackel
  • Boxer

Mittlere bis große Rassen im Alter von 4–10 Jahren sind am häufigsten betroffen.

❓ Häufig gestellte Fragen

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund geheilt werden?

Nein, die Schilddrüsenunterfunktion ist nicht heilbar. Das geschädigte Gewebe regeneriert sich nicht. Allerdings lässt sich die Erkrankung mit Levothyroxin hervorragend behandeln, sodass dein Hund ein völlig normales und beschwerdefreies Leben führen kann.

Wie lange dauert es, bis die Behandlung wirkt?

Erste Verbesserungen bei Aktivität und Verhalten zeigen sich oft schon nach 1–2 Wochen. Fell- und Hautveränderungen brauchen länger – rechne mit 3–6 Monaten, bis das Fell wieder vollständig nachgewachsen ist. Die Gewichtsnormalisierung dauert ebenfalls einige Monate.

Was passiert, wenn die Schilddrüsenunterfunktion nicht behandelt wird?

Ohne Behandlung schreitet die Erkrankung fort. Dein Hund wird immer träger, nimmt weiter zu, und es können schwerwiegende Komplikationen auftreten wie Nervenschäden, Herzprobleme und ein stark geschwächtes Immunsystem. Die Lebensqualität verschlechtert sich erheblich.

📚 Weiterführende Artikel