Das Vorurteil das Hunde und Katzen eher Rivalen als beste Freunde sind, besteht schon lange in den Köpfen der Menschen. Doch das muss nicht immer so sein. Es gibt durchaus Hunde und Katzen, die friedlich zusammen leben oder sogar ein unzertrennliches Duo abgeben.
Eine richtige Freundschaft zwischen den ungleichen Haustieren entsteht aber meist nur dann, wenn Hund und Katze sich schon als Babys kennenlernen und zusammen aufwachsen. Wenn die Tierkinder noch keine Dominanz zeigen, gehen sie wesentlich entspannter miteinander um, als wenn sie bereits im Erwachsenenalter sind. Hundewelpen und Kitten, die im selben Alter sind, spielen und kuscheln ungezwungen miteinander. So wird ein Grundstein für eine lebenslange Freundschaft gelegt!
Natürlich ist es nicht immer möglich sich Hund und Katze zusammen anzuschaffen. In dem Fall müsst ihr aber nicht verzweifeln. Es ist durchaus möglich Hunde und Katzen aneinander zu gewöhnen, obwohl ein Tier eher da war als das andere. Ich habe einige Tipps für euch, wie ihr es schafft, dass das ungleiche Duo friedlich zusammen leben kann.
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Wer bereits einen tierischen Mitbewohner zuhause hat, der sollte sich über die Anschaffung eines weiteren Haustieres einige Gedanken machen. Schließlich möchtet ihr, dass eure tierischen Lieblinge sich gut verstehen. Wie einfach eine Zusammenführung von Hund und Katze wird, hängt zum einen davon ab, wer als erstes da war. Lebt in eurem Haushalt bereits ein Katze und ihr wollt euch einen Hund anschaffen, so wird die Samtpfote den Neuankömmling als Bedrohung ihres Territoriums wahrnehmen. Hunde hingen stehen neuen Mitbewohnern etwas offener gegenüber, was die Zusammenführung einfacher macht. Ich will euch erklären, wie es gelingen kann Akzeptanz oder sogar eine gute Beziehung zwischen den ungleichen Tieren zu schaffen.

Hund und Katze aneinander gewöhnen
1. Richtet ein “Katzenzimmer“ ein
Wenn ein Hund und eine Katze zusammenleben sollen, ist es wichtig, dass beide einen Rückzugsort haben, an dem sie ungestört sind. Vor allem Katzen sind eigensinnig und brauchen in gewissen Situationen ihre Ruhe. Deswegen macht es Sinn ein Zimmer zu bestimmen, welches nur für die Samtpfote zugänglich ist. In diesem Zimmer sollte das Katzenklo, ein Ruheplatz und der Futternapf stehen. Durch die getrennten Futterstellen der Tiere, vermeidet ihr die Entstehung von Futterneid und senkt somit das Stressrisiko zwischen den tierischen Bewohnern. Das Katzenklo ist ebenfalls tabu für den Vierbeiner. Zum einen möchte die Katze in ihrer Privatsphäre nicht gestört werden und zum anderen könnte der Hund dazu neigen die Hinterlassenschaften zu fressen.
2. Gewöhnt die Tiere an den Geruch des Anderen
Hunde sowie auch Katzen haben ihren ganz eigenen Geruch. An diesen Geruch sollten sich die tierischen Bewohner vor ihrer Zusammenkunft erst einmal gewöhnen. Am besten ihr lasst das neue Tier vor dem Einzug auf einer Decke schlafen, die den Geruch aufnimmt. Dann nehmt ihr die Decke, die den Duftstoff trägt, mit nach Hause, sodass sich das vorhandene Haustier schon mal an den Geruch des Neuankömmlings gewöhnen kann. Soll sich eine Katze an einen bellenden neuen Mitbewohner gewöhnen, ist es außerdem von Vorteil ihr eine Tonaufnahme mit dem Bellgeräusch des Hundes vorzuspielen.

