Deutscher Schäferhund Steckbrief – der stattliche Begleithund im Portrait

Der Deutsche Schäferhund ist wohl eine der weltweit bekanntesten Hunderassen. Hier im Steckbrief erfahrt ihr alles über die Geschichte, den Charakter und die Haltung der Rasse.

INHALT –  Der Deutsche Schäferhund

 

Geschichte des Deutschen Schäferhundes

Der Deutsche Schäferhund ist eine der ältesten Hunderassen Deutschlands. Schon seit dem 7. Jahrhundert züchteten die Menschen im germanischen Raum Schäferhunde in verschiedenen Schlägen. Neben guten Hüteeigenschaften sollten die Tiere auch konzentrationsfähig, robust und gehorsam sein. Das einheitliche Aussehen der Rasse stand dabei eher im Hintergrund. Die Zucht des Deutschen Schäferhundes, wie wir ihn heute kennen, begann erst im Jahre 1871. Der preußische Hofrittmeister Max von Stephanitz machte es sich zum Ziel aus dem ursprünglichen Schäferhund einen vielseitigen Gebrauchshund zu züchten.

Schon im April 1899 gründeten einige Liebhaber den ersten Verein für Deutsche Schäferhunde. Die enorme Leistungsbereitschaft des Hundes machte ihn schnell beim Militär und der Polizei zu einem beliebten Arbeitshund. Im ersten Weltkrieg setzten die Deutschen über 30.000 und im zweiten Weltkrieg sogar über 200.000 Schäferhunde an der Front ein. Im Dritten Reich nutzen die Nationalsozialisten den Deutschen Schäferhund als Symbol „deutscher“ Tugenden. Aus diesem Grund bezeichneten andere Länder den Hund als „Alsatian“ bezeichnet, um den unbeliebten Begriff „deutsch“ zu vermeiden. Zum Hüten von Vieh wird der Deutsche Schäferhund heute kaum noch eingesetzt. Er ist heute weltweit der meist genutzte Diensthund und man findet ihr vor allem bei der Polizei oder beim Militär sowie als Wachhund in Privathaushalten. International wird der Deutsche Schäferhund in die FCI Gruppe 1 Hütehunde eingeordnet.

Deutscher Schäferhund

Deutscher Schäferhund Steckbrief

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Der Deutsche Schäferhund ist ein selbstsicherer und kluger Hund, der seiner Familie gegenüber treu und anhänglich ist. Er besticht mit einer hohen Arbeitsbereitschaft und hat einen ausgeprägten „Will-to-please“. Die Rasse ist außerdem sehr kinderlieb und auch mit anderen Haustieren gut verträglich. Fremden gegenüber verhält sich der Hund eher neutral, greift aber ein, falls er sie als Bedrohung ansieht. Der Charakter der Schäferhundes variiert auch je nachdem zu welchem Zweck er gezüchtet wurde. Die Exemplare aus der Leistungszucht haben einen ausgeprägten Schutz- und Beutetrieb sowie eine recht niedrige Reizschwelle.

Passt der Deutsche Schäferhund zu mir?

Bevor ihr einen Schäferhund kauft, solltet ihr euch klar machen, dass die Rasse in erster Linie als Arbeitshund gezüchtet wurde. Mit der entsprechenden Auslastung und Erziehung kann der Schäferhund aber auch ein guter Familienhund werden. Da der Charakter auch teilweise von der Zucht abhängt, solltet ihr den passenden Züchter für euren Bedarf finden. Auch wegen der vielfach auftretenden Gelenkdeformation bei einigen Vertretern der Rasse, ist es wichtig einen Züchter zu finden, der auf die Gesundheit seiner Welpen achtet und Hunde mit geradem Rücken züchtet.

Deutscher Schäferhund

Schon als Welpe braucht der Deutsche Schäferhund eine konsequente Erziehung.

Beim Kauf bei einem Züchter habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Fellfärbungen. Der Rassestandard erlaubt Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgrauen Abzeichen sowie Schwarz und grau einfarbig oder grau mit dunklerer Wolkung, schwarzem Sattel und Maske. Natürlich solltet ihr die Wahl eures Welpens nicht nur von der Farbe abhängig machen. Es gibt auch immer wieder Deutsche Schäferhunde, die in Not geraten sind und jetzt in einem Tierheim auf einen neuen Besitzer warten. Mit genügend Hundeerfahrung und einfühlsamer Behandlung kann auch ein Tier aus dem Tierheim ein wunderbarer Partner fürs Leben werden.

Wie halte ich einen Deutschen Schäferhund?

