Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Hunden – besonders im Alter. Etwa 10 % aller Hunde, die in der Tierarztpraxis vorgestellt werden, leiden an einer Herzerkrankung. Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger Erkennung lassen sich viele Herzprobleme gut behandeln. Hier erfährst du alles über Symptome, Ursachen und Therapiemöglichkeiten.
🔍 Welche Herzerkrankungen gibt es beim Hund?
Herzerkrankungen beim Hund lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen:
Erworbene Herzerkrankungen
- Mitralklappenendokardiose (MVD): Die häufigste Herzerkrankung beim Hund. Die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer degeneriert, was zu einem Rückfluss von Blut führt. Besonders häufig bei kleinen Rassen wie Cavalier King Charles Spaniel, Dackel und Pudel.
- Dilatative Kardiomyopathie (DCM): Das Herz erweitert sich und kann nicht mehr ausreichend pumpen. Betrifft vor allem große Rassen wie Doggen, Dobermann und Irish Wolfhound.
- Herzrhythmusstörungen: Unregelmäßiger Herzschlag, der verschiedene Ursachen haben kann.
Angeborene Herzfehler
- Pulmonalstenose: Verengung der Pulmonalklappe
- Subaortenstenose: Verengung unterhalb der Aortenklappe
- Persistierender Ductus arteriosus (PDA): Ein Gefäß, das sich nach der Geburt nicht verschließt
⚠️ Symptome einer Herzerkrankung beim Hund
Herzerkrankungen entwickeln sich oft schleichend. Folgende Anzeichen können auf ein Herzproblem hindeuten:
Frühe Symptome
- Leistungsminderung und schnelleres Ermüden bei Spaziergängen
- Vermehrtes Hecheln, auch in Ruhe
- Leichter Husten, besonders nachts oder nach dem Aufstehen
- Unruhe und Schwierigkeiten, eine bequeme Schlafposition zu finden
Fortgeschrittene Symptome
- Starker, anhaltender Husten (vor allem nachts)
- Atemnot und schwere Atmung
- Blaufärbung der Zunge und Schleimhäute (Zyanose)
- Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
- Wassereinlagerungen im Bauch (Aszites)
- Appetitlosigkeit und Futterverweigerung
- Starker Gewichtsverlust oder -zunahme
Tipp: Zähle in Ruhe die Atemfrequenz deines schlafenden Hundes. Normal sind 10–30 Atemzüge pro Minute. Liegt der Wert dauerhaft über 30, solltest du den Tierarzt aufsuchen.
🏥 Diagnose von Herzerkrankungen
Dein Tierarzt wird verschiedene Untersuchungen durchführen:
- Auskultation: Abhören des Herzens mit dem Stethoskop – Herzgeräusche sind oft der erste Hinweis
- Röntgen: Zeigt die Herzgröße und mögliches Lungenwasser
- Herzultraschall (Echokardiografie): Die wichtigste Untersuchung – zeigt Herzstruktur, Klappenfunktion und Blutfluss in Echtzeit
- EKG: Erkennt Herzrhythmusstörungen
- Blutuntersuchung: Herzmarker (proBNP) und Organfunktion
💊 Behandlung und Therapie
Eine Herzerkrankung beim Hund ist in den meisten Fällen nicht heilbar, aber gut behandelbar. Ziel ist es, das Fortschreiten zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten.
Medikamentöse Therapie
- ACE-Hemmer (z. B. Benazepril): Entlasten das Herz und senken den Blutdruck
- Pimobendan: Stärkt die Herzkraft und erweitert die Blutgefäße – Standardmedikament bei MVD und DCM
- Diuretika (z. B. Furosemid): Entwässern bei Lungenödem oder Bauchwasser
- Antiarrhythmika: Bei Herzrhythmusstörungen
Unterstützende Maßnahmen
- Salzarme Ernährung zur Entlastung des Herzens
- Angepasste Bewegung – regelmäßig, aber nicht übermäßig belastend
- Gewichtskontrolle – Übergewicht belastet das Herz zusätzlich
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt
💰 Kosten der Herzbehandlung
| Untersuchung / Behandlung | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Herzultraschall | 120 – 350 € |
| EKG | 50 – 120 € |
| Röntgen Thorax | 80 – 150 € |
| Blutuntersuchung (Herzmarker) | 50 – 100 € |
| Monatliche Medikamente | 30 – 120 € |
| Kontrolluntersuchung (alle 3–6 Monate) | 100 – 300 € |
| Herzschrittmacher-OP (selten nötig) | 2.000 – 5.000 € |
Die laufenden Kosten für Medikamente und Kontrollen summieren sich schnell auf 500 bis 2.000 € pro Jahr. Eine Hundekrankenversicherung kann hier eine enorme finanzielle Entlastung sein.
🛡️ Jetzt Tarife vergleichen
🐕 Welche Rassen sind besonders betroffen?
| Herzerkrankung | Besonders betroffene Rassen |
|---|---|
| Mitralklappenendokardiose | Cavalier King Charles Spaniel, Dackel, Chihuahua, Pudel |
| Dilatative Kardiomyopathie | Dobermann, Deutsche Dogge, Irish Wolfhound, Boxer |
| Subaortenstenose | Golden Retriever, Rottweiler, Boxer |
❓ Häufig gestellte Fragen
Wie lange kann ein Hund mit Herzerkrankung leben?
Mit der richtigen Behandlung können viele Hunde mit einer Herzerkrankung noch mehrere Jahre gut leben. Bei einer Mitralklappenendokardiose im Frühstadium kann die Lebenserwartung mit Medikamenten kaum eingeschränkt sein. Bei einer dilatativen Kardiomyopathie ist die Prognose oft etwas schlechter, aber auch hier ermöglicht die Therapie oft noch 1–3 Jahre gute Lebensqualität.
Kann ich einer Herzerkrankung bei meinem Hund vorbeugen?
Da viele Herzerkrankungen genetisch bedingt sind, lässt sich nicht vollständig vorbeugen. Du kannst aber das Risiko senken durch: gesundes Gewicht halten, regelmäßige moderate Bewegung, hochwertige Ernährung und ab dem 7. Lebensjahr jährliche Herzvorsorge beim Tierarzt.
Woran erkenne ich einen Herznotfall beim Hund?
Ohnmachtsanfälle, extreme Atemnot, blaue Zunge oder Zusammenbrüche sind Notfälle. Fahre sofort in die nächste Tierklinik. Versuche, deinen Hund zu beruhigen und unnötige Anstrengung zu vermeiden.