Leishmaniose beim Hund: Ursachen, Symptome & Therapie

🦟 Was ist Leishmaniose beim Hund?

Leishmaniose ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten der Gattung Leishmania verursacht wird. Die Übertragung erfolgt durch den Stich von Sandmücken (Phlebotomen), die vor allem im Mittelmeerraum vorkommen. Durch den Klimawandel breiten sich diese Mücken jedoch zunehmend auch nach Mitteleuropa aus.

Die Krankheit ist besonders für Hunde gefährlich, die mit ihren Besitzern in den Süden reisen oder von dort adoptiert werden. Ohne Behandlung verläuft Leishmaniose beim Hund häufig tödlich. Umso wichtiger ist es, die Symptome frühzeitig zu erkennen und vorzubeugen.

🔍 Leishmaniose Symptome beim Hund

Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis mehrere Jahre. Nicht jeder infizierte Hund erkrankt – manche tragen die Erreger, ohne Symptome zu zeigen. Bricht die Krankheit aus, unterscheidet man zwei Formen:

Hautform (kutane Leishmaniose)

  • Haarausfall – besonders an Ohren, Nase und um die Augen („Brillenbildung“)
  • Schuppige, krustige Haut
  • Nicht heilende Wunden und Geschwüre
  • Übermäßiges Krallenwachstum („Krallenhypertrophie“)
  • Rissige Nase und Pfotenballen

Organform (viszerale Leishmaniose)

  • Gewichtsverlust und Muskelschwund
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Fieberschübe
  • Appetitlosigkeit und Mattigkeit
  • Nierenprobleme bis hin zum Nierenversagen
  • Gelenkschmerzen und Lahmheit
  • Nasenbluten und Durchfall

Achtung: Die Organform ist lebensbedrohlich. Besonders die Nierenbeteiligung kann irreversibel sein. Bei Verdacht solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen. Einen Überblick über häufige Tierarztkosten findest du unter Tierarztkosten Hund.

🩺 Diagnose der Leishmaniose

Die Diagnose erfolgt über eine Kombination verschiedener Tests:

  • Bluttest (Antikörpernachweis): IFAT- oder ELISA-Test weisen Antikörper gegen Leishmanien nach
  • PCR-Test: Direkter Erregernachweis aus Blut, Knochenmark oder Lymphknoten
  • Blutbild und Organwerte: Eiweißverschiebung, Nierenwerte, Leberwerte
  • Knochenmarkspunktion: Direkter mikroskopischer Nachweis der Erreger

Ein einzelner negativer Antikörpertest schließt eine Infektion nicht aus. Bei Hunden aus Risikogebieten empfiehlt sich eine Wiederholungsuntersuchung nach 6 Monaten.

💊 Behandlung und Therapie

Leishmaniose ist beim Hund nicht heilbar. Die Therapie zielt darauf ab, die Symptome zu kontrollieren und die Parasitenbelastung zu reduzieren. Dein Hund bleibt lebenslang Träger.

Medikamentöse Therapie

Medikament Wirkung Anwendung
Allopurinol Hemmt die Vermehrung der Parasiten Dauertherapie (täglich als Tablette)
Miltefosin (Milteforan) Tötet Leishmanien ab 28-Tage-Kur (oral)
Antimon-Verbindungen (Glucantime) Abtötung der Parasiten Injektionen über 4 Wochen

In den meisten Fällen wird Allopurinol als Dauertherapie eingesetzt, ergänzt durch eine initiale Behandlung mit Miltefosin oder Glucantime. Regelmäßige Blutkontrollen (alle 3–6 Monate) sind lebenslang nötig.

🛡️ Vorbeugung: So schützt du deinen Hund

Wenn du mit deinem Hund in den Mittelmeerraum reist, sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Scalibor-Halsband: Wirkt repellierend gegen Sandmücken (2 Wochen vor Reise anlegen)
  • Spot-on-Präparate mit Permethrin (z. B. Advantix)
  • Hund abends und nachts drinnen halten – Sandmücken sind dämmerungs- und nachtaktiv
  • Feinmaschige Insektenschutznetze am Schlafplatz
  • Impfung: In manchen Ländern ist ein Impfstoff (Letifend, CaniLeish) verfügbar

Weitere Tipps zum sicheren Reisen mit Hund findest du unter Mit dem Hund im Auto reisen.

💰 Kosten der Leishmaniose-Behandlung

Leistung Kosten (ca.)
Bluttest (Antikörpernachweis) 40–80 €
PCR-Test 60–120 €
Großes Blutbild mit Organwerten 50–100 €
Miltefosin (28-Tage-Kur) 80–150 €
Allopurinol (monatlich) 10–25 €
Kontrolluntersuchung (halbjährlich) 60–120 €
Jährliche Gesamtkosten (Dauertherapie) 400–900 €

Die lebenslange Therapie kann erhebliche Kosten verursachen. Eine Hundekrankenversicherung kann hier eine sinnvolle Absicherung sein.

🐶 Tipp: Hohe Tierarztkosten absichern
Leishmaniose-Behandlungen sind teuer und dauern lebenslang. Mit einer Hundekrankenversicherung bist du finanziell abgesichert.

👉 Jetzt kostenlos Tarife vergleichen bei DOGVERS

❓ FAQ – Häufig gestellte Fragen

Ist Leishmaniose beim Hund heilbar?

Nein, Leishmaniose ist beim Hund nicht heilbar. Die Erreger verbleiben lebenslang im Körper. Mit der richtigen Therapie (vor allem Allopurinol als Dauermedikation) können die Symptome aber gut kontrolliert werden, und viele Hunde leben noch viele Jahre mit guter Lebensqualität.

Kann Leishmaniose vom Hund auf den Menschen übertragen werden?

Eine direkte Übertragung vom Hund auf den Menschen ist sehr selten. Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich über den Stich der Sandmücke. Trotzdem solltest du offene Wunden deines Hundes nicht mit bloßen Händen berühren und auf gute Hygiene achten.

Darf ich meinen Hund mit Leishmaniose in die Hundepension geben?

Ja, grundsätzlich schon. Leishmaniose ist nicht direkt von Hund zu Hund übertragbar – es braucht die Sandmücke als Überträger. Informiere die Hundepension aber in jedem Fall über die Erkrankung und die nötigen Medikamente.

📚 Weiterführende Artikel