BARFen – Tipps & Tricks für die Rohfütterung von Hunden und Katzen

Auch wenn man es sich bei seinen einigen Haustieren gar nicht mehr vorstellen kann, stammen unsere geliebten Hunde vom Wolf und unsere schmusigen Katzen von der Wildkatze ab. Genau deshalb ist es wichtig, dass auch ihre Ernährung möglichst naturnah bleibt und sich am Spektrum ihrer Vorfahren orientiert. Zur Hauptnahrung der wildlebenden Verwandten zählte in erster Linie eines: frisches, rohes Fleisch! In handelsüblicher Tiernahrung ist gutes und nahrhaftes Fleisch oft nur anteilig oder gar nicht mehr zu finden. Die beste Alternative, um dem Vierbeiner eine gesunde und nährstoffreiche Nahrung zu bieten, ist schlicht und einfach selbst eine zuzubereiten. Ein riesiger Vorteil bei der Rohfütterung ist auch, dass ihr selbst bestimmen könnt, was euer Haustier in den Napf bekommt und wo die Zutaten herkommen. Natürlich kann man dem Hund oder der Katze nicht einfach jeden Tag ein rohes Stück Fleisch hinwerfen oder selbst auf die Jagd schicken. Das grobe Ziel ist es dennoch die Zusammensetzung eines potentiellen Beutetieres mit pflanzlichen Komponenten zu ergänzen. Worauf ihr beim sogenannten BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) achten solltet, habe ich für euch hier zusammengefasst.

BARFen – Tipps & Tricks für die Rohfütterung

Mit dem BARFen könnt ihr individuell auf die Bedürfnisse eures Vierbeiners eingehen und ihm so die höchstmögliche Lebensqulität bieten. Zu den Bestandteilen einer gesunden Fütterung gehören neben rohem Fleisch, Fisch, Innereien und teilweise Knochen als Proteinlieferanten. Ergänzt wird das Fleisch dann mit einem kleinen Anteil roher pflanzlicher Futtermittel, wie Obst Gemüse und teilweise Getreide. Damit auch keine Nährstoffe fehlen, fügt ihr dann noch je nach Bedarf Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine hinzu.

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Da ihr das Futter selbst zusammensetzt, ist diese Art der Fütterung speziell für Tiere mit Allergien und Krankheiten geeignet. Natürlich ziehen auch gesunde Haustiere einige Vorteile aus diese Fütterungspraxis. Die natürlichen Instinkte der Vierbeiner werden durch das Zerkauen des rohen Fleisches befriedigt und sie sind nachgewiesen rundum zufriedener und ausgeglichener. Außerdem leidet euer Tier nicht so schnell an Zahnstein und Verdauungsprobleme werden reduziert. Den einzigen Nachteil stellt der erhöhte Platzbedarf für die Zutaten und der recht hohe Aufwand der Zubereitung dar. Wenn man nach einiger Zeit aber den Dreh raus hat, läuft das BARFen wie von selbst. Ist ja schließlich genau das selbe, wie wenn ihr für eure Kinder etwas zubereitet – nur ohne das Kochen. 😉

Worauf muss ich beim BARFen achten?

Wenn ihr die Rohfütterung für euren Vierbeiner in Betracht zieht, solltet ihr natürlich nicht einfach drauf los BARFen, sondern euch vorher gut informieren. In den Weiten des Internets findet man viele verschiedene Ansichten und Methoden, die einen eher verwirren und letztendlich vielleicht sogar von dem Plan der gesunden Fütterung abbringen. Lasst euch davon aber gar nicht beeinflussen. Die Rohfütterung ist bei Weitem nicht so kompliziert, wie sie von vielen Menschen dargestellt wird. Ihr müsst das Futter nicht zu 100% auf die Bedarfswerte der Tiere anpassen und auch nicht jede Zutat aufs Milligramm genau hinzufügen. Es ist keinesfalls nötig, dass ihr jede Futterration bis ins kleinste Detail durchplant. Ich wette eure Fellnase freut sich sogar über ein wenig spontane Vielfalt im Futternapf. Wenn ihr ein paar Grundregeln beachtet, ist die Rohfütterung nicht komplizierter als die Fütterung eines beliebigen industriellen Fertigfutters.

Zutaten und Zusammensetzung der BARF-Menüs

Genau wie wir Menschen auch nicht jeden Tag das selbe langweilige Gericht essen wollen, sind auch unsere Vierbeiner begeisterte Feinschmecker. Damit die Tiere aber auch alle Nähsrstoffe erhalten, die sie benötigen, solltet ihr folgende Grundzutaten immer ins Futter mischen:

  • Proteine (Eiweiße): Fleisch, Fisch, Innereien, Getreide dienen als Energielieferant und zur Synthese körpereigener Eiweiße
  • Fette: Fleisch, tierische und pflanzliche Öle dienen zur Energielieferung und Versorgung des Organismus mit essentiellen Fettsäuren
  • Kohlenhydrate: Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln, Reis, Obst und Gemüse dienen der kurzfristigen Energielieferung
  • Wasser: Fleisch, Obst und Gemüse enthalten lebensnotwendiges Wasser, natürlich sollte es aber auch frei zur Verfügung stehen
  • Mineralstoffe: Fleisch, Knochen, Obst, Gemüse und spezielle Nahrungsergänzungen, bauen wichtige Bestandteile körpereigener Gewebe auf, dienen dem Stoffwechsel
  • Vitamine: Fleisch, Innereien, Fisch, Obst, Gemüse und Nahrungsergänzungen enthalten organische Stoffe, die für den Hund lebensnotwendig sind
  • Ballaststoffe: Knochen, Obst, Gemüse und Getreide dienen der Regulierung der Darmtätigkeit und der Formung des Kotes

