Fall Chico - Morddrohungen und Mahnwache nach Einschläferung von Staffordshire Terrier Chico

Der Fall Chico ist unter Tierfreunden aktuell in aller Munde. Viele sind der Meinung, dass den Staffordshire Terrier, der am 3. April 2018 seine 52-jährige Besitzerin und dessen 27-jährigen Sohn umgebracht hat, keine Schuld trifft. Die schlechte Haltung und sein Leben im Käfig seien Schuld daran, dass Chico so aggressiv geworden ist. Doch trotz einer Online-Petition mit beinahe 300.000 Unterschriften wurde der Hund vergangene Woche eingeschläfert. Diejenigen, die an der Entscheidung beteiligt waren, müssen sich nicht nur Beschimpfungen anhören, sondern werden sogar bedroht.

Morddrohungen und Mahnwache nach Einschläferung von Staffordshire Terrier Chico

Seitdem Chico vergangene Woche überraschenderweise eingeschläfert wurde, kochte die Wut bei seinen vielen Unterstützern. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil der bereits 10-jährige Rüde einige Operationen über sich hätte ergehen lassen müssen und ein völlig isoliertes Leben hätte führen müssen. Weder Menschen noch andere Hunde wären für ihn, laut der Tierärztlichen Hochschule Hannover, dem Tierschutzverein und dem Landesministerium für Landwirtschaft, in Frage gekommen. Ärzte, Stadt-, Tierheim- und Ministeriumsmitarbeiter bekamen daraufhin sogar Morddrohungen und die Organisation Animal Peace hetzte mit Hass-Parolen gegen alle Verantwortlichen. Die Drohungen werden von der Staatsanwaltschaft geprüft.

Trotz des Todes von Chico kämpfen seine Unterstützer weiter, sie wollen diejenigen, die für den Tod verantwortlich sind, vor Gericht sehen. Gestern, am Sonntag den 22.04.2018, wurde in Hannover sogar eine Mahnwache für den Staffordshire Terrier abgehalten. Zu dieser erschienen ca. 80 Menschen, die Kerzen anzündeten, um dem getöteten Hund die letzte Ehre zu erweisen. Zudem kamen sie mit Schildern und bedruckten T-Shirts, auf denen sie ihren Unmut breit machten. „R.I.P. Chico 16.04.2018. – ermordet von: Medien, Politik und Inkompetenz“ war auf einem der vielen Schilder zu lesen. Bei der Versammlung wird deutlich, wie groß die Wut der Menschen ist. Eine Anwesende äußerte auch die Schlampigkeit des Veterinäramtes Hannover und hat damit wahrscheinlich sogar Recht.

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Im Jahr 2011 ist bei dem Veterinäramt Hannover ein Hinweis eingegangen, dass der Hund gefährlich sei. Selbst ein psychiatrisches Gutachten lag ihnen vor, welches belegte, dass der Sohn der im Rollstuhl sitzenden Besitzerin ebenfalls nicht in der Lage wäre, sich um das Tier zu kümmern. Chico hätte seinen Besitzern demnach schon vor Jahren abgenommen werden müssen. Die Mitarbeiter, die sich mit dem Fall beschäftigt haben, müssen nun wahrscheinlich mit arbeits- und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Was denkt ihr zu dem Fall? Gehen die Unterstützer Chicos nun zu weit?

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Alle Kommentare (1)

Meissner
24.04.2018 13:00 Uhr

Ich finde eine Mahnwache übertrieben, aber ich finde des gut, dass die Menschen kämpfen für die, die keine Stimme haben. Unsere Politiker, Ämter etc. Glauben sie dürfen alles und spielen ihre Macht aus. Ich hoffe, es werden endlich Köpfe in den Ämtern rollen, nur so kann man Zeichen setzen!!!