Hund ans Zuhause gewöhnen – Tipps für den Anfang

Wer sich einen Hund anschafft, sollte sich für den Anfang ein paar Gedanken machen, um es dem neuen Mitbewohner leichter zu machen, sich an das neue Zuhause zu gewöhnen. Egal ob als Welpe vom Wurf einer Hundefamilie oder auch ein Tier aus dem Heim – der Umzug in eine neue Umgebung ist für den Vierbeiner mit viel Aufregung und Stress verbunden. Unsere Tipps helfen dabei, die erste Zeit gut zu überstehen und einen guten Start zu gewährleisten.

Neue Menschen, neue Gerüche und eine ganz neue Heimat: Am Anfang stürmen viele verschiedene Eindrücke auf einmal auf einen Hund ein, wenn er ein neues Herrchen oder Frauchen gefunden hat. Um die Anfangszeit zuhause so leicht wie möglich zu machen, können im Vorfeld bereits verschiedene Vorbereitungen getroffen werden. Wer ein paar Regeln befolgt, schafft es, die Eingewöhnungszeit schnell hinter sich zu bringen und dem Tier ein Zuhause zu bieten, in dem es sich wohlfühlen kann.

Was der Hund benötigt

Als neuer Bewohner benötigt der Vierbeiner ein paar Dinge die eigentlich ganz selbstverständlich sind. Folgende Gegenstände gehören sozusagen zur Erstausstattung:

  •  Ein Wasser- und ein Futternapf
  • Ein Schlafplatz, etwa ein Korb oder zumindest eine Decke
  • Ein Halsband und eine Leine
  • Ein Spielzeug, um sich beschäftigen zu können
  • Gegebenenfalls Pflegezubehör, je nach Rasse

Zudem sollte ein erster Vorrat an passendem Hundefutter angeschafft werden. Welches hier das richtige ist, hängt vor allem von Alter und Rasse ab. Zudem sollte sich beim letzten Vorbesitzer erkundigt werden, welche Nahrung verabreicht wurde.

Auch die Futtermenge und die -zeiten können nachgefragt werden. Wenn hier auf die letzten vertrauten Gewohnheiten des Hundes Rücksicht genommen wird, fällt die Eingewöhnung ein gutes Stück leichter. Wie ein Welpe von der Muttermilch auf feste Nahrung umgestellt wird, kann hier nachgelesen werden.

Der eigene Napf: So kann dem Hund auch beigebracht werden, wo sich sein fester Futterplatz befindet. Foto: Fotolia, © chalabala

Die ersten Tage

Die ersten Tage sind für einen Hund sehr anstrengend und aufregend. Nicht selten reagiert er bei einem Umgebungswechsel mit Angst. Er kennt sich im neuen Revier noch nicht aus und muss erst einschätzen lernen, welchen Platz er im neuen Zuhause einnehmen kann.

Es kann dann beispielsweise vorkommen, dass das Tier anfangs viel bellt. Dies kann aus Unsicherheit oder Panik sein oder einfach um auf sich aufmerksam zu machen. In diesem Fall kann es helfen, sich dem Vierbeiner zu widmen und ihn zu beschäftigen, damit der neue Mitbewohner nicht zum Dauerkläffer mutiert. Dies strapaziert nämlich nicht nur die eigenen Nerven, sondern kann auch zu Ärger mit den Nachbarn führen.

Nicht immer muss dabei ausgiebig gespielt werden. Manchmal genügt es, das Tier einfach abzulenken und es etwa in sein Körbchen zu schicken. Ein Lob sollte hier nicht vergessen werden. Zudem sollten Situationen vermieden werden, in denen der Hund zum Bellen neigt. Ansonsten könnte er sich zu diesem Verhalten aufgefordert fühlen.

Lernen durch Beobachten

Bei der Erziehung spielt die Beobachtung eine große Rolle. Der Hund orientiert sich daran, was in seiner Umgebung geschieht, und welche Reaktionen er von den Menschen auf sein Verhalten bekommt. Hierbei testet er auch seine Grenzen aus und versucht sich zu behaupten. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an liebevoll aber konsequent zu sein.

Auch der Mensch kann im Gegenzug durch genaues Beobachten seinen neuen Mitbewohner besser kennenlernen und entsprechend auf das Verhalten einwirken. In der Anfangsphase ist dies mit einem entsprechenden Zeitaufwand verbunden. Wer dem neuen Tier einen guten Start bescheren möchte, sollte dies mit einplanen, und sich für die ersten Tage beispielsweise Urlaub nehmen.
Um den Hund nicht zu überfordern, ist vor allem Zeit notwendig. Mit Geduld und Nachsicht, wenn es nicht von Anfang an reibungslos klappt, gelingt es, sich gegenseitig aneinander zu gewöhnen.

Das neue „Rudel“

Nach und nach wird der Vierbeiner seine neue Familie kennenlernen. Dem Tier sollte dabei stets klargemacht werden, wer der „Chef“ im Haus ist. Wenn kleine Kinder mit im Haushalt wohnen ist es wichtig, dass sie vom Hund ebenfalls als höherrangige Mitglieder akzeptiert werden. Auch hier hilft es, auf verschiedene Verhaltensweisen mit Konsequenz zu reagieren.

