10 Mythen über Zecken – Was stimmt wirklich?

Wenn die Bäume wieder grün werden, die Pollen durch die Luft fliegen und die Blumen ihre Köpfe aus der Erde strecken, dann wissen wir – der Frühling ist wieder da! Die Meisten freuen sich darüber, wenn die Sonne wieder öfter und länger scheint und sie mit ihren treuen Vierbeiner über Wiesen und Felder spazieren können und dabei herrlich warme Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. Aber die Jahreszeit hat auch ihre Tücken, denn wenn es wärmer wird, lauert wieder das kleine lästige Ungeziefer im Gras. Zecken, Flöhe und mehr haben es auf unsere Vierbeiner abgesehen und machen uns das Leben schwer, wenn sie gesundheitsgefährdende Krankheiten übertragen.

Aber stimmt es wirklich, dass Zecken nur im Sommer aktiv sind und somit nur in der warmen Jahreszeit zur Gefahr für Mensch und Tier werden können? Oder ist das ein Mythos? Diese und viele weitere Mythen werden wir etwas genauer unter die Lupe nehmen, um herauszufinden, was stimmt und was ein Irrglaube ist! 🙂

 

Teste zunächst dein Wissen und erfahre dann mehr über die kursierenden Mythen rund um das Thema Zecken:

Mythos 1 – Zecken fallen von Bäumen

Nein! Wer glaubt Zecken würden von Bäumen fallen, der irrt sich. Die Gefahr beim Ausflug in der Natur lauert definitiv nicht von oben, sondern eher von unten, da das Ungeziefer sich in einer feuchtwarmen Umgebung wohl fühlt. Sie lauern im Gras, im Unterholz, im hohen Gestrüpp und unterm Laub und warten dort auf Menschen und Tiere, die sie stechen können, um sich von dessen Blut zu ernähren. Nach einem sommerlichen Regenschauer sind die Blutsauger demnach besonders aktiv. Bei der Suche nach ihrem Opfer können die Spinnentiere sehr geduldig sein, da sie bis zu 3 Jahre ohne eine Blutmahlzeit überleben kennen.

Mythos 2 – Zecken überleben in der Wohnung

Ja! Obwohl Zecken eine feuchtwarme Umgebung bevorzugen, können sie auch in eurer Wohnung bis zu 10 Tage überleben. In dieser Zeit ist sie natürlich auch in der Lage euch und eure tierischen Mitbewohner zu stechen und mit Krankheiten zu infizieren. Es gibt sogar eine Zeckenart, die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), die lange Trockenperioden problemlos überstehen kann und dann sogar Eier in der Wohnung legt. Allerdings kommt diese Zecke hauptsächlich in südeuropäischen Ländern vor. Also passt auf, dass ihr sie nicht aus dem Urlaub mit nach Hause nehmt.

Mythos 3 – Entfernung der Zecke schützt vor Infektionen

Jein! Sobald ihr eine Zecke bei euch oder eurem tierischen Mitbewohner entdeckt, sollte die natürlich sofort entfernt werden, aber damit habt ihr noch lange keine Garantie, dass die Zecke nicht bereits Krankheiten übertragen hat. Dennoch kann das schnelle Entfernen durchaus hilfreich sein, denn viele Erreger brauchen einige Stunden, um von der Zecke auf das „Opfer“ überzugehen. Bei Tieren ist es, durch das dichte Fell, oft schwierig jede Zecke zu entdecke, deswegen sollten sie regelmäßig und gründlich abgesucht werden, mit Zeckenschutzmittel behandelt werden und gegen übertragbare Krankheiten, wie Borreliose geimpft werden.

Mythos 4 – Zecken müssen beim Entfernen herausgedreht werden

Nein! Dass Zecken beim Entfernen herausgedreht werden müssen, ist eines der größten und weit verbreitetsten Mythen. Tatsächlich ist es so, dass das Herausdrehen sogar vermieden werden soll, da die Zecke mit ihren Widerhaken in der Haut feststeckt und unter Umständen der Kopf beim Drehen abreißt. Besser ist es die Zecke einfach mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange nach oben hin rauszuziehen. Dabei ist es wichtig das Spinnentier tief an ihrer Basis zu packen, damit der Kopf nicht abreißt und keine weiteren Erreger im Todeskampf übertragen werden können.

