13.01.2019

Tierisch gestresst?

Bärenstarke Anti-Stress-Tipps für Vierbeiner mit und ohne Jagdtrieb

Nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können unter Stress leiden. Von Tierärztin Dr. Minck erfahrt Ihr, wie Stress bei den Vierbeinern entsteht und wie Ihr Euren Lieblingen helfen könnt, damit klarzukommen.

Warum leiden nicht nur Menschen, sondern auch Hunde unter Stress?

Stress wird als „unspezifische Antwort des Körpers auf Anforderungen“ definiert. Jedes Säugetier kann unter Stresssymptomen leiden, sogar Pflanzen können auf Stress reagieren.

Was sind häufige Ursachen dafür, dass sich Hunde gestresst fühlen?

Bei uns Menschen werden Stresssymptome durch Arbeitsüberlastung, Zeitmangel, Beziehungsprobleme, Ängste oder Ähnliches ausgelöst. Dieses ist bei Hunden nicht anders. Hunde können Stress durch Artgenossen bekommen. Territorialverhalten ist eine häufige Ursache. Stress durch Ängste, die durch Tierarztbesuche, Silvesterknallen oder Autofahrten ausgelöst werden, sind nicht selten. Wie beim Menschen gibt es viele Stressauslöser, die bei jedem Menschen und Tier individuell sind.

Wie kann man erkennen, ob Hunde Stress empfinden?

Die Bandbreite der von uns Menschen zu erkennenden körpersprachlichen Symptome des Hundes bei Stress ist groß. Beschwichtigungsgesten wie häufiges Lecken der Zunge über das Maul, vermehrtes Gähnen, Schwanzwedeln und den Blick Senken sind nur einige. Abreagieren durch Beißen und Zerren an der Leine sowie Zerstören von Gegenständen sind vielen Hundehaltern bekannt. Vermehrtes Lecken an den Extremitäten oder auch chronische Magen-Darm- Beschwerden sind hinsichtlich einer Stresssymptomatik tierärztlich abzuklären.

Was hilft, wenn Hunde Stress empfinden?

Erst einmal sollte der Halter des Hundes immer ruhig und souverän bleiben. Bei hektischen oder lauten Reaktionen wird sich der Stress des Hundes noch verstärken. Wenn bestimmte Situationen Stress auslösen, hilft es, diese Situationen zu üben z. B. Autofahrten, Begegnungen mit anderen Hunden, Tierarztbesuche oder auch das Alleine-Bleiben. Es ist Ratsam, hierfür einen Hundetrainer hinzuzuziehen. Medikamentöse Hilfe sollte sich der Hundehalter nur in Ausnahmefällen holen. Unterstützung kann man in homöopathischen Mitteln sowie in Pheromonpräparat finden.

Wie lässt sich der Jagdtrieb eines Hundes eindämmen?

Der Jagdtrieb zählt zu den Urinstinkten des Hundes. Ohne Jagd kein Futter. Bei unseren domestizierten Haushunden kommt er bei vielen auch heute noch durch. Dabei dient der Jagdtrieb aber nicht mehr der Futterbesorgung, sondern macht den Hund schlicht und einfach glücklich. Vielfach wird er mit einem Erfolgserlebnis belohnt. Beim Jagen werden Hormone ausgeschüttet, die den Hund in einen positiven Ausnahmezustand versetzen. Dieses Verhalten abzutrainieren ist, – wenn überhaupt möglich – ein langer und trainingsintensiver Weg. In vielen Hundeschulen werden „Anti-Jagdseminare“ angeboten.

Worauf sollte man bei der Auswahl einer Hundeleine achten?

Ein Hund mit Jagdtrieb sollte zum eignen Schutz und zum Schutz der Umwelt immer an der Leine gesichert werden. Schnell ist im jagdlichen Beuteverhalten eine Straße überquert und Mensch und Tier kommen in Gefahr. Die heutige, große Auswahl an Sicherungen umfasst Hundegeschirre, Halsbänder und Leinen jeglicher Art. Die Leine sollte immer der Größe und dem Gewicht des Hundes angepasst sein. Welches Material Sie wählen, ob Leder, Kunststoff oder Biothane, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Vorsicht gilt jedoch bei Flexileinen. Das dünne Kunststoffseil kann zu Verletzungen bei Hund und Mensch führen.

Wie kommt es, dass manche Hunde einerseits zuhause sehr gut auf Kommandos hören und andererseits all das vergessen, sobald der Jagdtrieb einsetzt?

Zuhause ist der Hund in einer reizarmen Umgebung, in der wenig Ablenkung vorhanden ist. So hat er keine Probleme, sich auf Kommandos zu konzentrieren. Der Hund ist ein Sichtjäger. Ist er draußen und es fliegt ein Vogel oder ein Hase rennt über die Wiese, setzt der Jagdinstinkt automatisch ein. Der Urinstinkt des Hundes ist geweckt und hat automatisch Vorrang vor den Kommandos des Besitzers. Bei manchen Hunden ist der Urinstinkt „Jagdtrieb“ sehr stark ausgeprägt und bei anderen durch gezielte Domestikation und Züchtung nahezu verschwunden.

So könnt ihr die Zeit mit eurem Vierbeiner noch unbeschwerter genießen

Eure vierbeinigen Weggefährten sind treue Freunde und zuverlässige Seelentröster. Dank ihnen seid ihr ausgeglichener, gesünder und glücklicher. Kurzum: Sie machen euer Leben doppelt so schön. Daran können auch kleine Missgeschicke nichts ändern. Die entspannten Stunden beim Herumtollen solltet ihr unbeschwert genießen können. Hierbei hilft eine Tierhalterhaftpflicht-Versicherung (THV) der Haftpflichtkasse. Falls doch mal etwas passieren sollte, kümmert sie sich um die finanziellen Folgen. Denn als Tierhalter haftet ihr auch, wenn euch keine Schuld trifft. Wenn jemand von euch Schadenersatz fordert, steht sie euch zur Seite. Ist die Forderung berechtigt, leistet sie Schadenersatz. Ist sie unberechtigt, wehrt sie die Ansprüche gegen euch ab. Notfalls auch vor Gericht. Der Schutz erstreckt sich auf alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Mehr zum THV-Angebot der Haftpflichtkasse

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