Katzensteuer: Sollen Katzenbesitzer in Zukunft für ihre Tiere Steuern zahlen?

In den deutschen Haushalten findet man insgesamt ca. 13 Millionen Katzen. Die meisten davon werden als Freigänger gehalten und sind somit eine akute Bedrohung für die Artenvielfalt, meinen Forscher. Die vierbeinigen Jäger töten zahlreiche Vögel und Nagetiere in den Gärten und Umgebung. Die größere Gefahr geht aber von den ca. 2 Millionen Katzen, die auf der Straße, in Parks oder stillgelegten Industriegebäuden leben. Katzenbesitzer sollen mehr Verantwortung übernehmen und sich für die „Taten“ ihrer Tiere rechtfertigen. Aus diesem Grund fordert der Deutsche Jagdverband schon seit längerem eine Katzensteuer. Doch wie rechtfertigen sich die Befürworter der Katzensteuer? Gibt es eine Chance für die Durchsetzung?

Warum gibt es für Hunde eine Steuer, aber keine Katzensteuer?

Die Debatte um die Einführung der Katzensteuer wurde kürzlich durch einen Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ angestoßen. Der Autor bemängelt hier, dass sich Hundebesitzer an alle möglichen Vorschriften halten müssten, während Katzenbesitzer sich gar nicht mit den „Taten“ ihrer Tiere beschäftigen müssen. Eine der Hundesteuer gleichzusetzende Katzensteuer ist aber politisch und gesellschaftlich kaum durchsetzbar, meint der Naturschutzbund Deutschland. Die Einführung einer Katzensteuer würde im Ernstfall sogar dazu führen, dass vermehrt Katzen in Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt werden. Außerdem ist es auch fragwürdig, wie eine Katzensteuer für das Überleben der Vögel sorgen sollte. Man kann ja schlecht die Nistplätze einzäunen oder jeden Vogel einzeln beschützen. 😉

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Ein viel sinnvollerer Ansatz, sei eine verpflichtende Kastration aller Freigängerkatzen, da dies eine unkontrollierte Fortpflanzung verhindern und maßgeblich zur Verringerung der Straßenkatzenpopulation beitragen wird. Einen ersten Schritt in dieser Debatte hat die Stadt Paderborn schon im Jahr 2008 gemacht. Hier wurde die Kastrations- und Meldepflicht für alle Katzen verordnet. Schon lange fordert auch der Tierschutzbund eine bundesweite Durchsetzung dieser Regelung für alle Freigängerkatzen aus Privathaushalten.

Als Fazit lässt sich sagen, dass die große Katzenpopulation in Deutschland zwar ein wachsendes Umweltproblem darstellt, sich jedoch nicht durch eine einfache Katzensteuer lösen lässt. In nächster Zeit ist folglich eher nicht mit der Einführung einer Katzensteuer zu rechnen.

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