So funktioniert’s

Im Normalfall solltet ihr bis auf die Zutaten eigentlich schon alles besitzen, was ihr zum BARFen benötigt. Ein scharfes Küchenmesser und ein Schneidebrett zur Zubereitung des Fleisches, eine Küchenwaage zum Abwiegen der einzelnen Bestandteile, eventuell einen Wasserkocher zum Ansetzen der Futterflocken und einen Pürierstab zum Zerkleinern des rohen Obst und Gemüse. Außerdem natürlich ein paar Schüsseln zum Vermischen und einen Futternapf für das fertige Menü.

Als nächsten müsst ihr dann erst einmal die nötigen Zutaten besorgen. Dazu gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Natürlich könnt ihr, wenn ihr das nächste Mal beim Metzger seid, einfach etwas Fleisch für eure Vierbeiner mitkaufen und die restlichen Zutaten im Supermarkt besorgen. Alternativ gibt es aber auch spezielles Tiefkühlfleisch oder Dosenfleisch für Haustiere. Bei Fressnapf bekommt ihr zum Beispiel eine große Auswahl an verschiedenen BARF-Zutaten der Firma PETMAN. Hier findet ihr neben Frostfutter in diversen Fleischsorten auch Nahrungsergänzungen und Gemüse Medaillons. PETMAN verwendet ausschließlich Innereien in Lebensmittelqualität in fein zerkleinerter Form und idealer Vor-Portionierung. Durch die schonende Verarbeitung bleiben alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Das Fleisch wird euch dann tiefgekühlt zugestellt, damit eine lückenlose Kühlkette gewährleistet ist.

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Wenn ihr keine große Tiefkühlung habt oder euch das Auftauen zu aufwändig ist, könnt ihr euch auch einfach Dosenfleisch zuschicken lassen. Bei hundeland.de gibt es verschiedene Sorten der Marke Landfleisch mit 100% Fleischgehalt. Zu einer abwechslungsreichen Fütterung zählen zudem auch die pflanzlichen Anteile. Neben frischem Obst und Gemüse wie Bananen, Karotten, Rote Beete und mehr könnt ihr auch auf fertig zusammengestellte Gemüse-Mischungen vom Fachhandel hinzugeben. Bei ZooRoyal gibt es einige gute Gemüse-Mischungen der Firma Grau, die sich perfekt in jedes Rezept einfügen lassen.

Insgesamt sollte eure Mischung dann in etwa aussehen wie folgt:

  • ca. 70–90% rohes Fleisch (davon ca. 30–35% Muskelfleisch, ca. 30–35% Pansen / Blättermagen, ca. 10–15% Knochen und ca. 5% Innereien)
  • ca. 10–30% pflanzliche Bestandteile
  • ca. bis zu 3% Futtermittelergänzungsstoffen

Die Zusammensetzung könnt ihr natürlich je nach Rasse, Alter, Gesundheit, usw. individuell anpassen.

Umstellung auf BARF

Wenn euch der komplette Umstieg aufs BARFen anfangs noch zu schwierig erscheint, probiert es doch erst einmal an ein paar Portionen aus. Ihr könnt diese Art der Fütterung nämlich auch problemlos in Kombination mit der Fütterung von Trocken und Feuchtfutter praktizieren. Prinzipiell ist es jedoch kein Problem einen gesunden Vierbeiner von einem Tag auf den anderen aufs BARFen umzustellen. Dennoch ist es ratsam die Umstellung vor allem bei alten oder empfindlichen Tieren langsam anzugehen. Vor allem Katzen sind oft etwas heikel, wenn es um neues Futter geht und müssen sich oft erstmal überreden lassen etwas neues zu probieren. Das einzige was ihr im Laufe der Umstellung beachten solltet, ist niemals industrielles Trockenalleinfutter und das Rohfutter gemeinsam zu füttern. Ihr solltet eine Pause von mindestens 6 Stunden einlegen.

Rezeptideen

Das allerwichtigste beim BARFen ist aber die Vielfalt an verschiedenen Kombinationen. So wird einer Mangelversorgung oder Überversorgung mit bestimmten Nährstoffen vorgebeugt und ihr könnt die Menüs ganz nach dem Geschmack eurer Fellnase kreieren. Bei Amazon.de findet ihr einige gute Bücher mit Informationen und Rezepten, darunter zum Beispiel „Das BARF-Buch: Inklusive 14 Rezepten“ von Nadine Wolf für nur 19,90€. 

Zur Inspiration habe ich ein Rezept für euch herausgesucht. Ihr nehmt etwas frisches Schaffleisch und mischt dieses mit püriertem Sellerie, grünem Blattsalat, Birne und Pastinaken als grüne Beilage. Anschließend gebt ihr ein wenig weichen Reis oder gequellte Reisflocken hinzu. Für den guten Geschmack sorgt ein Teelöffel Olivenöl, etwas Hagebuttenpulver und ein paar Kräuter wie Estragon und Petersilie. Die genauen Mengenverhältnisse variieren natürlich von Hund zu Hund je nach Alter, Gewicht und Gesundheitszustand. Als Faustregel könnt ihr euch merken, dass Gemüse, Salat und Obst gut ein Viertel des Futters ausmachen sollten.

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