Erziehung und Entwicklung des Welpens

Der Deutsche Schäferhund ist eifrig bei jeder Form der Zusammenarbeit dabei, hat aber ein starkes Selbstbewusstsein. Die Erziehung ist also nicht besonders schwierig, aber unbedingt notwendig. Um sein gutmütiges Wesen zu fördern, solltet ihr den Hund von Anfang an mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld erziehen. Mit genügend Konsequenz und positiver Verstärkung fahrt ihr schnell Erfolge ein und der Hund wird zu einem folgsamen Begleiter. Bei der Arbeit mit dem Schäferhund, solltet ihr stets konzentriert bei der Sache sein, damit ihr ihm klare Anweisungen geben könnt. Wenn ihr euren Schäferhund zum Schutzhund ausbilden möchtet, solltet ihr das Angebot einer Hundeschule in Anspruch nehmen.

Wie viel Beschäftigung braucht der Deutsche Schäferhund?

Generell bietet sich jede Art des Hundesports für den Deutschen Schäferhund an. Eine aktive Sportart wie Agility ist die ideale Auslastung für geistige wie auch körperliche Fitness des Hundes. Ihr solltet euren Schäfi jedoch vor dem Einsatz zum Leistungssport unbedingt röntgen lassen, um ihn auf Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie zu prüfen. Auch bei einem gesunden Hund solltet ihr die körperlich belastenden Aufgaben vor allem im Welpenalter nicht übertreiben.  Die ideale Auslastung für den Schäferhund bietet der Schutzhundesport. Die Vierbeiner zeigen zudem viel Freude bei allen Aufgaben, wo sie ihren Verstand und ihre Sinne einsetzen können. Schäferhunde, die nicht richtig ausgelastet werden, suchen sich selbst eine Aufgabe, die nicht immer den Vorstellungen ihres Zweibeiners entspricht.

Deutscher Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund braucht viel Bewegung.

Übrigens: Tolle Beschäftigungs-Tipps für euren Hund findet ihr in der Kategorie Tipps & Tricks.

Gesundheit und Pflege

Die Fellpflege des kurzhaarigen Deutschen Schäferhundes ist nicht besonders aufwendig. Langhaarige Exemplare sollten jedoch regelmäßig gebürstet und nach jedem Spaziergang von Blättern, Zweigen und anderem Schmutz befreit werden. Bei der Fütterung kann die Rasse etwas sensibel sein. Sie verträgt schnelle Umstellungen in der Ernährung nicht sehr gut und hat öfter mit Verdauungsproblemen zu kämpfen. Eine konsequente Fütterung mit gesunder Tiernahrung kann die Verdauung aber positiv beeinflussen. Eine falsche Ernährung kann auch auch negativ auf die Gesundheit der Knochen und Gelenke des Hundes auswirken. Da der Schäferhund aufgrund seiner Züchtung mit abfallendem Rücken verstärkt zur Hüftdysplasie neigt, ist es wichtig ihn im jungen Alter nicht zu stark zu belasten.

Interessantes und Wissenswertes

Es gab in der Geschichte einige Deutsche Schäferhunde, die auf die eine oder andere Weise große Berühmtheit erlangt haben. Die meisten kennen bestimmt die österreichische Krimiserie „Kommissar Rex“, in der ein Rüde namens Rex die Polizei bei der Klärung von Verbrechen unterstützt. Die Serie spielt in Wien und es waren bis jetzt drei Schäferhunde in der Rolle des Rex zu sehen. Dass die Deutschen Schäferhunde Potential zum Filmstar haben, zeigt sich auch darin, dass gleich zwei Hunde einen Stern auf dem Walk of Fame in Los Angeles haben. Die Rüden Strongheart und Rin Tin Tin waren beide zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Filmbranche sehr beliebt und spielen in Filmklassikern wie Man From Hells River oder The Silent Call mit. 

Auch als Dientshunde sind einige Schäferhunde berühmt geworden. Der Rüde Appollo war einer der ersten Rettungshunde, die der New Yorker Polizei beim Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 beim Suchen der Verschütteten halfen. Er wurde anschließend stellvertretend für alle Rettungshunde mit der „Dickin Medal“, der höchsten Auszeichnung für Tiere, die sich im Kriegseinsatz verdient gemacht haben, ausgezeichnet.

Deutscher Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund ist ein beliebter Militärhund.

Ihr habt auch einen Deutschen Schäferhund oder wollt euch bald einen zulegen? Erzählt mir in den Kommentaren, was den Schäfi so besonders macht!

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