HCM bei Katzen: Herzerkrankung erkennen & behandeln

Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die häufigste Herzerkrankung bei Katzen. Etwa 15 % aller Katzen sind betroffen – bei bestimmten Rassen sogar deutlich mehr. Das Tückische: HCM verläuft oft lange symptomlos, kann aber plötzlich lebensbedrohlich werden. Erfahre hier, wie du die Anzeichen erkennst und was du für deine Katze tun kannst.

🔍 Was ist HCM bei Katzen?

Bei der Hypertrophen Kardiomyopathie verdickt sich der Herzmuskel – insbesondere die linke Herzkammer. Dadurch wird der Innenraum der Herzkammer kleiner und das Herz kann weniger Blut pro Schlag pumpen. Das Herz muss härter arbeiten, was langfristig zu Herzversagen führen kann.

Primäre vs. sekundäre HCM

  • Primäre HCM: Genetisch bedingt – die häufigste Form. Eine Genmutation führt zur Verdickung des Herzmuskels.
  • Sekundäre HCM: Durch andere Erkrankungen ausgelöst, z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen.

⚠️ Symptome: HCM bei Katzen erkennen

HCM ist besonders heimtückisch, weil viele Katzen lange keine Symptome zeigen. Wenn Symptome auftreten, ist die Erkrankung oft bereits fortgeschritten:

Frühe Anzeichen (oft unbemerkt)

  • Leichte Leistungsminderung – weniger Spielfreude
  • Vermehrtes Schlafen und Ruhen
  • Gelegentlich schnellere Atmung

Deutliche Symptome

  • Maulatmung: Katzen atmen normalerweise nie durch den Mund – ein Alarmsignal!
  • Beschleunigte Atmung (mehr als 40 Atemzüge/Minute in Ruhe)
  • Atemnot und angestrengte Atmung
  • Husten (selten bei Katzen, daher sehr auffällig)
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Rückzug und Teilnahmslosigkeit

🚨 Notfallsymptome

  • Plötzliche Lähmung der Hinterbeine (Aortenthrombose): Ein Blutgerinnsel blockiert die Blutversorgung – extrem schmerzhaft und ein absoluter Notfall!
  • Zusammenbruch oder Ohnmacht
  • Schwere Atemnot mit blauen Schleimhäuten
  • Plötzlicher Herztod – leider manchmal das erste und einzige Symptom

🏥 Diagnose: Wie wird HCM festgestellt?

  • Herzultraschall (Echokardiografie): Die wichtigste Untersuchung – zeigt die Wanddicke des Herzmuskels, die Herzfunktion und mögliche Blutgerinnsel. Ab einer Wanddicke von 6 mm spricht man von HCM.
  • Auskultation: Ein Herzgeräusch oder Herzrhythmusstörungen können erste Hinweise geben.
  • Röntgen: Zeigt die Herzgröße und Flüssigkeit in der Lunge.
  • Blutdruck: Ausschluss von Bluthochdruck als sekundäre Ursache.
  • ProBNP-Bluttest: Ein erhöhter Wert deutet auf eine Herzbelastung hin – guter Screening-Test.
  • Gentest: Für Maine Coon und Ragdoll verfügbar – zeigt die genetische Veranlagung.

💊 Behandlung von HCM

HCM ist nicht heilbar, aber mit der richtigen Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessert und die Krankheitsprogression verlangsamt werden:

  • Betablocker (Atenolol): Verlangsamen den Herzschlag und verbessern die Füllung der Herzkammer.
  • Kalziumkanalblocker (Diltiazem): Alternative zu Betablockern.
  • ACE-Hemmer (Benazepril): Bei beginnender Herzinsuffizienz.
  • Diuretika (Furosemid): Bei Lungenödem oder Pleuraerguss zur Entwässerung.
  • Clopidogrel: Blutverdünner zur Vorbeugung von Blutgerinnseln (Thromboseprophylaxe).

💰 Kosten der HCM-Diagnostik und -Behandlung

LeistungKosten (ca.)
Herzultraschall120 – 300 €
ProBNP-Bluttest40 – 80 €
Röntgen Thorax70 – 140 €
EKG40 – 100 €
Blutdruckmessung20 – 50 €
Gentest (Maine Coon/Ragdoll)40 – 70 €
Monatliche Medikamente20 – 80 €
Kontrollultraschall (alle 6 Monate)100 – 250 €
Notfallbehandlung Aortenthrombose500 – 2.000 €
🐾 Tipp: Regelmäßige Herzultraschalluntersuchungen und lebenslange Medikamente verursachen laufende Kosten. Informiere dich über eine Katzenkrankenversicherung.

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🐱 Welche Rassen sind besonders betroffen?

  • Maine Coon – genetischer Test verfügbar
  • Ragdoll – genetischer Test verfügbar
  • Britisch Kurzhaar
  • Perser
  • Sphynx
  • Bengal
  • Auch Hauskatzen ohne Rassezugehörigkeit können betroffen sein

❓ Häufig gestellte Fragen

Wie lange kann eine Katze mit HCM leben?

Die Prognose hängt stark vom Stadium ab. Katzen mit milder HCM ohne Symptome können jahrelang normal leben. Bei fortgeschrittener HCM mit Herzinsuffizienz liegt die durchschnittliche Überlebenszeit bei 1–2 Jahren mit Behandlung. Nach einer Aortenthrombose ist die Prognose leider deutlich schlechter.

Kann ich HCM bei meiner Katze vorbeugen?

Da primäre HCM genetisch bedingt ist, lässt sich der Erkrankung nicht direkt vorbeugen. Du kannst aber durch jährliche Herzultraschalluntersuchungen – besonders bei Risikorassen – die Erkrankung früh erkennen. Außerdem sollte die Schilddrüse regelmäßig kontrolliert werden, um sekundäre HCM durch Hyperthyreose auszuschließen.

Darf eine Katze mit HCM noch spielen und springen?

In frühen Stadien: ja! Katzen regulieren ihre Aktivität meist selbst. Vermeide jedoch erzwungene intensive Anstrengung oder Stress. Bei fortgeschrittener HCM solltest du die Aktivität beobachten und bei Maulatmung oder Atemnot sofort den Tierarzt kontaktieren.

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