Hund und Katze beschnüffeln sich
3. Achtet auf die Charaktere der Tiere
Wie wir Menschen haben natürlich auch Tier einen eigenen Charakter. Aufgrund dessen solltet ihr bei der Wahl des neuen tierischen Mitbewohners darauf achtet, dass Hund und Katze sich charakterlich ähnlich sind. Im Idealfall werden die Tiere zusammengeführt, wenn sie noch sehr jung sind, damit niemand der Beiden unterdrückt wird. Ist der Hund jedoch bereits ausgewachsen, sollte er mit einer Katze im Alter von mindestens 4 Monaten zusammengebracht werden. Habt ihr einen Vierbeiner, der sehr aktiv und aufgeschlossen ist, sollte auch die Katze ein gesundes Selbstbewusstsein besitzen. Eine scheue Samtpfote wäre mit der Lebhaftigkeit des Hundes überfordert. Wenn in eurem Haushalt ein etwas älteres Tier lebt, so solltet ihr euch ein ebenfalls älteren und gemütlichen Mitbewohner als Neuzugang anschaffen.
4. Trennt die Futterplätze
Es ist von entscheidender Bedeutung, die Futterplätze eures Hundes und eurer Katze voneinander zu trennen. Hunde und Katzen haben unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse und Essgewohnheiten. Wenn ihr sie zusammenfuttert, kann dies zu Konflikten führen. Stellt sicher, dass jeder sein eigenes Futter und Wasser hat, an einem Ort, an dem er ungestört essen kann. Dies verhindert nicht nur Streitereien, sondern sorgt auch dafür, dass jedes Tier die richtige Nahrung erhält.
Tipp: Achtet darauf, dass die Futterplätze nicht zu nahe beieinander liegen, um Spannungen zu minimieren.
5. Bleibt geduldig
Geduld ist der Schlüssel, wenn es darum geht, euren Hund und eure Katze aneinander zu gewöhnen. Es ist normal, dass es anfangs Reibereien und Unsicherheiten gibt. Euer Hund und eure Katze müssen sich erst an die Anwesenheit des anderen gewöhnen. Gebt ihnen die Zeit, die sie benötigen, um Vertrauen aufzubauen und sich aneinander zu gewöhnen. Vermeidet es, Druck auf sie auszuüben, und ermutigt ruhiges und friedliches Verhalten.
Tipp: Belohnt gutes Verhalten mit Streicheleinheiten und Leckerlis, um positive Verstärkung zu bieten.
6. Macht euch den Rudel-Instinkt zu eigen
Hunde sind oft Rudeltiere und haben einen starken Instinkt, sich in einer Hierarchie zu organisieren. Wenn ihr sowohl einen Hund als auch eine Katze habt, ist es ratsam, zuerst euren Hund an den neuen Mitbewohner zu gewöhnen. Dies hilft, den natürlichen Rudelinstinkt eures Hundes zu beruhigen und ihm die Sicherheit zu geben, dass er immer noch euer treuer Begleiter ist. Wenn euer Hund sich in der Anwesenheit der Katze wohl fühlt, wird es für die Katze einfacher sein, sich anzupassen.
Tipp: Achtet darauf, dass euer Hund die Katze nicht bedrängt und respektiert ihre Grenzen.
7. Vermeidet negative Erfahrungen mit der jeweils anderen Tierart
Negative Erfahrungen können das Verhältnis zwischen eurem Hund und eurer Katze erheblich belasten. Achtet darauf, dass ihr Situationen vermeidet, in denen euer Hund oder eure Katze Angst oder Stress erleben könnten. Vermeidet beispielsweise laute Streitereien oder Konfrontationen. Je mehr positive Erfahrungen sie miteinander haben, desto schneller werden sie sich aneinander gewöhnen.
Tipp: Beobachtet das Verhalten eurer Tiere aufmerksam und greift ein, wenn es Anzeichen von Aggression oder Unwohlsein gibt.
Die Zusammenführung von Hund & Katze – Ihre erste Begegnung
Wenn ihr die 3 Tipps beachtet und alle Vorbereitungen getroffen habt, kann der neue tierische Mitbewohner endlich einziehen. Wichtig ist, dass ihr vor der Begegnung von Hund und Katze nicht allzu angespannt seid, denn die Tiere spüren die Nervosität und übertragen diese auf sich. Schafft eine entspannte Atmosphäre, sorgt dafür das die betroffenen Tiere satt und glücklich sind und wählt einen neutrale Raum, in dem kein Katzenklo, Schlafplatz oder Futternapf steht. Sind alle Vorkehrungen für die Zusammenkunft getroffen, gilt es folgende Tipps zu beachten:
- Der Hund sollte angeleint sein
- Es sollten 2 Personen anwesend sein, denen die Tiere vertrauen
- Habt Leckerlis parat, mit denen ihr positives Verhalten bestärkt
- Bei möglichen Attacken direkt klar mache, dass dies unerwünschtes Verhalten ist
- Der Katze sollten Fluchtmöglichkeiten nach oben geboten werden
- Beschränkt das erste Zusammentreffen auf ca. 10 Minuten
- Hund und Katze nach der Begegnung ausgiebig loben

Begegnung von Hund und Katze
Nach der ersten Begegnung – Geduld haben & Üben
Nachdem das erste Zusammentreffen erfolgreich geschafft ist, sollte ihr die beiden Tiere getrennt voneinander ausgiebig loben und euch mit ihnen beschäftigen. Das Vorgehen der Zusammenkunft wird dann regelmäßig wiederholt, bis Hund und Katze sich aneinander gewöhnen. Das erfordert nicht nur viel Geduld, sondern nimmt auch Zeit in Anspruch. Den Zeitpunkt, wann es soweit ist, die Tiere frei aufeinander treffen zu lassen, bestimmt ihr selbst. Schließlich könnt ihr als Besitzer eure tierischen Mitbewohner am besten einschätzen. Wenn ihr merkt, dass sich eure Katze durch die Veränderung unwohl fühlt, empfehle ich euch Feliway als Zerstäuber oder Umgebungsspray. Das auf Pheromonen basierende Wohlfühlmittel für eure Katzen soll das natürliche Wohlfühlpheromon der Katze ersetzen und so in stressigen Situationen stresslindernt wirken.
Erst wenn ihr euch wirklich sicher seid, dass Hund und Katze nicht mehr aufeinander losgehen, wenn sie unbeaufsichtigt sind, könnt ihr die Tiere sich selbst überlassen. Bis dahin solltet ihr stets ein Auge auf die hoffentlich neuen tierischen Freunde haben. Mit etwas Geduld und Übung werdet ihr es sicher schaffen, dass sich eure Lieblinge anfreunden oder zumindest respektieren. ♥
Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht Hunde und Katzen aneinander zu gewöhnen? Teilt uns eure Erlebnisse mit und tauscht weitere Tipps aus! 🙂