Wenn es den Kindern schwer fällt sich gegenüber dem manchmal sogar körperlich größeren Hund durchzusetzen, sollten sie zunächst nicht mit ihm alleine gelassen werden. Auch sie müssen erst lernen, wie mit dem neuen Gefährten umgegangen werden muss.

Beim Spielen werden die neuen Bezugspersonen besser kennengelernt, aber auch Grenzen ausgetestet. Foto: pixabay, © Chiemsee2016, CC0 Public Domain

Da es für das Tier in den allerersten Tagen ohnehin aufregend genug ist, sollten Besuche besser auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Auch wenn Freunde und Verwandte den neuen Gefährten unbedingt auch kennenlernen möchten, kann dies den Hund am Anfang schnell überfordern.

Zur Stubenreinheit erziehen

Hier hilft es ebenfalls, wenn der Hund zunächst genau beobachtet wird. In der Regel macht er sich von selbst bemerkbar, wenn er sich erleichtern möchte. Wenn das Tier anfängt unruhig zu werden, sollte deshalb vorsorglich vor die Tür gegangen werden. Im Alter von wenigen Wochen gelingt es den Hunden nicht direkt, ihre Blase zu kontrollieren oder über einen längeren Zeitraum „durchzuhalten“. Darum sollte lieber einmal öfters Gassi gegangen werden, als zu wenig. Folgende Situationen sollten Herrchen oder Frauchen mit dem Hund am Anfang zu einem Gang nach draußen bewegen:

  • Der Hund ist unruhig, oder aufgeregt.
  • Der Hund ist gerade aufgewacht.
  • nach dem Fressen oder Trinken

Wenn der Vierbeiner draußen gelobt wird, sobald er dort sein Geschäft verrichtet, lernt er in der Regel schnell, dass dies der richtige Ort dafür ist. Hier kann ebenfalls antrainiert werden, an welchen Stellen es nicht erwünscht ist. So kann etwa auch der Garten ums Haus zur Tabuzone erklärt werden.

Umgebung kennenlernen

Nicht nur zum ersten Beschnuppern der häuslichen Umgebung, auch das neue Revier an der frischen Luft muss zunächst kennengelernt werden. Für den Anfang ist es deshalb nicht nur mit kleinen Welpen ratsam, nur kurze Spaziergänge von etwa einer Viertelstunde Länge zu absolvieren. Es gibt nicht nur viel Neues zu sehen, auch die vielen Gerüche müssen erst einmal verarbeitet werden.

Und dann gibt es ja auch noch die neuen Spielgefährten aus der Nachbarschaft. Auch hier muss der „Neue“ in der Umgebung erst noch seinen Platz in der Gemeinschaft finden. Nach und nach können die Ausflüge dann auch weiter ausgedehnt und der Radius vergrößert werden.

Die neue Umgebung bietet viel Spannendes zum Erkunden. Der Hund sollte dabei am Anfang nicht mit zu ausgedehnten Spaziergängen überfordert werden. Foto: Fotolia, © manushot

Wenn sich der Hund mit dem Tragen des Halsbandes schwertut, kann ein Brustgeschirr manchmal eine bessere Lösung sein. Damit kann es ihm auch nicht so leicht gelingen, sich der Leine durch herausschlüpfen zu entledigen. Oft ist auch etwas Übung und Geduld notwendig, dass der Vierbeiner nicht ständig an der Leine zieht.

Alleinsein üben

Damit das Tier später auch einmal selbständig alleine bleibt, kann nach den ersten Tagen der Eingewöhnungszeit damit begonnen werden, dies zu trainieren. Viele möchten den knuddeligen Vierbeiner anfangs nicht gerne zurücklassen, doch je länger damit gewartet wird, umso mehr gewöhnt er sich daran, dass Herrchen oder Frauchen ständig verfügbar sind.

Zunächst sollte mit kurzen Abwesenheitszeiten von etwa fünf Minuten begonnen werden. Dabei genügt es bereits, vor die Haustür zu gehen und sich etwas vom Haus zu entfernen. So ist es möglich zu beobachten, wie der Hund auf das Alleinsein reagiert.

Auch das Autofahren bietet sich hierzu an. Wenn hier zwischendurch angehalten wird, um beispielsweise zum Briefkasten zu gehen, ist dies eine gute Übung für den Hund, sich auf das zeitweise Alleine sein einzustellen.

 

Artikelbild: pixabay, © Unsplash, CC0 Public Domain

2 Kommentare

  1. 27. September 2017

    Da stimme ich Jens zu. Man sollte es auf jeden Fall langsam angehen, dem Hund Zeit geben.
    Mit besten Grüßen,
    Daniel

    Antworten
  2. 7. Juli 2017

    Vielen Dank für den tollen Artikel. Einen Hund an das neue Zuhause zu gewöhnen ist keine einfache Aufgabe. So etwas kann Wochen dauern.
    Mit besten Grüßen,
    Jens von http://www.umzug-berlin.de

    Antworten

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