Michelle & Lisbeth – Auch querschnittsgelähmte Hunde haben ein glückliches Leben verdient!

Vor kurzer Zeit haben wir eine Nachricht von einer tollen jungen Frau erhalten, die uns die Geschichte von sich und ihrer behinderten Hündin Lisbeth erzählt hat! Wir waren so bewegt und beeindruckt von ihrer Geschichte, dass wir uns entschieden haben, sie mit euch zu teilen und zu zeigen, dass auch querschnittsgelähmte Hunde eine Chance auf ein erfülltes und glückliches Leben verdient haben. Zudem möchten wir Michelle und Lisbeth gerne helfen und deshalb haben wir uns dazu entschlossen die Kosten einiger Physiotherapiestunden für Lisbeth zu übernehmen. Wenn auch ihr helfen möchtet oder Kontakt zu Michelle aufnehmen wollt, weil ihr vielleicht auch einen Hund mit Handicap habt, dann könnt ihr uns gerne kontaktieren. Wir stellen dann gerne den Kontakt her!

Michelle hat eine 2-jährige querschnittsgelähmte Hündin zu sich genommen und kümmert sich mit vollem Herzblut um die kleine Kämpferin, die selbst mit ihrem Rollstuhl über jede Wiese flitzen kann. Aber lest selbst, was Michelle uns über das Leben mit Lisbeth, ihren Gesundheitszustand und ihre Beweggründe, sie zu sich zu nehmen, erzählt hat…

Michelle & Lisbeth – Die Geschichte eines querschnittsgelähmten, aber glücklichen Hundes!

Wie bist du auf Lisbeth aufmerksam geworden?

Mein Name ist Michelle und ich bin Besitzerin einer wunderbaren 2- jährigen Hündin mit Handicap. Lisbeth kommt ursprünglich aus Rumänien und wurde dort auf der Straße entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war sie hinten schon gelähmt. Aufgrund der Untersuchungsbefunde, wird vermutet, dass sie verprügelt wurde. Das würde auch ihre große Angst vor Stöcken erklären! Ich habe Lisbeth durch Zufall in einer Annonce im Internet entdeckt und mir war sofort klar, dass das mein Hund werden soll! Vor kurzem bin ich aus der Stadt wieder heimatnah aufs Land gezogen, wo ich mit mit Hunden groß geworden bin. Deshalb stand für mich mit dem Umzug fest, dass ich wieder einen Hund haben möchte. Als ich die Anzeige von Lisbeth gesehen habe, habe ich mich sofort in die Maus verliebt!

Was war dein erster Gedanke, als du von der Lähmung der Hündin erfahren hast?

Von der Lähmung und Lieses Inkontinenz habe ich bereits in der Anzeige erfahren und mir erst einmal Gedanken gemacht, ob es für mich realisierbar ist, einen solchen Hund zu adoptieren. Auch nachdem ich bereits bei dem vermittelnden Verein angefragt hatte, habe ich mich noch oft gefragt, ob es die richtige Entscheidung ist einen Hund mit Handicap aufzunehmen und ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin. Lisbeth ist nun seit Karfreitag bei mir und ich habe es keine Sekunde bereut!

 

Wie hat dein Umfeld (Familie/Freunde) darauf reagiert, als du entschieden hast Lisbeth zu dir zu nehmen?
Meine Schwestern und ich sind mit Hunden aufgewachsen, alle in der Familie hatten schon immer eigene Hunde. Zunächst waren trotzdem alle sehr kritisch eingestellt und haben sich ebenfalls gefragt, was da zeitlich und finanziell auf mich zukommt, aber als Lisbeth dann eingezogen war, waren sofort alle hin und weg und sie stehen mir jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem habe ich zum Glück einen sehr verständnisvollen Freund, der gerne darüber hinwegsieht, dass der Hund im Bett schlafen darf und sich mit ihr beschäftigt, wenn ich mal nicht da bin. Und das obwohl er gar kein großer “Hundefan“ ist, aber Liese wickelt jeden um die “Pfote“. 😉

 

Bekommst du Unterstützung von dem Verein, der den Hund vermittelt hat?

Leider bekommen wir wenig Unterstützung, habe bereits von vielen gehört ich solle den Hund doch “erlösen“. Auch von dem Verein bekommen wir keine Unterstützung, dieser wird allerdings zu einem großen Teil durch eine Person und Spenden finanziert. Dafür unterstürzt uns unsere Physiotherapeutin Katja Wagener aus Streithausen aber ganz toll! Auch außerhalb der Therapiestunden nimmt sie sich oft Zeit für uns und lässt uns kostenlos den Pool in ihrer Praxis benutzen, damit wir so oft wie möglich üben können.

Wie sieht euer Therapieprogramm aus und welche Hilfsmittel benötigt sie aktuell, um sich fortzubewegen?