Mythos 5 – Borreliose ist die größte Gefahr für den Hund nach einem Zeckenstich

Jein! Borelliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sind für Menschen durchaus gefährliche Krankheiten, aber häufig scheint es, als hätten Hunde, wie auch viele Wildtiere, eine natürliche Immunität dagegen entwickelt. Obwohl in den Risikogebieten Deutschlands bis zu 35 Prozent der Zecken mit den Erregern der Borreliose infiziert sind, bricht die Krankheit bei Hunden verhältnismäßig selten aus. Gefährlicher für die Vierbeiner sind eher Erkrankungen, wie Babesiose (Hundemalaria) oder Ehrlichiose (Zeckenfieber). Da diese Infektionserreger aber insbesondere von der Braunen Hundezecke übertragen werden, die in Südeuropa verbreitet sind, sind eure Fellnase vor allem im Urlaub gefährdet. Bei einer Reise in warme Urlaubsregionen, wie Frankreich oder Italien, solltet ihr demnach besonderen Wert auf den Zeckenschutz bei eurem Hund legen.

Mythos 6 – Hausmittel helfen, Zecken abzutöten

Nein! Häufig wird behauptet, dass man Zecken mit Hausmitteln, wie Nagellackentferner, Alkohol oder Klebstoff abtöten kann, aber das ist eine Idee, die jeder, der darüber nachdenkt, schnell verwerfen sollte. Zwar werden die lästigen Spinnentiere ersticken, wenn ihr sie mit Kleber, Nagellack oder Öl übergießt, aber während ihres Todeskampfes übertragen sie besonders viele Krankheitserreger auf Mensch und Tier. Sie erbrechen dabei ihren gesamten Darminhalt, in welchem sich die Krankheitserreger befinden und so kann es schließlich zu Infektionen kommen. Ein behutsames Herausziehen der Zecke ist demnach die einzig sinnvolle Vorgehensweise!

Mythos 7 – Schutz vor Zecken ist nur immer Sommer notwendig

Nein! Dass Zecken nur während der warmen Jahreszeit im Gras, Unterholz und Gestrüpp lauern, ist definitiv ein Mythos. Bereits ab einer Temperatur von sieben bis neun Grad kann das Ungeziefer aus der Kältestarre erwachen und sich auf die Lauer legen. Der Gemeine Holzblock beispielsweise ist die meist verbreitete Zeckenart in Deutschland und bekommt Hunger sobald die Temperaturen mehrere Tage hinweg bei mehr als über sechs Grad Celsius liegen. Es kann also durchaus auch im Winter zu Zeckenstichen kommen. Die Gefahr im Frühjahr und Herbst ist dennoch am Größten, da sich die kleinen Blutsauger liebend gerne im feuchten Laub und Unterholz aufhalten. Während eines trockenen Sommers verkriechen sie sich lieber, schließlich können Zecken bis zu 3 Jahren ohne blutige Mahlzeit überleben.

Mythos 8 – Eine Borreliose-Impfung schütz vor Zeckenbefall

Nein! Der Borreliose-Impfstoff soll euren tierischen Liebling vor der Übertragung von Borreliose-Bakterien schützen, kann aber nicht Verhindern, dass Zecken zustechen. Sticht eine Zecke einen geimpften Hund, so nimmt sie mit dem Blut des Hundes auch die vorhandenen Antikörper auf, sodass die Borreliose-Bakterien erst gar nicht in das Blut des Hundes gelangen können. Möchtet ihr euren Hund jedoch generell vor dem Befall der lästigen Spinnentiere schützen, hilft nur die Behandlung mit einem geeigneten Zeckenschutz. Ob ein Hund gegen Borreliose geimpft werden sollte, gilt es mit dem Tierarzt zusammen abzuwägen!

Mythos 9 – Eine Borreliose-Infektion geht immer mir einer Wanderröte einher

Nein! Zwar kommt es häufig vor, dass sich bei einer Infektion einige Tage oder sogar bis zu vier Wochen nach dem Zeckenstich eine Rötung um die Stichstelle bildet, aber dennoch ist dies kein eindeutiges Merkmal für eine Borreliose-Infektion. Lediglich bei 50-70 Prozent der Infizierten tritt diese Wanderröte auf. Auf Grund dessen ist es wichtig auch auf weitere Symptome, wie grippeähnliche Anzeichen (Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen) zu achten. Eine Borreliose-Infektion geht also nicht zwingend mit der Wanderröte einher!

Mythos 10 – Durch Zeckenstiche können gefährliche Krankheiten übertragen werden

Ja! Die kleinen blutsaugenden Biester sind nicht nur lästig, sondern können auch ernsthaft die Gesundheit von Mensch und Tier schädigen. Borreliose, Hundemalaria oder Zeckenfieber sind mögliche Krankheiten, die für euren tierischen Mitbewohner gefährlich werden können.

 

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