Anfangs sind wir 2x pro Woche zur Physiotherapie gefahren, dort erhält Lisbeth Massagen, Akupunktur, TENS- Anwendungen und vieles mehr. Nun fahren wir so oft es geht dorthin, für Therapien und zu Schwimmstunden. Zuhause haben wir auch einen Therapieplan, üben das Stehen, machen Bewegungsübungen, planschen in der Badewanne. Als Bewegungshilfe für draußen hat Lisbeth einen Rolli, in der Wohnung ist sie auch ohne flott unterwegs. Aber am aller Liebsten flitzt sie ohne Rolli über die Wiese oder lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Außerdem haben wir ein Tragegeschirr, in das wir die Hinterläufe einhängen, damit die Beine hinten Bodenkontakt bekommen.

 

Hat sich Lisbeths Gesundheitszustand, seitdem sie bei dir ist, bereits verbessert und was ist notwendig, damit er sich weiterhin verbessern kann?
Trotz schlechter Prognose, die durch einen Tierarzt gestellt wurde, kann Lisbeth mittlerweile wieder stehen. Das konnte sie nicht, als sie bei mir eingezogen ist, auch zwei Schritte hat sie bereits mit viel Überredung und Leckerlies gemacht. Außerdem gibt es Tage an denen sie beinahe durchgehend mit dem Schwänzchen wedelt, auch das ist noch relativ neu.

Um den Gesundheitszustand weiterhin zu verbessern ist jede Menge Physiotherapie sowie Training zu Hause nötig. Die Orthese ist bereits in Fertigung, da das rechte Bein leider keinerlei Stabilität hat. Außerdem wäre ein neuer Rolli ganz prima, da der jetzige nicht wirklich für Lieses “Offroad“-Touren geeignet ist.

Wie kommt Lisbeth mit ihrer Behinderung zurecht?

Super! Man könnte meinen, sie würde wegen ihres Rollis auf den Wegen bleiben und nicht querfeldein durch den Wald flitzen, aber Liese hält da nichts von! Ab und zu muss ich sie dann aus Gestrüpp befreien, in dem sie sich festgefahren hat. Wir hören oft “Oh die ist aber trotzdem flink!“ und das dann meistens wenn die Kleine noch gar nicht richtig losgelegt hat! Das einzige “Problem“ ist, dass sie nicht alleine auf Sofa und Bett kommt und wir bisher noch keine Rampe haben. Aber wofür gibt es denn Herrchen und Frauchen?

 

Was ist das besondere an Lisbeth?

Oft habe ich das Gefühl Lisbeth ist die größte Frohnatur die es gibt, sie ist sehr offen und geht trotz ihrer schlimmen Erlebnisse auf jeden freundlich zu. Ich habe noch nie einen so dankbaren Hund erlebt! Wir haben noch keinen kennengelernt, der nicht sofort in sie verliebt war.

Was ist für dich die größte Belastung im Alltag mit Lisbeth?

Abgesehen davon, dass Liese inkontinent ist und gleichzeitig eine sehr erfinderische Dame, die ihre Windel in jeder Lebenslage ausziehen kann, ist das Geld und die Zeit leider ein Problem. Ich habe einiges aufgegeben für meinen Hund, wie zum Beispiel das Reiten, um mehr Zeit für ihr Training zu haben, da es grade jetzt, wo sie so tolle Fortschritte macht, wichtig ist dranzubleiben. Auch habe ich mein Ticket für ein Sommerfestival verkauft, auf das ich mich wirklich gefreut habe, um die ein oder andere extra Therapiestunde und Hilfsmittel zu kaufen. Aber das alles ist es auf jeden Fall wert, das wird mir jedes Mal wieder bewusst, wenn ich Lisbeth sehe.

Was wünschst du dir für Lisbeth am meisten?

Es wäre natürlich toll, wenn Liese irgendwann wieder laufen könnte, doch das ist noch ungewiss. Erstmal wünsche ich mir, dass sie ohne Schmerzen alt werden kann!

Wie kann man dir und Lisbeth am besten helfen?

Gerne würden wir Kontakt zu anderen Handicap-Hundebesitzern aufnehmen um uns austauschen zu können! Außerdem wäre es schön mehr Verständnis für Rollihunde zu bekommen, schon oft habe ich gehört ich solle meinen Hund “erlösen“, allerdings weiß ich nicht wovon ich so ein lebensfrohes, quirliges Wesen “erlösen“ sollte.

Uns hat die Geschichte von Michelle und Lisbeth sehr bewegt und wir würde uns freuen, wenn auch ihr Michelle helfen möchtet, egal ob finanziell oder durch euren Zuspruch! Bei weiteren Fragen könnt ihr euch gerne an info@mein-haustier.de wenden! 🙂

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